Was für eine Scheisse läuft hier eigentlich?

Gerade lese ich auf SPIEGEL online einen Artikel über ein Flüchtlingscamp in Dresden gelesen. Ich habe einen instant Schreikrampf bekommen.

In diesem Lager werden die Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht, in Zelten, in denen lockere 35 Grad herrschen. Die sanitären Anlagen sind kaum vorhanden, die medizinische Betreuung ist einfach nur unwürdig. Die Menschen bekommen nicht ausreichend Nahrung und Wasser. Durch die katastrophale Hygiene breiten sich Krankheiten wie Durchfall und Krätze aus. Ist das zu glauben? Das passiert hier, in Deutschland. Würde das in Syrien oder sonstiwo geschehen, wären wir wieder ganz vorne dabei, den Besserwisser rauszukehren. Aber es passiert hier, in Deutschland. 

Nun könnte man ja denken, nun da die Landesregierung Sachsens von diesen Zuständen weiß, würde sie als verantwortliche Autorität SOFORT die Zustände eines Menschen und unserer hohen Meinung von uns selbst würdig gestalten. Aber nein, weit gefehlt. Es passiert…nichts. Bis Oktober wolle man die Menschen vernünftig unterbringen. BIS OKTOBER! Ist das zu glauben? Was genau hält die Verantwortlichen davon ab, JETZT. SOFORT. etwas zu unternehmen. 

Schlimm genug, dass die stumpfsinnigen Rassisten die öffentliche Debatte gekapert haben. Nun haben sie auch noch gewonnen? Was ist der Plan hier, Dresden? Die Flüchtlinge so schäbig zu behandeln, dass sie sich nach Tod und Verderben in ihrer Heimat zurücksehen und wieder gehen? 

Aber vielleicht ist ja auch unsere Vorliebe für Demokratie und „effiziente“ Prozesse Schuld. Wahrscheinlich müssen haltbare Zustände erst mal per Formular beantragt werden. Der annehmende Sachbearbeiter stellt fest, dass er nicht zuständig ist. Der nächste hat heute keine Zeit mehr und geht dann erst mal in den wohlverdienten Urlaub. Dann kann das schon mal bis Oktober dauern. Da muss man auch Verständnis haben. 

Das kotzt mich alles so an. Ich will nicht, dass die Welt von Deutschland nur das Bild des grenzdebilen Rassisten im Kopf hat. Ihr etwa? Wohl eher nicht. Aber ich verstehe euch nicht. Ihr geht für ein paar Bäume in Stuttgart auf die Straße. Ihr demonstriert mit Verve für bessere Radwege in Stuttgart. Ihr errötet im Zorn des Gerechten, weil in Zimbabwe ein Löwe gewildert wurde. Wird die Pressefreiheit vermeintlich angegriffen, sind alle Charlie oder solidarisch mit den #landesverrätern. Ach ja, und dafür sitzt dann auch das Geld locker.

Aber wenn mitten unter uns Menschen schlechter als Schlachtvieh behandelt werden, wenn hilflose Menschen uns um Rettung anflehen, DANN seid Ihr der hässliche Deutsche. Ihr kotzt mich an. 

Mal ohne Scheiss Freunde, die Jungs von Netzpolitik wären auch ohne eure 50.000€ nicht in den Knast gegangen. Aber ohne eure Hilfe verrecken ganz konkret Menschen. Aber stimmt, die sind ja nur hier, um uns auf der Tasche zu liegen. Und wenn man für die etwas gibt, dann gehen ja die armen Rentner und Hartz4-Kinder vor die Hunde. Die euch im übrigen aber auch kackegal sind. 

Irgendwann kommt vielleicht der Tag, dass wir Hilfe brauchen, nichts ist für die Ewigkeit. Und dann wundert euch nicht, wenns uns die Welt über die Klinge springen lässt.

Pseudonyme bei Facebook

Seit langem läuft die Debatte, ob Facebook von seinem Klarnamenzwang abweichen soll, oder nicht.
Die Befürworter von Pseudonymen argumentieren gerne, dass es Nachteilig für Stalking-Opfer o.ä. sei, wenn sie verpflichtend ihren wahren Namen angeben müssten. Auch andere Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer verstecken müssen, wären von Facebook automatisch ausgeschlossen. Haken dran, wenn ich nicht gefunden werden will, will ich auch nicht meinen Namen und damit verbunden auch meinen Standort im Internet veröffentlichen. Das verstehe ich.

Was ich nicht verstehe: wenn ich ein Stalking-Opfer bin, ist dann so sinnvoll, mich in einem Social Network anzumelden? Pseudonym hin oder her, über meine Metadaten bin ich doch immer auffindbar? Ich interagiere mit meinem Umfeld und dieses Umfeld ist dem Täter doch bekannt. Darüber wird er/sie mich finden. Das Risiko ist doch viel zu hoch, dass Fotos von mir auftauchen, etc?

Opfer werden natürlich an dieser Stelle doppelt bestraft. Einmal durch den Täter und einmal dadurch, nicht mehr an der heutigen Lebenswirklichkeit teilnehmen zu können. Das ist nicht gut. Und ja, es ist ein Stück weit Victimblaming. Auf fatale Weise argumentiere ich hier nach dem Schema: Zieh keinen kurzen Rock an, dann wirst Du auch nicht vergewaltigt.

Nur ist es auch Lebenswirklichkeit, dass wenn ich Spuren im Internet hinterlasse, diese Spuren auch auffindbar sind. Ob ich nun meinen Klarnamen verwende oder ein Pseudonym, ändert das Risiko nur minimal. Ich habe viele Bekannte auf Facebook, die nicht mit ihrem echten Namen angemeldet sind. Gefunden haben wir uns dennoch.

Für mich steht also folgendes fest: Will ich mich verstecken, darf ich nicht zu Facebook. Egal, unter welchem Namen. Ob ich dieses Risiko eingehen will, oder nicht, ist aber mein Problem. Nicht das von Facebook.

Zwar kann ich Facebooks Intention verstehen, Pseudonyme nicht zuzulassen. Pseudonyme war nicht deren Ansinnen. Klarnamen lassen sich halt einfacher verkaufen. Denn auch das muss jedem klar sein: Wir sind nicht die Kunden, wir sind die Ware! Aber warum Facebook sich nun so quer stellt, verstehe ich nicht. Erlaubt doch einfach Pseudonyme. Ob das sinnvoll ist oder nicht, kann Facebook doch gerne dem User überlassen. Den Cashflow wird das nicht beeinflussen. Werbung wird über Cookies gesteuert, mein Name ist dem Werbeschaltenden erstmal egal. Erlaubt Pseudonyme und habt Ruhe im Karton. Ende der Diskussion.

Aber den Befürworter sei gesagt, dass ihr dadurch nichts gewonnen habt. Wer euch finden will, wird euch finden. Aber ja, dieses Risiko abzuwägen, sollte eure Entscheidung sein.

#landesverrat

Man stelle sich folgendes vor: In irgendeiner Bananenrepublik wird die Bevölkerung von ausländischen Geheimdiensten ausgespäht. Der eigene Sicherheitsapperat hilft dabei sogar fleissig mit. Dann kommt das alles ans Licht. Und was macht man mit dem Whistleblower? Man belohnt ihn? Nein, man ermittelt gegen ihn, wegen Landesverrat. Aber Moment, wer hat denn hier wen verraten? Eine Regierung das eigene Volk, oder etwa nicht?

Ich erinnere immer gere daran, dass das Volk – also wir – der Souverän sind. Alle Macht geht vom Volke aus. D.h. doch, wenn uns, also dem Souverän, jemand sagt, dass unsere eigene Regierung uns Verrät, dieser jemand alles richtig gemacht hat. Die Regierung gehört aus dem Amt gejagt und angeklagt, richtig? Tja, leider leben wir in dieser Bananenrepublik. Und leider geht hier alle Macht von einer Clique aus, die den Gedanken der Demokratie vollkommen pervertiert hat. Es ist zum kotzen! Im Strahl!

Nun, die Berichterstattung seit gestern hat wohl jeder mitbekommen, da muss ich nicht ins Detail gehen. Es macht so wütend. Da wird ein Verbrechen von so unglaublichen Dimensionen begangen und der Generalbundesanwalt sieht sich ausserstande zu ermitteln, weil er keine Indizien hat. Aber hey, gegen denjenigen, der darüber berichtet, da können wir ja mal ein Exempel statuieren, dann ist Ruhe. Wo kommen wir denn da hin, wenn dieses Journalistenpack einfach so die unbequeme Wahrheit verbreitet.

Es fällt schwer, darüber sachlich zu schreiben.

Nun ist es ja so, dass jeder Hans und Franz zu dieser Affäre seinen Senf dazugibt, so auch ich. Und auch @schroeder_k. Kristina Schröder möchte auch etwas dazu sagen. Leider hat sie kein besonderes talent dazu, reflektierte oder gar kluge beiträge zum Tagesgeschehen beizusteuern. Kennen wir ja von ihr. Frau Schröder hat heute getwittert:

„Selbstverständlich gilt wie jedes andere Grundrecht nicht schrankenlos.

Aha, ist das so. Frau Schröder ist nicht irgendwer, die war mal Bundesministerin, da muss sie ja recht haben, oder? Nun, die Krissy hat wahrscheinlich flugs ins Grundgesetz geschaut, Artikel 5 und stellte in Absatz 2 fest: Diese Rechte (nämlich die in Art. 5 (1) GG) finden ihre Schranken in […] den allgemeinen Gesetzen. Und das hat sie dann mal schnell online gestellt. Sie offenbart damit sehr schön, dass sie sich mit dem Grundgesetz nicht ganz so sattelfest auskennt.

Artikel 5 beschäftigt sich übrigens mit Meinungsfreiheit und Pressefreiheit. Und ha, diese werden im Absatz 2 beschränkt. Dieser Absatz 2 bezieht sich aber NUR auf Artikel 5. Keineswegs auf das ganze GG.

Denn keineswegs sind die Grundrechte per se beschränkt, ganz im Gegenteil. die Würde des Menschen beispielsweise, sie ist uneingeschränkt unantastbar. Artikel 1. Oder Artikel 3, alle Menschen sind vor dem gesetz gleich. Oder die freiheit des Glaubens, Artikel 4. Nur so ein paar Beispiele. Aber nein, bei schroeder_k sind alle Grundrechte beschränkt. Leider hat sie diese Meinung nicht exklusiv, die gesamte Bundesregierung denkt so.

Ist das nicht furchtbar? Unsere gewählten Volksvertreter hintergehen uns, wollen dann die Presse einschüchtern und das alles auf Basis von Gesetzen, die sie nicht mal verstanden haben? Und was machen wir? Nichts! Nichts machen wir.

Wieso gehen wir nicht auf die Strasse, ach was, auf die Barrikaden? Warum überlassen wir den Protest ein paar tumben Rechtsaussen? Was würde wohl geschehen, wenn sich die schweigende Mehrheit erhebt und laustark die Absetzung der Regierung fordert? Was würde geschehen, wenn wir mit einem rechtmässigen Anliegen endlich wahre Demokratie einfordern?

Es würde wohl nicht schön werden, die herrschende Kaste würde uns das Feld kaum freiwillig überlassen. Ausserdem wären da noch die Extremen links wie rechts, die es abzuwehren gälte.

Mit Opium wäre es dann vorbei, das würde nicht schön werden. Aber vielleicht notwendig. Und vielleicht wäre jetzt noch die Chance, auf eine friedliche Revulotion. Denn wenn es so weitergeht, wird irgendwann jemand zu den Waffen greifen. Und dann werden wir zurückblicken und ziemlich genau sagen können, wann das alles angefangen hat.

Ich wollte eigentlich nur ein kleinen Kommentar schreiben, dass eine zurecht in der Versenkung verschwundene Politamateurin geistigen Müll verbreitet. Aber es kommt eins zum anderen und man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu sehen, dass da eine riesige Kacke am dampfen ist.

Der (echte) Verrat von vorgeblich demokratischen Regierungen an ihren Völker, die fortgesetzte Diskriminierung von Homosexuellen, Griechenland, der latente Rassismus in diesem ach so liberalen Deutschland, die Türkei, die unnötig wieder Feuer legt, die Liste ist endlos… und wir Aufgeklärten tun…nichts.

Meinungsfreiheit – was ist das eigentlich?

Wir als Gesellschaft haben viele brennende Themen, die sehr kontrovers – auch und besonders in Social Media  – diskutiert werden. Flüchtlingspolitik, Griechenland, um nur zwei Beispiele zu nennen. 

In diesen Diskussionen kommt ganz häufig der Punkt, an dem jemand empört ausruft: „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!“ oder „In Deutschland herrscht Meinungsfreiheit!“ 

Ja, der zweite Ausspruch ist korrekt. Die Freiheit und die Verbreitung der eigenen Meinung ist durch das Grundgesetz im Artikel 5 geregelt:

Artikel 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

 Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Nur leider wird sie gerade von Leuten mit eher zweifelhaftem Gedankengut falsch interpretiert. 

Meinungsfreiheit heißt, dass ich für das äußern meiner Meinung nicht von der Staatsmacht verfolgt werden kann (mit den beschriebenen Einschränkungen). Meinungsfreiheit heißt nicht, dass ich jeden Scheiss abseiern darf, ohne dass mir jemand heftig widerspricht! Denn auch diese Widerrede ist Meinungsfreiheit!

Es ist das Wesen einer Diskussion, dass nicht alle einer Meinung sind. Andernfalls wäre das ja auch ein Konsens. Und nur, weil einem Standpunkt heftig widersprochen wird, heißt das nicht, dass die Meinungsfreiheit des einzelnen beschnitten wird. 

Und noch etwas gilt es hier zu erkennen: wenn ich in einem privaten Raum diskutiere, habe ich keinen Rechtsanspruch auf Abdruck meiner „Meinung“. Beispiel: jemand kommentiert unter diesem Post etwas, was mir nicht gefällt. Dann werde ich es löschen. Das ist dann aber keine Zensur im Sinne des GG! Ich kann niemanden davon abhalten, seine Meinung über diesen Post auf eigenen Seiten kundzutun. Das ist Meinungsfreiheit. 

Noch ein Beispiel: wenn ich ehrabschneidene Kommentare in einer Diskussion bringe, ist das keine Meinung, sondern eine Beleidigung. Da möchte ich das Augenmerk auf 5(2) GG lenken. Selbstverständlich kann ich denken, dass jemand ein ********* ist, nur ist die öffentliche Äußerung dieses Gedanken, keine Meinungsfreiheit!

Ganz nebenbei: ein wenig Sachlichkeit hilft auch. Immer. 

Ich werde jetzt nicht in die Niederungen, der Internetdiskussionen absteigen. Aber anreißen muss ih es dennoch. Sei es das Flüchtlingslager oder die Griechenlandhilfe, ständig muss der hungernde Deutsche Rentner herhalten, als mahnendes Beispiel, warum wir erst einmal im eigenen Land aufräumen sollten, bevor wir der Welt helfen. Von diesem Standpunkt mag man halten, was man will, ich werde versuchen, dass hier nicht zu bewerten. Aber: bevor man diese Keule schwingt, gilt es zu berücksichtigen, dass kein deutscher Rentner mehr oder weniger Rente bekommt, wenn Deutschland Flüchtlinge aufnimmt. 

Selbstverständlich kann und soll in der Gesellschaft diskutiert werden, wie wir mit dem stetigen Flüchtlingsstrom umgehen. Aber dann bitte auch rational. Danke. 

Und nun muss ich doch mal werten. Dem durchschnittlichen „das wird man doch wohl noch sagen dürfen“-skandierer ist der Flüchtling, genauso wie der arme Rentner, kackegal. Sobald der Flüchtling auf vermeintlicher Lustreise aber auch nur im entferntesten den Wohlfühlbereich tangiert, da wirds kritisch. 

Natürlich will auch ich kein Flüchtlingslager in Garten. Aber wenn es dort steht, sollte ich meine Energie darauf verwenden, eine sinnvolle Lösung zu erreichen. Wir benötigen menschenwürdige Unterkünfte für diese Menschen. Keine behelfsmäßigen Camps in Grünanlagen. Sich aber über diese Menschen moralisch zu erheben, nur weil sei verzweifelt an unsere Tür klopfen, das ist keine Meinungsfreiheit. 

Im übrigen, wenn euch der arme Rentner so an Herzen liegt, seid ihr herzlich eingeladen, auch im praktisch zu helfen. Man kann aber natürlich auch Rants im Internet werden und sich bei Widerrede auf die Meinungsfreiheit berufen und die Einschränkung selbiger betrauern. 

Die gleichgeschlechtliche Ehe gefährdet gar nichts…

…außer das bedenkliche Weltbild der ewig gestrigen!

Angela Merkel hat Bauchschmerzen. Der Vatikan sieht eine Niederlage der Menschheit. Die FAZ schwadroniert, dass man für Fortschritt die Mutter/Vater/Kind-Familie brauche. Ich könnte kotzen! Im Strahl!

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. 

Also, mal ganz deutlich: die Homo-Ehe gefährdet weder die klassische Ehe, noch wird sie dazu führen, dass wir aussterben. Denn: wer nicht schwul ist, wird nicht gleichgeschlechtlich heiraten. Und genau so umgekehrt. Schwule oder Lesben werden nicht auf einmal hetero heiraten, nur weil sie sonst gar keine Ehe abbekommen! Das scheinen nur einige nicht zu kapieren. 

„Och Mensch, jetzt gibt’s die Homo Ehe, dann will ich auch keine Kinder mehr!“ Offenbar scheint das ja die Horrorvorstellung einiger zu sein. Was für ein Bullshit. 

Wenn die Homo-Ehe auch bei uns kommt, ändert sich für alle Heteros ganz genau GAR NICHTS! Meine Fresse, kapiert das doch endlich. Durch die gleichgeschlechtliche Ehe würden weder weniger Kinder gezeugt, noch weniger Hetero-Ehen geschlossen werden. Stattdessen würde aber Glück und Zufriedenheit Overall steigen. Und wo ist da jetzt genau das Problem?

Noch mal zum mitschreiben: ob homo oder hetero, das IST einfach so. Das ist keine Sache, die man sich aussucht. Gefühle sind, oder sie sind nicht. 

Welches Naturgesetz schreibet uns Menschen vor, wenn wir zu lieben haben, an wen wir uns ein Leben lang binden wollen? Ja genau, ein solches Naturgesetz gibt es nicht. Also, warum nicht leben und leben lassen.

Konservative machen sich Sorgen um konservative Werte. Das ich nicht lache. Denn genau diese konservativen Werte wollen Befürworter der Ehe für alle doch leben. Monogamie, Familie, den Konservativen müsste doch das Herz aufgehen. Aber nein. 

Und dann wollen die auch noch Kinder. Du meine Güte. Das geht aber gar nicht! Ein Kind braucht Mutter und Vater! Dann müssten ja alle Alleinerziehenden zwangsverheiratet werden? Ein Kind braucht Liebe, Stabilität und Erziehung. Ob das nun Mutter/Vater, Vater/Vater, Mutter/Mutter, nur Mutter, nur Vater machen, das ist doch nebensächlich. Und um das klassische Weltbild aufzugreifen:Mutti ist zu Haus, Papi macht Karriere und ist nur samstags da. Wo ist da jetzt bitte Vaters Beitrag? Eben. Denn wenn Papa sich mehr einbringen will, legen doch viele (Staat, Arbeitgeber) diesem Ansinnen Steine in den Weg. DARAN müsste man sich abarbeiten, nicht ob zu Hause noch ein Papi ist.

Die Werte Liebe, Stabilität, Erziehung sind nicht daran geknüpft, ob Mama eine Frau oder einen Mann liebt! 

Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich an einen anderen Menschen zu versprechen, mit allen Rechten und Pflichten. Und nicht nur light. Das Geschlecht ist dabei vollkommen egal!

Liebe Politiker, wir haben das Jahr 2015. Wenn wir tatsächlich noch über solche Belanglosigkeiten debattieren müssen, verstehe ich, warum TTIP, VDS, NSA, NSU, Klimawechsel, und die andern Themen nicht gelöst werden können.

Ich habe die Hoffnung, dass gleichgeschlechtliche Liebe im Weltbild meiner Kinder etwas ganz natürliches sein wird. Und ich hoffe, dass sie die Diskussion unserer Tage nicht werden nachvollziehen können. 

Printempfehlung: GEO 12/14 und SPIEGEL 20/2015

Kürzlich habe ich interessante Artikel zum Thema Familienförderung und Bildung gelesen. Zum einen in einer älteren Ausgabe von GEO zum Thema digitale Bildung.  Und zum anderen im aktuellen Spiegel zum Thema Chancengleichheit. oder eben der Abwesenheit dieser.

Beide Artikel machten eines ganz deutlich: Wir bilden unsere Kinder falsch aus!

Hier die digitale Bildung: Smartphones, Tablets, so gut wie kein Bereich unseres heutigen Lebens ist nicht durchdrungen vom mobilen Internet. Jede information ist immer und überall verfügbar. Nur wissen die meisten von uns gar nicht, wie man damit umgeht. Und wie sollen das dann erst unsere Kinder wissen? Was heute als Kanon des Wissens gilt, unterscheidet sich schon von meiner Schulbildung so fundamental, dass wir dringend neue Konzepte brauchen. Denn wir bilden unsere Kinder noch für eine Welt von vorgestern aus! Und die Art und Weise, wie wir das tun, ist gelinde gesagt, antiquiert. Der Lehrpläne sind standardisiert und durchgenormt. Ob aber das Kind überhaupt schon bereit dafür ist oder schon an einem ganz anderen Punkt ist, darum wird sich doch viel zu wenig gekümmert. Aber vielleicht braucht das Kind ein ganz anderes Tempo? In Deutsch ein wenig langsamer, dafür in Mathe viel schneller? Wenn wir es wirklich ernst meinen mit der Bildung, dann muss der Lehrplan individuell sein! Wie das funktionieren kann, beschreibt GEO da sehr gut. Ich kann allen Eltern, Lehrern und anderen an Bildung interessierten nur sehr empfehlen, diesen Artikel zu lesen!

Denn nicht nur der Grundstein muss besser gelegt werden. Auch auf der weiterführenden Schule ist Digital noch nicht angekommen. Fast jeder Teenager hat ein Smartphone und damit das Wissen der Welt in der Hand. Aber am Schultor muss das Gerät ausgeschaltet werden. Stattdessen sollen sich unsere Kinder mit alten Büchern abschleppen? Das ist doch Blödsinn!

Mit dem Internet könnte Schule so viel einfacher werden, die Bildung steigert sich qualitativ und wird komfortabler. So wie es jetzt läuft, geht es einfach nicht weiter. Jedem halbswegs vernunftbegabten Menschen sollte das klar sein. Das Klammern an eine längst vergangene Zeit hilft niemandem weiter!

Auch der SPIEGEL-Artikel führt uns vor Augen, was falsch läuft in der Familien- und Bildungspolitik.

Kurz gesagt: Der Staat gibt viel Geld aus. Aber er gibt es falsch aus und es ist noch zu wenig.

Stichwort Herdprämie. Welchen Vorteil hat es für ein Kind, allein daheim zu bleiben, ohne mit Gleichaltrigen wertvolle Erfahrungen zu machen?

Stichwort Kindergeld. Danke für die Erhöhung. Aber liebe Politik, investiert doch lieber in unbürokratisches Mittagessen in Schulen, investiert in mehr KITA-Plätze, investiert in mehr Förderung und Angebote. Nicht in Transferleistungen!

Würden die verantwortlichen Politiker diese Artikel lesen und verstehen, was hätten unsere Kinder für eine goldenen Zukunft vor sich.

Wie sage ich es meinem Kinde?

Im Radio haben Sohnemann (7) und ich eben von der Trauerfeier im Kölner Dom für die Opfer des Germanwings-Absturz gehört.  Mein Sohn hörte sich das alles sehr interessiert an. Dann drehte er sich zu mir um und fragte: Papa, warum hat der Co-Pilot die Tür nicht wieder aufgemacht? Und warum wollte er, dass alle tot sind?

Da musste ich erst einmal schlucken. Und gleichzeitig ratterte mein Hirn, was es nun an kindgerechter Antwort ausspuckt? Ich „weiß“ auch nur das, was den Medien zu entnehmen war. Und wie erkläre ich die Katastrophe, ohne zu urteilen?

Nun gut, ich begann damit, meinem Sohn zu erläutern, warum manche Menschen das Bedürfnis haben, diese Welt vorzeitig zu verlassen. Mit political correctness kam ich dabei nicht weit. Ich musste Dinge beim Namen nennen und durfte nichts angedeutet lassen. 

Sohnemann weiß nun also, was Depressionen sind (oder zumindest, wie ich Depressionen verstehe/erlebe) und warum manch einer keinen Sinn in seinem Leben sieht. Verstehen tut er es eher nicht. Und ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber ich finde in diesem Unverständnis auch ein kleines Glück. Mein Sohn und ich können uns also heute kein Unglück vorstellen, dass uns nicht mehr weiter leben lassen will. 

Aber dann: aber Papa, warum hat er auch die anderen getötet? 

Keine Ahnung! Ich weiß es nicht! Ich habe keine Erklärung!

Papa, wenn der Co-Pilot nicht mehr leben wollte, warum ist er nicht nur alleine geflogen?

Keine Ahnung! Ich weiß es nicht! Ich habe keine Erklärung!

Ich habe nicht den Schimmer einer Ahnung, warum der Co-Pilot 149 Menschen töten musste, nur weil er nicht mehr leben wollte. Mir fällt dafür keine sinnvolle Begründung ein. 

Aber Sohn, Du musst verstehen, dass es NICHT normal ist, Menschen umzubringen, nur weil man Depressionen hat! Und Sohn, es ist wichtig, dass wir heute auch um den Co-Piloten trauen. Denn auch er hat sein Leben verloren. Und jedes Leben ist wichtig!

Ich hoffe, dass das die Botschaft ist, die meinem Sohn im Gedächtnis bleibt. Und nicht die Hilflosigkeit seines Vaters, das Unerklärliche erklären zu wollen. 

 

VDS – Warum empört ihr euch nicht

Ich weiß nicht, ob ihr es schon gemerkt habt: eure Regierung möchte euch ausspionieren. Die von euch gewählten Volksvertreter sich ne der Meinung, dass ihr alle potentielle Mörder und Terrorristen seid. Wenn nicht das, dann mindestens Falschparker. Und deshalb will will sie eure gesamte Kommunikation jeweils 10 Wochen speichern. 

Der Geburtstagsanruf bei der Oma? Gespeichert! Vielleicht heckt ihr mit der alten Dame ja etwas aus. Die Google-Suche nach einem Medikament gegen Depressionen? Gespeichert! Wir haben ja nun gelernt, das Menschen mit Depressionen schlummernde Killermaschinen sind. Die nur auf den richtigen Moment warten, ihr Umfeld auszulöschen. 

Menschen in meinem Umfeld sind verärgert über die Datenkraken Facebook und Google. Was fällt diesen Unternehmen bloß ein? Ich meld mich dort ab! 

Oh, ihr Kleingeistigen!

Google und Co. Daten, ja. Weil sie etwas von uns wollen. Unser Geld. Unseren Konsum. Das ist vielleicht kein philanthropisches Motiv. Aber immerhin verständlich. 

Der Gesetzgeber hat andere Gründe. Der verdächtig uns alle – ALLE – grundsätzlich Schwerverbrecher zu sein! Und Schwerverbrecher müssen verfolgt werden. Auch wenn sie noch gar nichts verbrochen haben. 

Das nennt sich heute Freiheit. 

Und ihr heult rum, dass Google Werbung personalisiert? Oh bitte, wacht auf. 

Es ist vollkommen egal, ob ihr euch bei Facebook abmeldet. Bei VDS dürft ihr nicht telefonieren. Ihr dürft nirgends zulassen, dass Daten von euch digitalisiert werden. Wie wollt ihr das tun? Richtig, der VDS können wir nicht entkommen. 

VDS ist der Sargnagel der Demokratie. Wenn wir das zulassen, werden sie uns bald alles nehmen. In Spanien darf man nicht mehr vor Regierungsgebäuden demonstrieren. Grundsatz. Thema egal. Das nennt noch jemand Demokratie?

Dem großartigen Justizminister ist bewusst, dass mit VDS Grundrechte beschnitten werden. Ein Paradoxon. Nur nicht für Politiker. Also lamentiert man, dass man die Eingriffe „grundrechtsschonend“ machen wolle. Bullshit! VDS beerdigt unseren Grundrechte. 

VDS ist schlimmer, als jede Fiktion sich je ausgemalt hat! 

VDS, TTIP, etc. wenn wir nicht heute handeln, werden unsere Kinder morgen nicht mehr wissen, was wirkliche Freiheit ist!

Liebe Arbeitgeber, Start with Why!

Als ich in der vergangenen Woche die Social Media Week in Hamburg besucht habe, war da auch ein Vortrag zum Thema Jobsearch dabei. Der Redner stellte in erster Linie sein neues Tool Feel good at work vor. Eine Jobbörse, die nicht nur den reinen Job betrachtet, sondern auch das ganze Drumherum. Arbeitszeiten, Büroumgebung, etc.  Hier geht’s also nicht nur um das was, sondern auch ein Stück weit um das warum.

In der Diskussion zu diesem Vortrag fragte dann ein Teilnehmer, warum Unternehmen beim recruiting so starr am Lebenslauf und der fachlichen Qualifikation festhalten. Warum ist offenbar nur wichtig, was der Bewerber gelernt hat und welche Diplome er hat? Aber nicht, wer er als Mensch eigentlich ist? Warum wird nicht erst mal geschaut, ob der Mensch ins Unternehmen passt, und dann wird eine passende Stelle für ihn gebaut?

Der Gedanke dahinter: es wird nicht nur der nächste Bilanzbuchhalter gesucht, oder ein Praktikant fürs Marketing. Nein, es wird ein Mensch gesucht, der gemeinsam mit anderen das Unternehmen voran bringt! Wie seine Stelle heißt und was genau das Tagesgeschäft ist, das findet sich schon.

Wäre es nicht sinnvoller, jemanden zu suchen, der glaubt, was ich glaube, als jemanden zu suchen, der zufälligerweise das studiert hat, was ich denke, an Fachkenntnis zu benötigen?

Ein spannender Ansatz!

Das bringt mich zu Simon Sinek. Simon ist ein amerikanischer Hochschullehrer, Journalist und Unternehmensberater. Das erste Mal habe ich von ihm mit diesem youtube Video gehört . In diesem TEDx-Talk ging es darum, wie Führungskräfte inspirieren. Kurz gesagt ging es darum, das das WARUM entscheidend ist, nicht das WAS. Und warum es wichtig ist, sich mit Menschen zu umgeben, die glauben, was ich glaube, um erfolgreich zu sein. Absolut sehenswert.

Diese Idee hat mich nicht mehr losgelassen. Und sie funktioniert in der Praxis! Beispiel Apple. Das iPhone ist nicht unbedingt das beste Smartphone der Welt. Aber die Idee, die Apple und mit dem Telefon verkauft, führt dazu, dass wir es unbedingt haben wollen! Apple verkauft uns nicht den Bohrer, sondern das Loch in der Wand. Ich kaufe kein Telefon, sondern eine tollere Version von mir selbst. Auch hier entscheidet das warum, nicht das was.

Aber zurück zum Thema Job.

In der Folge bin ich über ein weiteres Video von Simon Sinek gestolpert, wieder bei TEDx. Hier führt er seine Idee weiter aus. Wenn Leute glauben, was ich glaube, entsteht Vertrauen.

Wenn ich also als Unternehmen getrieben bin von meiner Idee, und ich überzeuge andere von dieser Idee, glauben diese, was ich glaube. Und wenn ich dann diese Leute, die glauben, was ich glaube, einstelle, werden sie nicht für das Geld arbeiten, sondern für meine Idee. Sie werden mit Blut, Schweiß und Tränen für unsere gemeinsame Vision arbeiten und wir werden erfolgreich sein! So sind übrigens die Gebrüder Wright in die Luft gekommen. Und nicht die staatlich finanzierte Kampagne.

Was brauche ich also für echten Erfolg? Nur diejenigen, die die richtige fachliche Qualifikation haben? Oder diejenigen, die für meine Idee brennen? Mit wem werde ich den größeren Erfolg haben?

Warum also steht so oft der richtige Lebenslauf im Focus, die richtigen Diplome, aber nicht der richtige Mensch?

Das Recruiting sollte sich ändern. Den die Highpotentials der Generation Y suchen einen Sinn in Ihrem Tun. Sie werden demjenigen folgen, der glaubt, was sie glauben. Und nicht demjenigen, der sie nur bezahlt.

Wir werden demjenigen folgen, der neben einer tollen Geschäftsidee auch unsere Vorstellungen von Arbeitszeiten, Familienfreundlichkeit, Mobilität und gesellschaftlichen Werten teilt.

Daher, liebe Arbeitgeber, startet mit dem Warum!

Wut!

Ich bin wütend!

Wütend auf die Terroristen, die im Namen ihres Gottes unser Leben bedrohen. Wütend auf machtgeile Kriegstreiber. Wütend auf die Geheimdienste, die unter dem Deckmantel der Verteidigung meine Freiheit weiter zerstören. Wütend auf unsere Wirtschaft, die nur Profitgier kennt. Wütend auf Konzerne, die nur Verantwortung gegenüber dem Kapital kennen und die Verantwortung für ihre Mitarbeiter ignorieren. Wütend auf unsere Politiker, die nichts zu unserem Wohle tun, uns nicht verteidigen. Wütend auf unsere Gesellschaft, die nichts dagegen unternimmt.

Wütend darauf, dass der einzelne und sein Streben nach Glück nichts mehr wert ist. Wütend, dass ich täglich Wasser treten muss, um nicht unterzugehen. Wütend, dass kein Strohhalm in Sicht ist.

Ich bin so wütend. Und ich fühle mich so ohnmächtig.