Wenn einer eine Reise tut…

…dann muss er ja auch irgendwo essen und schlafen. Lasst mich euch einen sehr überschaubaren Einblick in Hotel und Gastronomie in Greifswald geben.

Hierhin führte mich das Big Business. Genächtigt habe ich im Hotel Galerie direkt am Marktplatz. Ein kleines Haus, dass sich der Kunst verschrieben hat. Die Zimmer sind benannt nach zeitgenössischen Künstler. Die ausgestellten Werke sind in der benachbarten Galerie zu erwerben. Keine schlechte Idee. Die Zimmer sind sauber und ordentlich und ausreichend geräumig. Die Bäder sind einfach aber sauber. Es fehlt an nichts. WLAN ist frei und die Zimmer sind mit Flachbildschirmen ausgestattet.

Das Frühstück ist inklusive. Es ist ausreichend aber nicht besonders reichhaltig. Brötchen, Brot, Aufschnitt, Mamelade, zweierlei Säfte und Cerealien. Leider hat man hier noch nichts von Rührei oder Speck gehört. Auch die Joghurt-Auswahl ist übersichtlich. „Frisch“ aufgeschnittenes Gemüse und gekochte Eier sind eine nette Idee. Nur leider unverkennbar bereits am Vorabend vorbereitet worden. Unterm Strich ist das Frühstück OK. Mehr aber auch nicht.

Zum Abendessen führte mich am ersten Tag mein Weg in das italienische Restaurant La Piazza, direkt am malerischen Marktplatz. Die Aufmachung zunächst typisch mit rot-weiss-karierten Tischdecken. Das auf der Tageskarte ein Schnitzel mit Rahmchampignons und Pommes angekündigt wurde, irritiert. Eher wenig italienisch.

Ich entschied mich für einen Klassiker, Pizza Salame. Die kam recht schnell, machte aber leider den Eindruck, als käme sie aus dem Tiefkühlregal. Aroma erinnerte an Dr. Oetker. Und sie schmeckte auch ähnlich. Schade.

Größentechnisch eher Kategorie Wagenrad. Wenn schon kein Hochgenuss, dann wenigstens satt. Mit Getränk n 10er. Summasummarum OK. Service bestenfalls unauffällig. Been there, done that. Komme aber nicht wieder.

Es schloss sich ein Spaziergang durch die gemütliche Fussgängerzone an. Dass die Geschäfte hier unter der Woche bereits um 18:00 Uhr dicht machen, ist dann aber doch eher gewöhnungsbedürftigt, so als Hamburger Jung.

Heute besuchte ich dann das Fritz Braugasthaus. Der erste Eindruck war phänomenal. Modern, dennoch klassisch rustikal und gemütlich. Der Service machte einen super Eindruck. Als Gruß aus der Küche gab es selbstgemachte Kartoffelchips mit einem Sauerrahm-Dip. Das machte Lust auf mehr.

Aus der reichhaltigen Karte wählte ich dann, angefixt von gestern, das Schnitzel mit Rahmpilzen und Pommes. Es war als frisches Schnitzel vom Landschwein angekündigt, inkl. Verweis auf den liefernden Bauernhof. Ich war gespannt.

Was dann kam, war dann aber doch enttäuschend. Besonders vor dem Hintergrund des doch recht fürstlichen Preises.

Das Fleisch war mitnichten frisch. Es war unverkennbar aus der Tiefkühlpackung. Die Panade war viel zu gleichmäßig, um nicht industriell gefertigt worden zu sein. Das Fleisch war auch nicht ganz durch gegart.

Die Rahmpilze waren definitiv aus der Tüte. Die Sosse war Standard, Marke Blockhaus Systemgastronomie.

Schade. Hat doch das Ambiente und die Karte eine hohe Erwartungshaltung geweckt. Geschmacklich wars OK. Aber in dem Wissen, überteuerte Tiefkühlkost zu mir zu nehmen, wurde der Genuss doch ordentlich geschmälert.

Wieso sind eigentlich so viele Wirte der Meinung, ihre Gäste unerkannt verarschen zu können. Was soll das?

Sicher, ein Gericht lässt noch keine abschließende Bewertung über die Restaurants zu. Doch wie viel Handwerkskunst kann man erwarten, wenn die populären Gerichte schon nicht „echt“ sind?

Da mich mein Job unvermeidlich wieder in diese Hansestadt führen wird, werde ich dem FRITZ noch eine Chance geben. Auf der Karte war ja noch einiges zu entdecken. Und das sich der Laden einen Innenhof mit dem Hotel Galerie teilt, hält das die Wege auch schön kurz. Denn abseits der Altstadt ist Greifswald eher keine Schönheit.

Abgesang auf eine alte Liebe?

November. Noch lange, dunkle Monate bis die Saison wieder losgeht. Normalerweise müsste ich es kaum noch erwarten können. Aber irgendwie juckt es nicht so wirklich. Man könnte sagen, Baseball und ich machen gerade eine schwierige Zeit durch.

In jeder Beziehung gibt es Höhen und Tiefen. Das ist ja nun eher normal. Aber wenn das Tief schon länger anhält und man seinen „Partner“ nicht wirklich vermisst, auch wenn man schon Wochen voneinander getrennt ist, dann sollte man sich vielleicht mal Gedanken machen, wie es weitergehen soll.

Es ist nicht so, als wenn wir Streit gehabt hätten. Aber der Gedanke an die kleine Lederkugel nimmt keinen großen Raum derzeit bei mir ein. Habe ich mich doch über 16 Jahre lang eher als Profi gesehen, der nebenbei arbeiten gehen muss. Aber dieses Jahr gab es da doch einen kleinen Realitycheck.

Als Trainer/Manager eigne ich mich doch nur bedingt. Auf mich gehört hat eh keiner. Und gleichzeitig managen und spielen, das hat mal so gar nicht erfolgreich funktioniert. Wenn ich pitche, kann ich mich auf nichts anderes fokussieren. Und wenn man dann mal einem Mitspieler transparent mitteilt, dass er sich vielleicht auf Hallenhalma konzentrieren sollte, kommt natürlich wie aus der Pistole geschossen: „Aber Du bist hier der Überflieger oder was? Warum stellst Du Dich immer selber auf?“ Hm, weiß nicht, weil ihr es nicht hinbekommt?

Ok, das ist jetzt vielleicht etwas krass ausgedrückt. Aber es kam nicht nur ein mal vor, dass ich nach nem complete Game 1 auch noch im zweiten Spiel des Tages auf dem Hügel stand. Mit entsprechenden Folgen für den Arm. An Training unter der Woche war dann natürlich gar nicht zu denken. Bringt dann auch eher weniger Spaß, stundenlang zum/vom Training unterwegs zu sein, nur um den anderen Fungos zu hauen.

Und dann haben wir auch noch permanent auf den Sack bekommen!

Mit der Kadertiefe sah es auch eher mau aus. Die Frage war nicht, wen ich einsetze, sondern ob ich neun Leute zusammenkriege. Ob die dann gefundenen Pitcher überhaupt in der Lage waren, die Strikezone mit einer gewissen Konstanz anzuvisieren, steht auf einem anderen Blatt. Ohne den Jungs zu nahe treten zu wollen, aber nicht jeder brachte mit, was es braucht, um Spiele zu gewinnen. Das Thema „Wie lege ich einen Sacbunt“ will ich gar nicht erst anschneiden. Und immer dann, wenn‘s mal lief, passierte irgendetwas Dummes. Da pitcht man sich den Arm raus, liegt weit vorn und dann werden 5 UER reingelassen. Spassfaktor 0. Ich schmeiß nun mal nicht lights out. Als Pitcher bin ich echter Teamplayer. Übersetzung: Ohne Defense bin ich am Arsch! Auch drum herum passierte viel, was nicht unbedingt einer entspannten Atmosphäre zuträglich ist. Haben wir Wasser, einen Scorer, Bälle, Spieler, Busse,….? Oftmals war sämtliche Energie bereits verbraten, bevor ich überhaupt den Hügel erklimmen konnte.

All das bekam ich nicht aus dem Kopf.

Und dann hat mir eine Strandschönheit schöne Augen gemacht. SUP! Neu, hip, sexy. Völlig entspannt. Jederzeit verfügbar. Und irgendwie war meine Affäre auch ein wenig cooler drauf, als die alte Liebe.

Aber wenn ich alles so recht bedenke, hat Baseball gar nichts falsch gemacht. Äußere Umstände treiben einen Keil zwischen uns, wollen uns auseinander reißen. Skandal! Vielleicht sollte ich ihr noch ein Chance geben? Aber sie muss damit klarkommen, dass ich ab jetzt zweigleisig fahre. Ich hoffe, keine von beiden stellt mich vor die Wahl, mich entscheiden zu müssen.

Hm, dann sieht‘s wohl nach Stefmaster reloaded aus in 2013. Ohne mich um irgendetwas anderes als das Spielen selbst kümmern zu müssen, sollte da doch wohl noch einiges gehen. Und dann bin ich vielleicht auch nicht mehr so überkritisch, was die Leistung der Mitspieler angeht? Bleibt abzuwarten.

Aber alte Liebe rostet wohl doch nicht.

Immer on

Dieser Text ist zwar schon ein wenig älter, aber dadurch nicht weniger wahr.

Die korrekte Antwort auf die Frage: Warum iPhone, warum überhaupt Smartphone müsste eigentlich lauten: „Ich verstehe die Frage nicht?“ Gerne versuche ich mich dennoch an einer Antwort.

Habe ich mein iPhone vermisst, bevor ich es hatte? Definitiv nein. Könnte ich jetzt auch nur den Müll rausbringen, ohne es dabei zu haben? Definitiv nein.

Natürlich ist der Markt ein Stückweit künstlich erschaffen.
Genau wie die meisten Konsummärkte.

Aber auf die Eingangsfrage gibt es keine einzelne Antwort, die ist sehr vielschichtig.

Warum Smartphone? Ich bin eigentlich permanent online. Ich habe das persönliche Bedürfnis, Belanglosigkeiten genauso wie mir wichtige Themen in Echtzeit der Öffentlichkeit mitzuteilen. Da könnte man jetzt therapeutisch tiefer einsteigen, aber nehmen wir es einstweilen als gegeben. Ebenso habe ich das Bedürfnis, die Mitteilungen anderer zu erfahren, genauso wie Nachrichten, Gossip, Sportnews.

Darüber hinaus will ich mich nicht morgens am Arbeitsplatz von drölfzig Mails überraschen lassen. Dienstliche Mails um 23:00 ist zwar manchmal eine Qual. Aber hey, ich fühl mich auch gerne wichtig im Job. Und manchmal geniesse ich es auch, Mails nicht alle sofort zu lesen sondern in Ruhe in der Bahn. Für all das brauch ich eine mobile Lösung. Daher Smartphone.

Warum iPhone? Fangen wir außen an. Die Optik, die Haptik. Das kann keiner besser , hands down.
Das Display, sauber und aufgeräumt, keine billigen Neonfarben, keine asymetrische Überladung, es wirkt sachlich und seriös. Ich mag das.
Gehen wir rein. Die Bedienung, als wenn „intuitiv“ hier erfunden worden wäre! Mehr braucht man nicht sagen.
Gehen wir noch tiefer, die Technik. Ist mir egal! Ich will, dass es funzt. Und das tut es. Akkuleistung ist für mich nicht entscheidend, bei meiner Art des Gebrauchs geht jeder Akku nach wenigen Stunden in die Knie, regardless. Ich habe eine Dockingstation auf meinem Schreibtisch, ein Ladekabel in meinen Autos, etc. Mit der Geschwindigkeit bin ich zufrieden.

Zudem mag ich das Image von Apple. Ich bin gerne in einem AppleStore. Ich habe kein Problem damit, Mainstream zu sein.

Die Frage, die ich mir nur immer stelle, wieso muss ich mich für meine gewählte Technik und mein Dasein als Digital Native ständig rechtfertigen? Wenn ihr das iPhone nicht mögt, mischt euch nicht in Diskussionen von iPhone-Besitzern zum iPhone ein. Wenn ihr euch „zugespammt“ von mir fühlt, blockt mich oder haltet euch einfach von Social Networks fern. Ich werde nicht wenigern twittern, nur weils euch nicht passt. Beschwer ich mich, dass ihr sowenig postet? Nein? Also! Beschwer ich mich, dass ihr kein iPhone habt? Nein? Also!

Ich werde mich nicht den hatern anpassen, erwarte aber auch nicht, dass die hater sich mir anpassen! auch nicht, dass die hater sich mir anpassen!

Demenz ist ein Arschloch

Mein Großvater hat Demenz. Das ist scheiße. Demenz ist ein Arschloch.

Mein Großvater war ein großer Mann. Nicht vom Körperbau her. Mangelernährung im zweiten Weltkrieg hat ziemlich erfolgreich eine beeindruckende Statur verhindert. Dennoch, er war ein großer Mann.

Er hat aus dem Nichts eine Firma aufgebaut und damit ein Vermögen geschaffen, das bis zu Letzt unserem ganzen Clan ein komfortables Leben ermöglicht hat. Er war Handelsrichter, Gemeindeschiedsmann, aktiv in mehreren gemeinnützigen Vereinen, in denen er viel für andere getan hat.

Für mich war er Vaterersatz. Hat mir vieles über Werte, Haltung und Moral beigebracht. Ein Grundverständnis von Recht und Wirtschaft beigebracht. Kurz, er hat mich tief geprägt.

Und nun ist er weg.

Sein Körper ist noch da, er atmet, isst, guckt Fernsehen, redet mit uns. Und dieser Körper weiß auch noch, wer er war. Obwohl er nun wirklich andere Sorgen haben sollte, ist er immer korrekt in Schlips und Kragen gewandet. Er hat Manieren, ist zu den Damen charmant.

Aber mein Großvater ist weg.

Bis vor kurzem hat er noch allein zu Hause gewohnt. Das fanden wir zwar nicht so gut, da machten wir uns schon Sorgen. Aber er konnte noch klar und deutlich artikulieren, dass er aus seinem Haus nicht wegwolle. Er hat ein soziales Umfeld, ging alleine Einkaufen, fuhr sogar noch Auto. Er hatte ein Leben.

Dann kam Silvia J.

Silvia J ist eine verbrecherische, man verzeihe es mir, Schlampe, die gezielt ältere Herrschaften ausnahm. Mal lag das Kind im Krankenhaus, dann brauchte es was zu essen, dann lag ein Pups quer. Und das könne nur mit Geld geheilt werden.

Und jetzt schlug die Krankheit richtig zu.

So sehr mein Großvater noch in den gewohnten Strukturen zu Recht kam, so sehr warf ihn diese Störung aus der Bahn. Früher hätte er die Dame ihres Weges gewiesen. Aber nun war er gefangen zwischen der Sorge über das vermeintliche Kind in Not und dem Wissen, dass es dieses Kind gar nicht gab.

Diese Person hat ihm nicht nur ordentlich Geld aus dem Kreuz geleiert, was weder wir, noch die Gemeinde, noch die Polizei verhindern konnten, sondern – was noch viel entscheidender ist – ein gutes Stück Lebensfreude, als er das Leben noch hätte genießen können.

Und jetzt gings schnell.

Wir konnten ihn überzeugen, in ein schickes Altersheim zu ziehen. Gemütliche 2-Zimmer-Wohnung, mit schönem Ausblick, rundum-Wohlfühl-Programm, eigentlich alles gut.

Aber die Demenz, das Arschloch, wollte noch mehr.

Noch war er mein Großvater. Wusste wer ich bin, wer seine Urenkel sind. Ich konnte mit ihm über meinen Job reden und halbwegs sinnvolle Gespräche führen. Aber die Demenz ließ ihm keine Ruhe. Ließ ihn die Nacht zum Tage machen, vergessen, wo er jetzt wohnte, trieb ihn an Orte der Vergangenheit, verhinderte, dass er mit uns darüber sprach und uns Bescheid sagte, wohin er geht. Zu häufig mussten wir ihn mitten in der Nacht suchen und wussten nicht, ob er heil wieder auftaucht.

Zuerst ging er nur an der Alster spazieren. Aber dann war er auf Geschäftsreise (die Firma gibt’s es nicht mehr), dann in der Kaserne. Er war auf mehreren Zeit- und Realitätsebenen unterwegs. Die Demenz macht Chaos und ließ es ihn wissen. Sie gönnte ihm nicht die Ruhe eines sanften Vergessens. Nein, sie nahm ihm seinen Geist und gab ihn manchmal zurück. Nur um ihn spüren zu lassen, was er nun verlieren wird.

Auch jetzt hätte er noch entspannt leben können. Aber nein, die Demenz war noch nicht fertig mit ihm. Jetzt nahm sie ihm sein Wissen um sich selbst und seine Familie.

Mein Großvater ist jetzt nicht mehr da.

Sein Körper ist jetzt in einem Pflegeheim, speziell für Demenzkranke. Man kümmert sich gut um ihn. Er hat Gesellschaft, die Damenwelt liegt ihm noch immer zu Füssen, er weiß sich zu kleiden, genießt die Konversation. Und wenn er sich anstrengt, dann erinnert er sich noch kurz an sich selbst und damit auch an uns. Meine Frau kann er nicht mehr so ganz sicher einordnen aber wenn man ihm ein wenig hilft, dann weiß er kurz wieder, wer ich bin. Aber der Rest seines Lebens flackert nur noch in Blitzlichtern auf. Seine Firma, meine verstorbene Großmutter, manches andere. Aber nicht mehr im richtigen Zusammenhang. Realität und Fiktion verschwimmen.

Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem auch der letzte Rest Erkennen verschwinden wird. An dem auch sein Körper die Erinnerung an früher vergisst. An dem das Schweigen beginnt.

Mein Großvater ist weg.

Und Demenz ist ein Arschloch!

Wie dumm ist eigentlich Fernsehen?

Ich gucke gerade The Social Network. Oder vielmehr, ich versuche es. Denn nach 25 Minuten Film gibt’s erst einmal 10 Minuten Werbung. Was soll der Scheiß?

Die TV-Sender scheinen es noch nicht mitbekommen zu haben. Aber gerade wieder kürzlich gab es einen Artikel in einem relevanten Wochenmagazin (als print, total old school), der den Sinn von TV-Sendern in Frage stellte. Grundtenor: Warum sollte ich mir von einem Sender diktieren lassen, wann ich was zu gucken habe.

Nun, eigentlich gucke ich dann und wann gerne Fernsehen. Ich mag auch die vorgegebene Struktur. Zwar habe ich einen DVR aber da ich den (noch) nicht online bedienen kann, muss ich um 20:15 Uhr vorm Gerät sitzen, wenn ich die Sendung sehen will, die um 20:15 Uhr beginnt. Naja, eigentlich nicht. Aber nehmen wir das mal als gegeben.

Ich kann auch damit leben, dass ein Film dann und wann von Werbung unterbrochen wird. DANN UND WANN. Nicht ständig!

Liebe TV-Sender, ich verstehe, dass ihr auf die Werbeeinnahmen angewiesen seid.  Ich verstehe auch, dass ihr bei einem Film wie The Social Network ordentlich Werbeminuten verkaufen könnt. Aber mal ernsthaft Freunde, denkt das doch mal zu Ende. Ihr wisst, dass die Zuschauer von Werbepausen angekotzt sind. Manchmal sind sie ja ganz praktisch, wenn ich aufs Klo will. Aber dann drücke ich doch einfach auf meinem DVR (s.o.) die Pausetaste. Nun wird mir also alle 25 Minuten eine Zwangspause vorgegeben, ich werde aus der Handlung rausgerissen. Das kotzt mich an.

Was tue ich also? Ich leihe Filme auf BluRay, Dokus streame ich aus Mediatheken, Sendungen nehme ich auf und schneide die Werbung raus. Merkt ihr was? Ich sehe die Werbung nicht und bin auf eure Struktur nicht mehr angewiesen.

Ich bin ein sehr bequemer Mensch. Wenn also ich schon nach Wegen suche, eure Vorgaben zu umgehen, was tun dann erst weniger bequeme Menschen?

Also, werdet publikumsfreundlicher. Sonst habt ihr bald kein Publikum mehr. Denn wirklich brauchen tut euch keiner mehr. Oh, Werbepause ist vorbei. Dann guck ich mal weiter…für die nächsten 20 Minuten.

Bond, James Bond

Wieso darf das Kino keine klassischen Geschichten mehr erzählen? Wieso muss alles immer um eine tiefenpsychologische Komponente erweitert werden? „Probleme“ hab ich selbst genug, da brauch ich nicht auch noch komplexbeladene Helden!

Ich habe kürzlich diese Kinokritik zum neuen Bond gelesen, Skyfall. Was habe ich diesem Film entgegengefiebert.

Casino Royale war ein grandioser Neustart der Reihe, Quantum of Solace dagegen eine Frechheit. Und jetzt: das!

Wann wird es endlich wieder einen klassischen Bond geben? Mir ist es vollkommen Schnurz, ob Bond „dem Zeitgeist“ angepasst ist. Ich will ihn nicht bei einer Psychotherapie sehen. Seine inneren Dämonen können gerne genau da bleiben. Er soll einfach nur die Welt (nicht weniger) vor einem Superschurken retten, die Ballkönigin flachlegen und einen Martini schlürfen.

Kaputte Helden gibt es genug. (Dark Knight) Aber hier passt es einfach nicht. Bond ist immer Herr der Lage, knallt die Bösewichter ab und fertig. DAS will ich sehen. Klassisch eben.

Ich liebe die alten Bond-Filme, insbesondere mit Sean Connery. Kurzweilige Unterhaltung, ein wenig unrealistisch zwar. Aber hey, das ist Popcorn. Ich will am Ende eines Films immer ein wenig so wie der Held sein. Wenn das aber bedeutet, demnächst einen Termin beim Therapeuten zu machen, dann bleib ich lieber nur Held des Alltags.

Mitt Romney

Am 6. November wählen die USA ihren künftigen Präsidenten. Und es ist doch recht erstaunlich, dass es überhaupt mehr als einen Kandidaten gibt. Denn einer von beiden ist so offensichtlich nicht wählbar, dass es weh tut.

Mitt Romney. Selfmademan. Guter Christ. Liebender Ehemann und Vater. Hach ja, wie schön. Fuck that!

Selfemademan? Ja genau. Ich will nicht verhehlen, dass Romney hart gearbeitet hat und offensichtlich etwas richtig gemacht hat, wirtschaftlich betrachtet. Aber ziehen wir kurz mal seine Wurzel ab und dann wäre er wohl heute etwas ganz anderes. Aber darum geht’s ja auch gar nicht.

Wieso zur Hölle erwägt Amerika tatsächlich diesen Typen zum nächsten Häuptling zu machen? Binders full of women, Syrien ist Irans Zugang zum Meer, 47% aller Amerikaner kann ich nicht überzeugen, ergo tue ich nichts für diese Schmarotzer, usw. Fällt so etwas nur dem halbwegs gebildeten Europäer auf? Wieso nicht den Amis selbst?

Romney will Steuersenkungen für Reiche durchsetzen. Hat er deutlich gesagt. Mehrfach. Kaum wird er damit von Obama konfrontiert, will er davon nichts mehr wissen. Tun wird er es trotzdem.

Laut Romney ist Obamacare der letzte Dreck und gehört abgeschafft. Er übersieht dabei völlig, dass seine eigene Gesundheitsreform in Massachusetts als Vorbild für Obamacare diente. Wird er nun darauf angesprochen, windet er sich raus, das sei damals eine Lösung für einen einzelnen Staat gewesen, das könne man nicht übertragen. Nein? Warum denn nicht, Herr Gouvernour? Äh, ich muss weg!

Allein der Videomitschnitt, in dem er fast die Hälfte aller Bürger beleidigt hätte dazu führen müssen, dass er von einer Kandidatur absieht. Hans Michael Strepp, der Sprecher einer Regionalpartei hier in Deutschland musste zurücktreten, weil er mehr oder weniger subtil versucht haben soll, die Berichterstattung über den politischen Gegner zu beeinflussen.

Aber so eine Vollpfeife wie Romney darf bleiben? Nur ein weiterer Beleg dafür, wie politische Kultur in God’s own Country aussieht.

Laut Romney und seiner konservativen Freunde, müsse jeder hart arbeiten und dürfe nichts vom Staat verlangen. Ach, der Staat dürfe natürlich auch nichts verlangen und habe sich aus allem rauszuhalten. Witzigerweise rufen aber auch die Republikaner als allererstes nach dem Staat, wenn Ihnen irgendwer (Iran, ein Hurricane, aufgeklärte Bildungsbürger) ans Bein pisst.

Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Freund von Sozialschmarotzern. Aber pauschal sagen, dass alle, die nicht mindestens der oberen Mittelschicht angehören, dem Staat nur auf der Tasche liegen, ist wohl ein wenig gewagt.

Und wie kann ich verlangen, dass alle sinnvoll für da Gemeinwohl und den eigenen Geldbeutel und die Steuerkasse arbeiten, wenn ich nicht einmal in der Lage bin, allen den Zugang zu Bildung zu gewähren? Und wenn ich schon subventioniere, dass die nächste Generation verfettet (McDonald’s und Taco Bell gehören zu den Hauptlieferanten für Schulkantinen, kein Witz. Eine Initiative für gesünderes Schulessen wurde auf höchste Ebene abgeschmettert. Denn das sei unamerikanisch! Check das!), darf ich mich dann wirklich wundern, dass diese fetten und dummen Menschen nicht in meinem Sinne arbeiten und Steuern zahlen?

Dann ist da noch die Sache mit der Kirche. Steht nicht irgendwo in der Bibel, dass man sich um die Armen kümmern müsse? Nächstenliebe und so? Wie passt das zusammen? Was den Glauben angeht, bin ich überzeugt davon, dass die meisten Amis eher Heuchler sind. So wahr mir Gott helfe dies, ich habs nur mit Gottes Hilfe geschafft das, ich danke Gott, dass ich bla bla bla. Und dann gehen sie nach Hause, prügeln Ihre Kinder, betrügen ihre Ehepartner, diskriminieren [irgendeine Minderheit] und ziehen sich ne Tüte rein. Practice what you preach! Oder halt die Fresse. Aber ich schweife ab…

Zurück zu Mittiboy: Auch mit seiner geographischen Bildung reiht sich Romney sehr gut bei seinen Parteikollegen ein. Syrien ist der Zugang Irans zum Meer. Aha.

Der Iran grenzt gleich mehrfach an Gewässer: Im Süden an den Golf von Oman und den Persischen Golf, im Norden ans Kaspische Meer. Ganz abgesehen davon, haben Iran und Syrien keine gemeinsame Grenze.

Aber hey, Sarah Palin bewies damals fundierte außenpolitische und geographische Kenntnisse, da sie ja von Alaska aus Russland sehen könne. Michelle Bachmann wollte, sollte sie gewählt werden, sogleich die Botschaft im Iran schließen. Ob es da überhaupt noch eine gibt (Nein!), hat sie vorher natürlich nicht gecheckt.

Überhaupt, wann ist das letzte Mal ein Republikaner durch Bildung, Sachkenntnis oder auch nur gesunden Menschenverstand aufgefallen? Oder wenns alles schon nicht da ist, wenigstens durch persönliche Integrität?

Der letzte republikanische Präsident war offensichtlich kein smarter Mann. Hinzu kam seine kleine Junkie-Vergangenheit. Aber kein Problem, gebt dem Kokser den Atomkoffer in die Hand. Yeha! Zum Vergleich, wieder die deutsche Regionalpartei aus dem Süden: Doktortitel nicht ehrbar erworben, zack, ab ins Exil.

Ich habe Angst davor, dass die Republikaner wieder an die Macht kommen könnten. In meinen Augen ist Obama alles, was zwischen dem Abgrund und der freien Welt steht, bezogen auf die USA. Ich habe keine Hoffnung, dass er die Hinterwäldler endlich zu aufgeklärten Bürgern macht, aber wenigstens verhindert die, dass diese Dumpfbacken etwas zu sagen haben.

Texas will den Wahlbeobachter der OSZD/ODIHR verbieten, sich in Texas den Wahlbüros zu nähern. Obwohl die USA Mitgliedsstaaten sind und verpflichtet sind, Wahlbeobachter zuzulassen. So etwas kennt man eigentlich nur aus Russland oder China oder Nordkorea oder Iran oder der Achse des Bösen im Allgemeinen. Und im gelobten Land bemerkt diese Schweinerei nicht einmal jemand.

Die Arroganz der USA ist grenzenlos. Und wenn sie sich nun auch noch einen grenzenlos arroganten Anführer wählen, dann Gnade uns [hier höhere Macht Ihrer Wahl einsetzen]

Music was my first love

Gestern gab es wieder diesen The Voice-Schrott. Das Thema Castingshows allein wäre schon einen Artikel wert (obwohl dazu alles gesagt ist) aber die Frage, die sich mir stellte: Warum gibt es heute nur noch Beliebigkeit in der Musik?

Unbekannte singen halbwegs bekannte Melodien und sind bald darauf wieder unbekannt. Der Interpret ebenso wie der Interpret. Oder ist davon auszugehen, dass die Massen in 20 Jahren noch immer zu I follow Rivers abgehen werden? Eher nicht.

Aber auch die vermeintlich großen Stars sind für mich austauschbar. Beyoncé? Interessant, kann ich aber auch nur ein einziges Ihrer Lieder mitsingen? Nein. Lady Gaga? Man ziehe die Outfits und die inszenierte Skandalträchtigkeit ab und was bleibt? Nichts! Rihanna? Überschätzt. J.Lo? Super heiß aber große Musikerin? Taio Cruz. Wer? Justin Timberlake? Talentierter Künstler. Aber auch ein großes Werk?

Versteht mich nicht falsch, zu den Machwerken dieser Damen und Herren kann man bestimmt super abgehen oder Staubsaugen. Aber ist das wirklich große Musik? Oder auch nur nachhaltig bei uns hängengeblieben. Ich habe das Gefühl, dass viele nur dafür berühmt sind, berühmt zu sein. Oder für ihren Arsch. Oder von einem Arsch verprügelt zu sein. Aber ich fürchte, schon in der nächsten Generation sind die vergessen.

Woran liegt das, dass heutzutage offenbar nur noch wenig bis keine Musik gemacht wird, die eine echte Chance hat auch noch in 100 Jahren gehört zu werden? Vergleichen wir dazu Musik vergangener Tage, sagen wir Bach, Beethoven, Mozart. Über Mozarts Arsch kann ich wenig sagen. Aber seine Musik ist noch heute relevant.

Nun, so weit brauchen wir eigentlich nicht zurück gehen. Näher dran, Abteilung Pop/Rock. We are the Champions, Bohemian Rapsody, I want it all, We will rock you! Richtig. Queen! Lang ist‘s her. Dennoch zeitlos, neue heute relevant, noch heute ergreifend. Ich bin mir jetzt nicht so sicher, ob ich Adele’s Rolling in the Deep (heisst das so?) in 20 Jahren noch erkennen würd. Aber seid euch mal sicher, das Intro von Thunderstruck oder Hell’s Bells wird mir noch immer Gänsehaut verursachen, der Highway to Hell wird hemmungslos mitgegrölt und zu nichts kann man die Sonnenbrille cooler sporten, als back in Black (ACDC, für die Ahnungslosen).

Aber wir müssen ja nicht nur auf die Gitarren schauen, obwohl es dort endlos zeitlose Klassiker gibt (Dire Straits – Money for nothing), Rolling Stones (obwohl, wenn ich‘s mir recht überlegt, kenn ich außer Satisfaction gar nichts von denen…).

Michael Jackson! Vor dem Earth Song hat der Mann großartige Musik gemacht, die ihn überdauert. Billie Jean, Beat, das Album Thriller ist eines, wenn nicht das prägendste R’n’B Album EVER! Hier ist das Werk größer, als der Künstler. Und das soll in meinen Augen das Ziel eines ernsthaften Künstlers sein. Sicherlich, seine Lebensgeschichte war bei der Legendbildung nicht hinderlich. Womit wir in der Kategorie Elvis sind. Das ein oder andere Machwerk kann ich bestimmt mitsummen. Aber er dürfte wohl eher für die extravaganten Outfits der Spätphase bekannt sein, als für richtig gute Musik. Was sagt uns das? Nicht nur heutzutage sind die Stars teilweise größer als ihr Werk, so scheint zumindest deren Anspruch.

Musiker sollten ihr Genre, ihre Zeit, durch ihr Werk prägen. Nicht durch bloß durch Style und Habitus.

Man wird sich wohl kaum an My Love don’t cost a thing erinnern. (Woran?). Aber an diesen Arsch schon! Nur wie lange?

 

Nachtrag: Wie konnte ich bloß ABBA in diesem Artikel vergessen? Niemand, der sich auch nur halbwegs mit Musik beschäftigt, kommt an diesen Großmeistern der Populärmusik vorbei. Selbst vermeintlich naive Titel wie Chiquitita bieten ein komplexes Arrangement und filigrane Melodieläufe, die bis heute ihresgleichen suchen. Der heutige Standardbaukasten (Uh Ah, Baby yeah, kombiniert mit stampfendem Beat, Einheitssynthis) kommt da nicht ansatzweise mit. Und das die Mädels von ABBA stimmlich einiges draufhatten, merkt man heute auch daran, dass selbsternannte Popsternchen bei DSDS, X-Factor, Germanys next Vollarsch, kläglich daran scheitern, diese Harmonien zu kopieren.

Felix Baumgartner

Wie viele Millionen andere habe ich mir den Rekordsprung von Felix Baumgartner angeschaut. Ich kann euch nicht sagen, warum ihr das gemacht habt. Aber ich kann euch sagen, warum ich das gemacht hab.

„Das hat doch einer schon vor 50 Jahren gemacht. Und mit der Weiterentwicklung der Technologie war das doch nichts tolles mehr.“ So oder so ähnlich kommentierte einer meiner Freunde das Ereignis. Darüber musste ich doch sehr schmunzeln. Ich bin da jetzt kein Profi. Aber ich stelle mir vor, dass Technologie mir zwischen dem Absprung und der Landung einen Scheiß weiter hilft.

„Die wollten doch alle nur sehen, ob er draufgeht. Pure Sensationsgeilheit.“ So oder so ähnlich ein anderer Freund. Dazu fiel mir erst einmal nichts Eloquentes ein.

Seit ich von diesem Sprung gehört hatte, war ich fasziniert. Man stelle sich das nur mal vor, da will jemand vom Rand des Weltraums zur Erde springen! Wie unglaublich ist das denn? Der Umstand, dass das jemand schon einmal in ähnlicher Form gemacht hatte, trübte meine Faszination nicht. Das war in den 1960ern, weit vor meiner Zeit. Und selbst wenn. Schmälert es diese Leistung wirklich? Ich glaube kaum.

Sensationsgeilheit? Wollte ich, dass etwas passiert? Um Gottes Willen, nein! Ich habe auch nicht ernsthaft damit gerechnet. Ich habe mir eingeredet, dass schon alles gutgehen wird.

Ich denke, man darf hier nicht mit vulkanischer Logik rangehen. Die Frage „Was soll das?“ darf man hier eigentlich nicht stellen. Denn wenn man die Frage „Was soll das?“ immer anwenden würde, nun, dann wäre die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass wir die Welt heute nicht da wäre, wo sie ist. In vielerlei Hinsicht wäre das gut. Aber in meinen Augen überwiegen die Vorteile. (Auto, Computer, iPhone, endlos fortzusetzen, was soll das)

Nein keine Logik, die Antwort lautet „Weil ich es kann!“

Und welcher „kleine“ Junge ist nicht von dem technischen Aspekt fasziniert? Ich habe den Aufstieg akribisch verfolgt, hatte mich informiert, auf welcher Höhe was passiert, etc. Als Felix Baumgartner dann die Checkliste durchging, saß ich mit klopfendem Herzen auf der Sofakante. Mein Sohn ist 4, machte sich über die Frage „Was soll das?“ herzlich wenig Gedanken. Er hatte so seine Schwierigkeiten, die Stratosphäre einzuordnen. Aber auch er saß vollkommen gespannt mit gebanntem Blick neben mir. Wie hab ich ihn darum beneidet, dieses Ereignis unbelastet von allen Kontroversen verfolgen zu können. Wann hat mich das letzte Mal ein Fernsehereignis so in den Bann gezogen. Ich würde sagen, zu letzt Obamas Vereidigung. Leider war das auch schon der Höhepunkt seiner Präsidentschaft. Aber das ist ein anderes Thema.

Als die Tür endlich aufging, raste mein Puls. Als er ausstieg stockte mir der Atem. Ich bekam Gänsehaut, als er salutierte „Jetzt komme ich heim.“ Wie kann man davon nicht ergriffen sein. Was muss das für ein Anblick sein, vor sich den Weltraum, unter sich ganz klein die Erde. Dann sprang er. Unglaublich. Als Felix ins Trudeln geriet, geriet ich fast in Panik. Als er sich stabilisierte, jubelte ich. Als er sprach, war ich glücklich. Er war nicht bewusstlos, hatte die Kontrolle. Oder eine Illusion davon. Als der Schirm aufging, rasten alle möglichen Emotionen durch mich. Als er landete, hätte ich beinahe geheult. Vor Glück, vor Erleichterung, vor Stolz auf diesen mir vollkommen unbekannten Menschen.

Nun muss ich mich wohl fragen lassen, warum? Was interessiert‘s mich, ich kenn den doch gar nicht, etc? Oh ihr Kleingeistigen. Hier hat sich jemand einen Traum erfüllt, gezeigt, wozu wir fähig sind. Das berührt mich. Sensationsgeil? Ja vielleicht, geil auf die Sensation, was das Team dort vollbracht hat.

Für mich ist Felix Baumgartner ein Held. Und die heutige Zeit braucht Helden. So dringend, wie nie zuvor. Felix Baumgartner kann auch meinem Sohn als Vorbild dienen. Für das, was man schaffen kann, wenn man hart dafür arbeitet. Mir tun alle die leid, die sich nicht dafür begeistern konnten, die das kleine Kind so tief in sich vergraben haben, dass sie zu cool sind.

War die Aktion leichtsinnig? Keine Frage! Würde ich wollen, dass mein Sohn aus der Stratosphäre hüpft? Himmel, nein! Aber genau deshalb ist Felix dieses Vorbild. Er hat sich nicht von der kleinen Welt der anderen einschränken lassen. Er hats einfach getan! Warum? Weil er es kann!

Nachtrag 27.01.2016: Nach seinen verbalen Entgleisungen zum Thema Flüchtlinge möchte ich mich vom Menschen Felix Baumgartner ausdrücklich distanzieren. Ein solcher Typ soll meinen Kinder nicht als Vorbild dienen. Seine sportliche Leistung bleibt unbestritten. Aber menschlich ist der Typ offenbar eine Vollsechs.