Mutter vom eigenen Sohn erschossen

Ich lese gerade diesen Artikel hier: http://www.washingtonpost.com/news/morning-mix/wp/2014/12/31/the-inside-story-of-how-an-idaho-toddler-shot-his-mom-at-wal-mart/?postshare=6701420024228986

Zusammengefasst, Mutter geht mit zweijährigem Sohn einkaufen, der spielt mit ihrer Handtasche, nimmt die Pistole raus, die drinsteckte, und schießt seiner Mutter in den Kopf.

Was für eine Tragödie. Die so einfach hätte verhindert werden können. Wofür brauche ich eine geladene Waffe, wenn ich mit meinem Sohn einkaufen gehe? Und wenn ich schon unbedingt eine Waffe dabei haben muss, wie kann es sein, dass der kleine Junge da rankommt?

Mir tut die Familie sehr leid, besonders der Junge. Was wird das in ihm auslösen, wenn er erst mal realisiert, dass er seine eigene Mutter erschossen hat? Gestern noch Kleinstadtidylle im Backcountry, heute alles zerstört.

Aber bei allem Mitleid, ich kann das nicht einfach nur als Unfall abtun. Die Mutter ist, ohne zynisch klingen zu wollen, nicht unschuldig an ihrem eigenen Tod. Warum hatte sie eine geladene Waffe dabei? War es so gefährlich, dort wo sie einkaufte? Wenn ja, warum hatte sie ein kleines Kind dabei? Ich würde meine Kinder nirgendwo mit hinnehmen, wo ich eigentlich eine Waffe bräuchte, um sie zu verteidigen.

Oder fand sie es einfach nur geil, Waffen zu tragen? Aber was ist daran geil? Und warum lässt sie die Waffe dann, wenn auch nur kurz, unbeaufsichtigt?

Die Geschichte ist mal wieder ein Beleg dafür, dass die USA ihre Waffengesetze überdenken sollten, Verfassungszusatz hin oder her. Wenn keiner Waffen mit sich rumträgt, muss auch keiner Angst haben, erschossen zu werden. Denn überall, wo Waffen getragen werden, wartet die Tragödie nur darauf, einzutreten. Selbst in Deutschland, wo so gut wie keiner mit ner Knarre rumlaufen darf, passiert dann und wann so ein Unfall. Nur eben viel, viel seltener. Eben genau weil wir strikte Waffengesetze haben.

Aber selbst wenn meine Verfassung mir das Recht auf Waffen einräumt, warum muss ich mir dieses Recht auch nehmen? Es ist wie jedes Recht. Es ist gleichzeitig auch eine Verantwortung. Nur weil ich das Recht auf freie Meinungsäußerung habe, heißt das nicht, dass ich ständig unreflektierten Scheiss von mir geben muss. Und so ist es auch mit den Waffen.

Vielleicht sollten sich die Amis das mal fragen. Ist es mir wichtiger, dass Mami nach Hause kommt? Oder ist es mir wichtiger, dass ich mit ner Knarre rumlaufen darf? Eigentlich krass, dass man so eine Frage überhaupt stellen muss.

Wo leben wir eigentlich? Rundumschlag

Wo leben wir eigentlich? Schon lange habe ich in dieser Kategorie nichts mehr veröffentlicht. Warum eigentlich nicht? Die Welt steht so sehr in Flammen, ich könnte eigentlich ganze Bände füllen. Jeden Abend, wenn ich mir die Tagesschau antue, rege ich mich so sehr auf, die Tasten müssten glühen.

Denn was sehe ich da?

Machtgeile Politiker, besoffen von sich selbst, die im Brustton der Überzeugung daherschwallern, warum sie die Welt schon wieder ein bisschen schlechter gemacht haben.

Menschen, die sich gegenseitig abschlachten, im Namen eines Gottes, eine kruden Idee, des Geldes.

Weltmächte, die schon lange den Anschluss an jedwede Zivilisation verpasst haben.

Regierungen, die Genozid mit Genozid rechtfertigen.

Zeitungsmacher, die allein aus Prinzip immer wieder Brände legen, anstatt sie zu löschen.

Und die Liste geht endlos weiter.

Ein Freund fragte mich heute, wenn denn alles so furchtbar sei, warum ertrage ich es dann und gehe nicht auf die Strasse? Ja, warum eigentlich nicht? Meine mittlerweile total abgenutzte Antwort: weil ich zu viel zu verlieren habe. Tja, nur leider betrüge ich mich selbst, denn wir haben schon so viel verloren. Und wenn wir nicht endlich etwas tun, dann ist der Rest bald auch weg. Unsere Freiheit zum Beispiel.

Um uns vor Terror zu schützen, terrorisieren wir uns jeden Tag selbst. Die heutige Welt ist der feuchte Traum eines jeden Geheimdienstlers. Endlich alles wissen. Von jedem jederzeit. Im Namen der Freiheit, auf die wir westlichen Demokratien ja so stolz sind.

Wenn wir fliegen wollen, müssen wir dem Ankunftsland so gut wie alles über uns preisgeben. Jedes Fitzelchen unserer Daten könnte ja auf einen Terroranschlag hindeuten. Das nennt ihr Freiheit? Kontrollen am Flughafen sind mitunter gründlicher, als meine letzte Darmspiegelung. Minutenlang muss man in wenig mehr als Unterwäsche auf kalten Fliesen darauf warten, an Stellen privatesten Stellen berührt zu werden, während alle anderen zuschauen. Würde bitte zu Hause lassen. Das ist natürlich die totale Freiheit.

Um ja keinen möglichen Anschlag zu vermeiden, wird unsere gesamte Kommunikation irgendwo gespeichert. Freiheit?

Wir sind alles andere als frei.

Sicher, ich kann hier alles möglich sagen. Ich kann sogar alles mögliche tun. Aber die Gewalt über meine Freiheit habe ich doch längst verloren.

Natürlich kann ich sagen, dass Land XY NICHT das tollste Land der welt ist. Aber vielleicht komme ich dann halt auf eine No Fly Liste. Von der freien Meinungsäusserung zum Attentat ist es ja bestimmt nicht weit, davor muss eine Nation sich schützen dürfen.

Freiheit? Richtet ihr.

Aber warum gleich das ganz große Rad drehen? Verzweifeln kann man auch, wenn man hier bleibt.

Bundeskanzlerin Merkel!

Wofür steht die Frau eigentlich? Wofür steht die ganze politische Elite unseres Landes? Zum Wohle des Volkes? Wohl kaum. Demokratie? Am Arsch!

Demokratie, die Herrschaft des Volkes. Das Volk ist der Souverän. Soweit die Theorie.

Stellt euch mal kurz vor, ihr seid nicht besonders reich, ihr habt keine einflussreiche Lobby, ihr seid also genau die, die ihr im Moment auch seid: Wann genau hat sich durch die Politik unserer Volksvertreter wirklich für euch persönlich etwas zum besseren gewendet? Irgendetwas? Kommt schon, da muss es doch was geben. Die Politiker haben doch einen Eid geleistet, unseren Nutzen zu mehren. Nein? Nichts? Hm, bei mir auch nicht.

Wann ist die Führung unseres Landes wirklich konstruktiv die großen Themen unserer Zeit angegangen? Medizinische Versorgung, Altersvorsorge, Familienpolitik, Absicherung vor den Auswüchsen des Kapitalismus, etc?

Die Antwort auf die Rentenlücke war persönliche Vorsorge. Ach, ein nicht unerheblicher Teil kann sich das gar nicht leisten? Ja, blöd das. Sollen die halt sehen, wo sie bleiben. Macht doch Riesterrente. Wie, Riester rechnet sich am Ende gar nicht? Das kann nicht stimmen! Dann bleibt ihr später halt arm.

Kleiner Einschub: Damit später noch jemand Rente erhält, muss auch später noch jemand in die Kassen einzahlen. Damit jemand später einzahlen kann, muss er jetzt geboren werden. Da wäre es doch ganz clever, allein aus Selbsterhaltungstrieb, ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen. Aber nein, wer jetzt unbedingt Kinder haben will, der soll halt sehen, wie er das gewuppt bekommt. Und wir tun doch soooo viel. Elterngeld auf Arbeitslosengeld-Niveau. Und dann gibt’s ja auch noch Kindergeld. Und wenn jemand sich aus der Wertschöpfungskette ausklinken will, weil’s Kind ja nur zu Haus adäquat betreut werden kann, dann subventionieren wir das auch noch. Und nicht zu vergessen, die unermesslichen Steuervorteile, die den Gründern der uns in Zukunft ernährenden Generation gewährt werden. Da könnt ihr Eltern jetzt aber mal wirklich ein wenig Dankbarkeit zeigen.

Na, fühlt sich immer noch jemand als der herrschende Souverän?

Und das ist alles nur Kratzen an der Oberfläche. Aber es musste raus, sonst wäre ich noch heute geplatzt. Man möge mir die nur sehr rudimentäre Struktur dieses Rants verzeihen.

Ich werde versuchen, mich in den nächsten Ausgaben auf jeweils nur ein Thema zu beschränken. Versprechen kann ich es nicht.

Familienfreundlichkeit – Ja, schön wärs

Aus der Groko kommt aktuell der Vorschlag, eine 32 Stunden Woche für Eltern einzuführen, die wie Vollzeit bezahlt wird. Ja, eigentlich super. Nur leider allein nicht wirkungsvoll. Und dann gibt’s da die kinderlosen Hater, die der Meinung sind, uns Familien wird alles in den Allerwertesten geblasen.

Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass die Arbeitgeber davon überzeugt werden müssen, hilft eine Verkürzung der Arbeitszeit nur bedingt. Damit wir unsere Kinder betreuen können, arbeite ich Vollzeit und meine Frau Teilzeit auf 30 Stunden. Nach dem neuen Modell hätte ich zwar mehr Zeit, meine Frau dagegen weniger. UND: bei 32 Stunden/Woche sind die Öffnungszeiten unserer KITA gar nicht ausreichend. Die öffnet um 7:30 Uhr und schließt um 15:00 Uhr.

Nun, dass sind 37,5 Stunden die Woche, das passt doch super mit den 32! Nein, tut es nicht. Zu den 32 Stunden kämen ja noch Minimum 3 Stunden Zwangspausen hinzu (Arbeitsschutz) und 10 für pendeln. Sind also 45 Stunden. Die Öffnungszeiten der KITA reichen also nicht aus. 

Zwar bringe ich die Kids morgens hin, wir können also vom Modell meiner Frau noch mal 5 Stunden abziehen. Dennoch ist da ein Gap.

Nur hat die KITA gar nicht genug Personal, um länger zu öffnen. Denn Deutschland bezahlt Erzieherinnen (und Erzieher) nicht wesentlich besser als Leiharbeiter für die Spargelernte. Und Vollzeitstellen sind in dem Bereich rar.

Für den Fall, das Personal würde besser bezahlt würden aber bestimmt die Gebühren steigen. Das wiederum kann ich mir nicht leisten. Aktuell kostet uns die Betreuung von zwei Kinder 500 EUR im Monat. Und das auch nur, weil’s Mengenrabatt gibt. Der Listenpreis wäre 750 EUR.

Und somit wären wir beim Geld und den o.g. Hatern.

Wie oft habe ich es schon gehört, da beschweren sich kinderlose Singles, dass sie ja soooo belastet werden mit Steuern. Und die Steuern müssten sie für uns zahlen, weil ja Familien alles vom Staat bekommen. Ja genau…NEIN!

Steuerklasse 4 sorgt nicht gerade dafür, dass ich brutto für netto nach Hause gehe. Und mein Gehalt muss ja nicht nur für mich reichen. Davon muss ja auch mindestens ein weiteres Wesen ernährt, gekleidet, transportiert, etc. werden. Ferner habe ich Kosten für Kinderbetreuung, die der kinderlose Single nicht hat. Ich benötige mehr Wohnraum, größere Versicherungen, die Liste lässt sich beliebig verlängern.

Man kann also getrost davon ausgehen, dass ein kinderloser Single bei vergleichbarem Bruttolohn, deutlich mehr unterm Strich zur freien Verfügung hat, als ich.

Versteht mich nicht falsch, ich hab’s mir ausgesucht, Kinder zu haben, ich will mich nicht beschweren. Das heisst aber nicht, dass ich mir Blödsinn gefallen lassen muss.

Und mal darüber hinaus: Ich habe meinen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Generationenvertrages geleistet. Der kinderlose Single eher nicht so. 🙂 Also, dafür darf ich dann ja wohl die eine oder andere Extrawurst vom Staat erwarten, oder?

Wo ich aber zustimme ist, dass Leistungen für Familien ungerecht aufgestellt sind. Kindergeld ist immer gleich hoch, es sollte sich aber am Einkommen der Eltern bemessen. Ein Millionär benötigt wohl kaum Zuwendungen in selber Höhe wie ich mit meinem Allerweltsgehalt. Die Herdprämie ist auch so ein Beispiel für steuerlichen Schwachsinn. Weg damit. Ich weine Frau Schröder keine Träne nach. Die hatte es mal so überhaupt nicht drauf.

So, aber wie machen wir das ganze hier nun familienfreundlich? Kürzer Arbeitszeiten, ja, unbedingt. Aber auch die Möglichkeit, ohne großes Gebettel zu Hause zu arbeiten, wenn’s der Job hergibt. Für meinen Job muss ich nicht zwingend 5 Tage / Woche in meinem Büro sitzen. Internet und Laptop reichen nahezu völlig. Flexiblere Arbeitszeiten, erst im Büro und dann vielleicht Abends, nachdem ich die Kinder von der Kita geholt habe, mit ihnen beim Fussballtraining war, sie gebadet habe, etc., noch n Stündchen Mails bearbeiten. Wo ist das Problem?

Ich will keine Geschenke. Aber ich will ein wenig Anerkennung. Ich arbeite genauso hart, wie der kinderlose Single. Aber gleichzeitig ziehe ich auch die nächste Generation heran. Dass mir unsere Gesellschaft dabei ein wenig unter die Arme greift, ist wohl nicht zu viel verlangt!

Die Macht des Glaubens

Würdet ihr bei einem Schnupfen um ein Feuer tanzen? Würdet ihr bei Kopfschmerzen heilende Geister beschwören? Oder bei einer Magen/Darm-Grippe ein Opfer für den Waldgott bringen? Nein? Warum nicht? Ihr nehmt doch auch Zuckerkügelchen gegen eure Wehwehchen!

Nüchtern betrachtet ist Homöopathie reinste Esoterik. Wir belächeln Hippies und Hexen. Aber die „Medikamente“ aus diesem Dunstkreis nehmen wir voller Ernsthaftigkeit. Entwickelt wurde das ganze 1796 vom einem deutschen Arzt namens Hahnemann. Die Idee dahinter: man nehme einen Stoff, der bei gesunden wohl ähnliche Symptome auslösen würde, wie die, die nun zu heilen sind und verdünne das ganze mit Wasser und Zucker. Das Problem: der eigentlich „Wirkstoff“ ist nun überhaupt nicht mehr nachweisbar. Was soll da also helfen?

Einer meiner besten Freunde wollte mir das so beschreiben: wenn wir aufgeregt sind, schüttet unser Körper Adrenalin aus. Das sei auch eine sehr geringe Menge, dennoch mit großer Wirkung.

Dem stimme ich erstmal zu. ABER: die Konzentration des Adrenalin wäre im Blut nachweisbar. Der Wirkstoff bei den Kügelchen ist es, sh. oben nicht mehr.

Jedoch will ich dieser Pseudowissenschaft nicht gänzlich die Wirkung absprechen:

Klinische Studien nach wissenschaftlichen Standards konnten keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nachweisen. Erfolge einer Behandlung werden somit ihrem Umfeld, nicht dem Mittel selbst zugeschrieben […] (Quelle: Wikipedia)

Aha!

Unbestreitbar ist der Glauben eine mächtige Waffe. Wenn ich glaube, es geht mir besser, ist diese subjektive Empfindung nicht zu widerlegen!

Insofern können homöopathische Mittel etwas gutes haben.

Mein Problem damit ist nur, dass keine objektive Heilung feststellbar ist und dass mir die Anhänger von Hahnemann weiß machen wollen, das seien echte Medikamente!

Sie sind es nicht, es wird für eine Besserung der Glauben des Patienten vorausgesetzt. Und noch mal, man fühlt sich dann nur besser. Man ist keineswegs gesund.

Mein nächstes Problem: die Krankenkassen finanzieren diesen Blödsinn. Belegbare Wissenschaft bleibt dabei auf Strecke.

Und: ist es wirklich der richtige Weg, unseren Kinder einzutrichtern, dass es gegen jedes Wehwehchen eine (Zucker)Kugel gibt?

Habt ihr schon mal versucht, ein gebrochenes Bein wegzuglauben? Oder eine offene Wunde? Klappt nicht wirklich gut, oder?

Noch mal, der Glaube ist nicht unerheblich für eine Heilung. Aber Homöopathie ist doch wohl eher etwas fürs die Seele, nicht den Körper.

Bitte, gebt gerne euer Geld dafür aus, glaubt woran ihr wollt! Aber bitte hört auf, meine Krankenkassenbeiträge für so etwas zu verschwenden. Danke.

Papa, warum rauchst Du?

…fragte mich erst kürzlich mein Sohn (5 Jahre). Ich hatte keine gute Antwort.

Wie auch? Es gibt einfach keine!

Ich glaube kaum dass mein Sohn Antworten wie:

  • Hilft das Eis in neuen Gruppen zu brechen
  • Wirkt gegen Langeweile
  • Verschafft einem bezahlte Kurzpausen
  • Dient als Ventil bei Stresssituationen

oder ähnlich lahme Ausreden hätte gelten lassen. Und jetzt mal ehrlich, wenn man mal kurz eine Auswahl der Gegenargumente anschaut:

  • Es stinkt
  • Man selbst stinkt
  • Es verkürzt das Leben
  • Es sieht scheiße aus
  • Es kostet Unsummen an schwer verdientem Geld

sollte Nichtrauchen eigentlich ein No Brainer sein, oder? Und nein, egal was im Tabak steckt, Rauchen schmeckt nicht! Jeder, der etwas anderes behauptet hat entweder nicht nur Tabak geraucht oder sich schlicht den Geschmacksnerv weggequalmt.

Noch nie hat mir jemand gesagt, dass ich mit Fluppe cool aussehe. Rauchen hat mir keinen Schlag bei den Damen verschafft. Ich habe durch Rauchen nicht mehr Freunde bekommen. ABER mir ging es schon mehrfach körperlich schlecht nach dem Rauchen. Wie oft stand ich schon bei furchtbarsten Wetter alleine in der Kälte, um meine Dosis zu bekommen? Wie oft bin ich nachts los zur Tanke, weil der Jieper auf ein paar Züge Rausch zu groß waren?

Muss ich hier wirklich rational begründen, warum Rauchen schlecht ist? Gut, dann noch ein paar mehr Fakten:

  • Nikotin hat ein größeres Suchtpotential als die meisten „harten“ Drogen
  • Rauchen verfärbt die Zähne, egal wie oft man schrubbt
  • Der Schaden, den Kippenstummel – abseits von Waldbränden – in der Natur anrichten, ist immens.
  • So wird beispielsweise das Grundwasser kontaminiert

Also, es gibt wirklich überhaupt keinen Grund, zu rauchen, sofern man seine Sinne zusammenhat und nicht lebensmüde ist. Sicher, meistens habe ich gerne geraucht. Es ist schon gemütlich, nach einem üppigen Mahl im Foodcoma zu liegen und an der Fluppe zu ziehen. Und wenn man am Feuerkorb sitzt und ganz männlich in die Glut starrt, da passt die Kippe bestens. Und Bier auf Party ohne Glimmstängel? Come on.

Aber Freunde, what if I told you, das sind alles nur Verhaltensmuster, die wir uns mit Unterstützung der Werbung mühsam angeeignet haben? Hat auch nur irgendjemand nach seiner ersten Kippe gesagt: Wow, ist das geil? Nein! Die meisten von uns hatten einen Hustenanfall und nicht wenige haben gekotzt. Dennoch haben wir weitergemacht. Wir haben uns mühsam an den „Geschmack“ gewöhnt, so lange, bis unser Hirn der Meinung ist, nicht mehr ohne zu können.

Die Zigarettenindustrie macht uns mit Absicht abhängig und jetzt kommen sie auch noch daher und sagen, wir armen Raucher werden diskriminiert. Oh bitte. Wir Raucher verpesten die Luft und wenn die Nichtraucher zu Recht vor uns geschützt werden sollen, dann werden WIR diskriminiert? Ich als Raucher habe das Rauchverbot in Gaststätten begrüßt! Wer kann sich denn heute noch vorstellen, ein teures Steak neben einem vollen Aschenbecher zu verspeisen? Und jetzt mal ehrlich, welcher Raucher kann ernsthaft behaupten, Rauchen sei supertoll und am Besten sollten alle Kinder sofort damit anfangen?

Aber zurück zu der Frage meines Sohnes.

Ich hatte also keine Antwort. Stattdessen habe ich beredt geschwiegen. Und mir kurz vorgestellt, wie es so wäre, wenn ich meinen Sohn nicht aufwachsen sehen könnte, weil Papa leider an Lungenkrebs verreckt ist. Wenn ich nicht dabei wäre, wenn er heirate, weil mein Kehlkopf leider nur noch Matsch war?

Sicher, es gibt keine Garantie, dass mich das Rauchen gekillt hätte. Mein Großvater hat jahrelang 3 Pack am Tag geracuht und Krebs gehörte am Ende nicht zu seinen Problemen. Aber warum soll ich da mit meinem Leben spielen? Das wäre doch total dumm, oder? Und ich bilde mir doch soviel darauf ein, dass ich kein dummer Mensch bin. Bin ich es wirklich nicht?

Ich bin mittlerweile recht stark vom Rauchen abhängig. Nicht so sehr körperlich, ich habe keine Entzugserscheinungen, wenn ich mal länger nicht rauchen konnte. Aber geistig. Ständig denke ich „jetzt ne Kippe wäre ganz cool“.

  • Pause im Meeting
  • Nach dem Essen
  • Zum Feierabend im Garten
  • Beim Grillen
  • Beim Sport (ja, jetzt guckt nicht so)
  • Beim Autofahren
  • Am Lagerfeuer
  • und so weiter und so fort

Ich rauche jetzt seit fast 20 Jahren und so gut wie jede Lebenssituation könnte ich mit Rauchen verbinden. Und das muss aufhören.

Ich will meine Kinder aufwachsen sehen, ich will ihnen ein gutes Vorbild, ich will nicht zu diesen Asis gehören, die mit Kind an der Hand rauchen. Ich will nicht fremdbestimmt sein. Ich will nicht stinken. Ich will keine gelben Stummel im Mund. Ich will leben!

Seit einer Woche habe ich nun keine Kippe mehr angerührt. Ich schlafe besser, ich bin nicht so schnell aus der Puste, ich kann in den Spiegel sehen und sagen „Ja, ich werde ein guter Vater sein!“ Ich vermisse es nicht mal wirklich. Diesmal will ich es schaffen!

Eigentum verpflichtet

Grundgesetz, Artikel 14 (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Tut es das?

Haben sich die Eigentümer eigentlich jemals daran gehalten? Und warum zwingen wir sie nicht dazu?

(Für zweifellos auftretende Schwächen in der Struktur im weiteren Verlauf bitte ich um Entschuldigung.)

Ich spreche ich jetzt hier nicht vom kleinen Hausbesitzer, der einfach keinen kostenlosen anbietet. Auch nicht vom Porschebesitzer, der selbigen nicht kostenlos verleiht. Ich rede vom Kapital, von der Wirtschaft.

Ich gehe mal davon aus, dass wir uns alle darauf einigen können, dass ein Wirtschaftsunternehmen möglichst rentabel arbeiten sollte. Und das es seine eigene Zukunft sichern sollte. Und ich spreche auch keinem Stakeholder ab, dass er mit seinem Investment Geld verdienen möchte. Aber dann? Wo fängt das Unternehmen nun an, der Allgemeinheit zu nutzen?

Nehmen wir als kleinen Teil der Allgemeinheit das Personal. Leider allzu oft wird das Personal nur als Mittel zum Zweck gesehen, als Teil der Maschinerie, als Kostenfaktor. Und wenn der Gewinn nicht dem Wunsch des Eigentümers entspricht, wo wird zuerst eingespart? Richtig, beim Personal. Nur sind das eben nicht leblose Teile des Systems, die Menschen, die in einem Betrieb arbeiten sind dessen Seele und sollten auch Teil dessen Zweck sein. Denn schließlich hat das Kapital auch eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeitern. Und das kann eben nicht nur bedeuten, dafür zu sorgen, dass bei der Arbeit keiner umkommt und der Lohn pünktlich gezahlt wird (und selbst das wird zu häufig nicht beachtet); nein, die Fürsorgepflicht bedeutet auch, dass die allermeisten Angestellten wirtschaftlich abhängig sind von Ihrer Firma.

Und das macht sie eben nicht nur zu einem Kostenfaktor, dass sollte Sie auch zum Zweck der Arbeit machen.

Ganz klar, es kann nicht alleiniges Ziel eines Betriebes sein, seine Mitarbeiter in Lohn und Brot zu halten. Siehe oben, wir brauchen Gewinn und Zukunftssicherung. Und manchmal muss man tatsächlich Menschen kündigen, um das Überleben der restlichen Firma zu sichern. Aber ich wage zu behaupten, das kommt in Wahrheit weit weniger oft vor, als uns die Wirtschaft glauben machen will und spüren lässt.

Denn solange ein Unternehmen nach Steuern, Kosten und Investitionen Gewinn macht, gibt es schlicht keinen Grund, die Leben der (Ex-)Angestellten zu zerstören. Denn wenn es einfach keine reale wirtschaftliche Notwendigkeit gibt, jemanden zu feuern, dann sollte man es auch nicht tun (dürfen), nur um die Investoren zu beruhigen.

Der Aktienkurs hat sich schon lange von realer Wirtschaftsleistung entkoppelt und als die Dotcom-Blase vor gefühlten Ewigkeiten platzte, war das für jedermann zu sehen. Kleiner Ausflug in die Vergangenheit gefällig? EM.TV war zeitweise mehr wert, als so mancher große DAX-Konzern. Wir erinnern und, EM:TV handelte unter anderem mit den Senderechten für (teilweise Uralte) Film und Serien. Sie haben nichts hergestellt und keinen wirklichen Wert geschöpft. Und dennoch waren die Anteilscheine mehr Wert, als von großen Unternehmen, die tatsächlich etwas Greifbares herstellten, die echte Werte schöpften, etc. Tja, und dann waren sie pleite. Denn dem fiktiven Börsenwert standen leider überhaupt keine echten Werte gegenüber. Überhaupt keine!

Also, eigentlich sollte der Aktienkurs total schnuppe sein. Er drückt nur aus, was einige wenige GLAUBEN, was dieses Unternehmen wert sei, nicht den realen Wert.

Also, wie ich schon sagte, entscheiden sollte das sein, was real erwirtschaftet wird. Und wenn das OK ist, dann muss man seine Leute unbedingt beschützen.

Und das bringt mich zurück zum Titel, Eigentum verpflichtet. Wenn mir ein großes Stück Kapital gehört, wie eine Firma, dann habe ich eine Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber, der ich mich nicht entziehen darf. Ich muss meine Leute in Lohn und Brot halten, solange es vertretbar ist (und über dieses vertretbar kann man leider vortrefflich streiten). Damit erfülle ich meine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft dadurch, dass diese Leute keine Transferleistung benötigen und ein positives Signal für den gesamten Arbeitsmarkt gesendet wird.

Aber ich will mich hier nicht zu eng fassen. Denn wir erfüllt das Kapital auch anderweitig seine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft? Viele Unternehmen verstecken sich hinter irgendwelchen nebulösen Nachhaltigkeitsberichten. Sie spenden für irgendwelche sinnlosen Natur“schutz“projekte, sie loben einen Preis für die beste Jugendarbeit in Sportvereinen aus, die Liste an Scheinengagement lässt sich endlos fortsetzen. Aber was davon ist wahrhaftig Nachhaltig? Richtig, gar nichts. Denn die wirklichen dringenden Projekte geht irgendwie keiner an. Klimaerwärmung, Unkontrollierte Ausbeutung von Rohstoffen und Arbeitskräften, Profitgier, Wohlstandskrankheiten (Fettleibigkeit wird uns irgendwann noch einmal richtig um die Ohren fliegen)… Auch diese Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Nur leider lässt sich nichts damit verdienen, die echten Probleme anzugehen. Aber wenn das Kapital das endlich mal tun würde, DANN würden sie endlich genügend Ihrer Verpflichtung nachkommen!

Straight to Hell Pt. II / Können wir uns nicht alle lieb haben?

Jetzt habe ich schon einen Monat nichts mehr geschrieben. Ich hatte einfach keine zündende Idee. Obwohl, man muss sich ja nur die Tagesschau ansehen und schon ist mehr als genug Mist da, über den man sich auslassen könnte.

Und ständig frage ich mich, sind die da oben wirklich so blöd oder machen die das mit Absicht? Und wenn die „das“ mit Absicht machen, glauben die ernsthaft, wir merken das nicht? Oder spekulieren „die“ darauf, dass wir uns auch weiterhin ruhig verhalten?

Brot und Spiele haben schließlich schon immer gewirkt, um den Pöbel ruhig zu halten.

Und wie ich schon schrieb, wir haben wohl noch zu viel zu verlieren, um wirklich etwas verändern zu wollen.

[…]

Eigentlich ging es hier noch lange Absätze weiter, soziale Ungerechtigkeit, der kleine Mann muss für die verspätete Windparkanbindung die Zeche zahlen, Waffenlieferung in Krisenregionen, NRA, etc. pp.

Und als ich das dann so las, wurd mir schlecht. Einerseits wegen der Schlechtigkeit der Welt, andererseits, weil mir eben dies eine handfeste Depression verschaffen könnte.

Und ändert das wirklich etwas, wenn ich „aufdecke“, dass wir den Mächtigen scheißegal sind? Dass es denen nicht um unser Wohl geht, sondern nur um Machterhalt?

Da werden Armutsberichte geschönt, die Medien berichten darüber und was passiert? Nichts!

Wir, denen uns das wichtig wäre, sind selbst nicht wichtig genug. Und die Wichtigen, denen ist ihre eigene Wichtigkeit viel wichtiger. Macht korrumpiert.

Dass die Mittelschicht schrumpft und das nicht gut ist, hat wohl jeder mitbekommen. Und was passiert? Nichts.

Herdprämie: Jeder weiß, dass das Betreuungsgeld der letzte Müll ist. Denjenigen, die sich keinen KITA-Platz leisten können, den helfen auch 100,00 € nicht wirklich weiter, wenn sie dafür nicht arbeiten gehen. Und die, die nicht arbeiten gehen müssen, die brauchen auch diese 100,00 € nicht. Das Betreuungsgeld ist lediglich ein Zugeständnis an eine Regionalpartei aus Bayern. Hierzu lege ich den SPIEGEL-Artikel von vor einigen Wochen jedem ans Herz.

Die Beispiele sind Legion. Nur könnte es die Mächtigen zu viel kosten, das Richtige zu tun. Und deshalb tun sie nichts. Und solang wir nicht revoltieren, ändert sich das auch nicht. Darüber hinaus würde es auch dann nicht besser werden, wenn die Gerechten an die Macht kommen. Denn wie gesagt, Macht korrumpiert. Und dann geht’s von vorne los.

Was also tun?

In meiner Traumwelt werden wir regiert von einem guten, weisen und gerechten König. Dessen Ratschluss ist immer über jeden Zweifel erhaben. Ihm zur Seite steht ein ebenso edler Rat von integeren Frauen und Männern, die den König beraten. Quasi Artus plus Gandalf.

Demokratische Strukturen sind nicht abgeschafft. Jede Gemeinde schickt einen Gesandten in die Kreisversammlung, jede Kreisversammlung wiederum einen Gesandten in die Länderversammlung, jedes Land einen in die Bundesversammlung aka Königsrat.

Die Vergütung ist auskömmlich, weckt aber keine gesteigerten Begehrlichkeiten. Die Gesandten werden regelmäßig neu gewählt, für eine Abwahl reicht eine einfache Mehrheit. Vorteilsnahme wird drakonisch bestraft.

Unsere Gesellschaft wäre ein liberales Forum des Miteinanders. Niemand (Religionsgruppen, Aktivisten, etc) dürfte Toleranz fordern, die er selbst nicht zu geben bereit ist. Es steht jedem Frei an einen Gott, mehrere Götter oder einen Baum zu glauben. Aber der Glauben wird wieder Privatsache. Eine allgemeine Kirchsteuer gibt es nicht, ob nun direkt oder indirekt.

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die des anderen beginnt. Die Schwachen würden von den Starken getragen. Wir würden die hehren Werte des heutigen GG und AGG leben. Kräfte, die diesen Konsens stören wollen, werden verbannt. Extremismus wird von der Gesellschaft nicht toleriert. …tbc…


Wäre das nicht herrlich? Gerechtigkeit und Wahrheit über alles. Aber ich habe da so ein Gefühl, dass das meine Traumwelt bleiben wird…

Immer on

Dieser Text ist zwar schon ein wenig älter, aber dadurch nicht weniger wahr.

Die korrekte Antwort auf die Frage: Warum iPhone, warum überhaupt Smartphone müsste eigentlich lauten: „Ich verstehe die Frage nicht?“ Gerne versuche ich mich dennoch an einer Antwort.

Habe ich mein iPhone vermisst, bevor ich es hatte? Definitiv nein. Könnte ich jetzt auch nur den Müll rausbringen, ohne es dabei zu haben? Definitiv nein.

Natürlich ist der Markt ein Stückweit künstlich erschaffen.
Genau wie die meisten Konsummärkte.

Aber auf die Eingangsfrage gibt es keine einzelne Antwort, die ist sehr vielschichtig.

Warum Smartphone? Ich bin eigentlich permanent online. Ich habe das persönliche Bedürfnis, Belanglosigkeiten genauso wie mir wichtige Themen in Echtzeit der Öffentlichkeit mitzuteilen. Da könnte man jetzt therapeutisch tiefer einsteigen, aber nehmen wir es einstweilen als gegeben. Ebenso habe ich das Bedürfnis, die Mitteilungen anderer zu erfahren, genauso wie Nachrichten, Gossip, Sportnews.

Darüber hinaus will ich mich nicht morgens am Arbeitsplatz von drölfzig Mails überraschen lassen. Dienstliche Mails um 23:00 ist zwar manchmal eine Qual. Aber hey, ich fühl mich auch gerne wichtig im Job. Und manchmal geniesse ich es auch, Mails nicht alle sofort zu lesen sondern in Ruhe in der Bahn. Für all das brauch ich eine mobile Lösung. Daher Smartphone.

Warum iPhone? Fangen wir außen an. Die Optik, die Haptik. Das kann keiner besser , hands down.
Das Display, sauber und aufgeräumt, keine billigen Neonfarben, keine asymetrische Überladung, es wirkt sachlich und seriös. Ich mag das.
Gehen wir rein. Die Bedienung, als wenn „intuitiv“ hier erfunden worden wäre! Mehr braucht man nicht sagen.
Gehen wir noch tiefer, die Technik. Ist mir egal! Ich will, dass es funzt. Und das tut es. Akkuleistung ist für mich nicht entscheidend, bei meiner Art des Gebrauchs geht jeder Akku nach wenigen Stunden in die Knie, regardless. Ich habe eine Dockingstation auf meinem Schreibtisch, ein Ladekabel in meinen Autos, etc. Mit der Geschwindigkeit bin ich zufrieden.

Zudem mag ich das Image von Apple. Ich bin gerne in einem AppleStore. Ich habe kein Problem damit, Mainstream zu sein.

Die Frage, die ich mir nur immer stelle, wieso muss ich mich für meine gewählte Technik und mein Dasein als Digital Native ständig rechtfertigen? Wenn ihr das iPhone nicht mögt, mischt euch nicht in Diskussionen von iPhone-Besitzern zum iPhone ein. Wenn ihr euch „zugespammt“ von mir fühlt, blockt mich oder haltet euch einfach von Social Networks fern. Ich werde nicht wenigern twittern, nur weils euch nicht passt. Beschwer ich mich, dass ihr sowenig postet? Nein? Also! Beschwer ich mich, dass ihr kein iPhone habt? Nein? Also!

Ich werde mich nicht den hatern anpassen, erwarte aber auch nicht, dass die hater sich mir anpassen! auch nicht, dass die hater sich mir anpassen!

Wie dumm ist eigentlich Fernsehen?

Ich gucke gerade The Social Network. Oder vielmehr, ich versuche es. Denn nach 25 Minuten Film gibt’s erst einmal 10 Minuten Werbung. Was soll der Scheiß?

Die TV-Sender scheinen es noch nicht mitbekommen zu haben. Aber gerade wieder kürzlich gab es einen Artikel in einem relevanten Wochenmagazin (als print, total old school), der den Sinn von TV-Sendern in Frage stellte. Grundtenor: Warum sollte ich mir von einem Sender diktieren lassen, wann ich was zu gucken habe.

Nun, eigentlich gucke ich dann und wann gerne Fernsehen. Ich mag auch die vorgegebene Struktur. Zwar habe ich einen DVR aber da ich den (noch) nicht online bedienen kann, muss ich um 20:15 Uhr vorm Gerät sitzen, wenn ich die Sendung sehen will, die um 20:15 Uhr beginnt. Naja, eigentlich nicht. Aber nehmen wir das mal als gegeben.

Ich kann auch damit leben, dass ein Film dann und wann von Werbung unterbrochen wird. DANN UND WANN. Nicht ständig!

Liebe TV-Sender, ich verstehe, dass ihr auf die Werbeeinnahmen angewiesen seid.  Ich verstehe auch, dass ihr bei einem Film wie The Social Network ordentlich Werbeminuten verkaufen könnt. Aber mal ernsthaft Freunde, denkt das doch mal zu Ende. Ihr wisst, dass die Zuschauer von Werbepausen angekotzt sind. Manchmal sind sie ja ganz praktisch, wenn ich aufs Klo will. Aber dann drücke ich doch einfach auf meinem DVR (s.o.) die Pausetaste. Nun wird mir also alle 25 Minuten eine Zwangspause vorgegeben, ich werde aus der Handlung rausgerissen. Das kotzt mich an.

Was tue ich also? Ich leihe Filme auf BluRay, Dokus streame ich aus Mediatheken, Sendungen nehme ich auf und schneide die Werbung raus. Merkt ihr was? Ich sehe die Werbung nicht und bin auf eure Struktur nicht mehr angewiesen.

Ich bin ein sehr bequemer Mensch. Wenn also ich schon nach Wegen suche, eure Vorgaben zu umgehen, was tun dann erst weniger bequeme Menschen?

Also, werdet publikumsfreundlicher. Sonst habt ihr bald kein Publikum mehr. Denn wirklich brauchen tut euch keiner mehr. Oh, Werbepause ist vorbei. Dann guck ich mal weiter…für die nächsten 20 Minuten.

Bond, James Bond

Wieso darf das Kino keine klassischen Geschichten mehr erzählen? Wieso muss alles immer um eine tiefenpsychologische Komponente erweitert werden? „Probleme“ hab ich selbst genug, da brauch ich nicht auch noch komplexbeladene Helden!

Ich habe kürzlich diese Kinokritik zum neuen Bond gelesen, Skyfall. Was habe ich diesem Film entgegengefiebert.

Casino Royale war ein grandioser Neustart der Reihe, Quantum of Solace dagegen eine Frechheit. Und jetzt: das!

Wann wird es endlich wieder einen klassischen Bond geben? Mir ist es vollkommen Schnurz, ob Bond „dem Zeitgeist“ angepasst ist. Ich will ihn nicht bei einer Psychotherapie sehen. Seine inneren Dämonen können gerne genau da bleiben. Er soll einfach nur die Welt (nicht weniger) vor einem Superschurken retten, die Ballkönigin flachlegen und einen Martini schlürfen.

Kaputte Helden gibt es genug. (Dark Knight) Aber hier passt es einfach nicht. Bond ist immer Herr der Lage, knallt die Bösewichter ab und fertig. DAS will ich sehen. Klassisch eben.

Ich liebe die alten Bond-Filme, insbesondere mit Sean Connery. Kurzweilige Unterhaltung, ein wenig unrealistisch zwar. Aber hey, das ist Popcorn. Ich will am Ende eines Films immer ein wenig so wie der Held sein. Wenn das aber bedeutet, demnächst einen Termin beim Therapeuten zu machen, dann bleib ich lieber nur Held des Alltags.