Der Stefmaster: Urlaubsedition

Der Sommerurlaub befindet sich bereits im letzten Drittel. Zeit, den Dänemark-Bericht fertig zu schreiben. Ausserdem in dieser Ausgabe: SUP World Series auf Fehmarn, Kurztripp nach Kühlungsborn, Basteln am eigenen Board und SUP-Spass in Oortkaten. Weiterlesen „Der Stefmaster: Urlaubsedition“

Zu Pfingsten, ach wie schön…

Langes Pfingstwochenende, sommerliches Wetter war angekündigt. Da müsste doch eigentlich ganz viel Zeit auf dem Wasser verbracht werden. Müsste…eigentlich…

Der Samstag ging erst mal mit viel Gartenarbeit los. Wenn man schon mal zu Hause ist, muss die eigene Scholle halt bestellt werden. Und da wir für Sonntag zum Pfingst-BBQ geladen hatten, sollte das Biotop entsprechend ordentlich sein. Auf einmal war es dann abends und das Board lag unberührt im Trockendock. Aber dann Sonntag, oder?

Äh, nein!

Foto 1
Gewitter am Sonntag Nachmittag

Auch der Sonntag begann mit Gartenarbeit und dann war es auch schon Zeit, als strahlender Gastgeber das Defilee der VIPs abzunehmen. Nur meldete der Rücken akute schlechte Laune, aufgrund der Gartenarbeit. Nun ja, man kann nicht alles haben. Aber dann doch lecker Grillen mit meiner Mozzarella-Burger-Kreation? Musste leider auch ausfallen, da pünktlich zum ersten Stück Fleisch auf dem Grill ein amtliches Gewitter einsetzte. Vielen Dank. Für nichts!

Der Montag Morgen brachte Nebel. Aber auch die Verheißung auf Sonne satt. Also, jetzt aber. Board aufs Auto, Mitstreiter eingeladen und ab zu Windsurfing Hamburg am Oortkaten Ufer. Dort war es am Vormittag noch angenehm leer und die boardlosen Mitgereisten hatten nahezu die freie Auswahl bei den Leihboards. Und dann endlich – endlich – ab aufs Wasser! Herrlich. Dafür hatte sich die ganze Plackerei doch gelohnt. Das Wetter hätte besser nicht sein können. Gerade so viel Wind, dass man leicht gekühlt wurde aber glattes Wasser. Traumhaft.

Und so zogen wir unsere Bahnen und tauschten auch ein bisschen die Boards durch. So stand ich dann zum ersten Mal auf einem Starboard. Genauer dem Astro Touring Deluxe. Tolles Brett. Für ein iSUP recht schnell und für den Shape gleichzeitig äußerst stabil. Ich wollts erst mal gar nicht mehr hergeben und ließ mein eigenes F.one erst mal bei den anderen Jungs. Das Starboard ist auf dem See eine Macht. Ich würde es gerne auch mal auf dem Meer austesten. Denn beim Naish One war ich auch auf ruhigem Wasser sehr überzeugt, nur um in leichter Welle festzustellen, dass es nicht ganz so meins ist. Da bleib ich dann doch immer wieder beim Fanatic Fly Air Touring Delux hängen…

Das Starboard Astro Tourer Deluxe
Das Starboard Astro Tourer Deluxe

Gut 1 Stunde verbrachten wir auf dem Wasser. Das ist jetzt nicht so wahnsinnig viel. Aber in Oortkaten gibt es dann doch nicht so viel zu entdecken. Demnächst dann doch lieber noch mal eine längere Alstertour.

Denn Nachmittag rundete ich dann noch mit einem Abstecher zum Großensee – meinem ehemaligen Revier – ab. Am Badestrand schien der gesamte Cast von RTL II vertreten, inkl. diverser nicht angeleinter Pitbulls…schnell weiter zu einer etwas ruhigeren Stelle. Und was sehe ich da? SUPs auf dem Wasser. Na toll. Vielleicht kann ich hier dann doch auch noch mal fahren?

Ruhe am Großensee
Ruhe am Großensee

Das Bad im See war dann eine tolle Erfrischung und so konnte ich dann endlich das BBQ vom Vortag nachholen…bis das nächste Gewitter kam…

Von einem der auszog, den Sturm zu schlagen…

OK, das hört sich jetzt vielleicht ein wenig daramtisch an. Aber als ich mich gestern auf meinem Board gegen den Wind stemmte, fühlte sich das schon recht apokalyptisch an.

IMG_4956Nachdem der freie Tag gestern sonnnig und mild war, holte ich noch mal mein Board hervor und machte mich auf zum Oortkatenufer. Denn wir erinnern uns, auf meinem ehemaligen Haus-See habe ich ja Hausverbot. Auch meine Mitgliedschaft bei der Surfrider Foundation konnte das Amt Trittau nicht erweichen. Aber nun gut…

Bei Windsurfing Hamburg wurde ich erst einmal mit einem neuen Boardbag für mein F.one IMG_4959ausgestattet. Hey, der Nachmittag fing gut an. Beim Blick aufs Wasser kam ich dann aber ins Grübeln. Konstant 14 Knoten Wind, mit Böen bis 20 Knoten herrschten in dem Moment. Das würde bedeuten, dass eine Richtung extrem viel Spass bringt. Aber die andere Richtung extrem viel Arbeit.

Egal, schnell das Board vom Auto und ab in die Fluten. Das geht am Oortkatenufer natürlich alles viel schneller, als am Großensee. Hier kann man direkt an der Wasserlinie parken und ins Wasser fallen.

Zwischen 15:00 und 16:00 war ich auf dem Wasser
Zwischen 15:00 und 16:00 war ich auf dem Wasser

Nun machte ich leider den Fehler und entschied mich zuerst für die Spassrichtung. Bei Wind und Wellen wurde das eine tolle, wenn auch kippelige, Downwindnummer. Und die war leider viel zu schnell vorbei. Nun hiess es umdrehen (leichter gesagt, als getan) und den ganzen Weg zurück. Sicher, ich hätte jederzeit ans Ufer paddeln können, um dann zu Fuss zurück zu gehen. Die Blöße wollte ich mir aber nicht geben.

Und so ging die Plackerei los. Bei jedem Seitenwechsel machte das Board eine Vollbremsung. Schlimmer noch, der Wind trieb mich immer ein Stück weit zurück. Das bedeutete, dass die ersten beiden Schläge pro Seite erstmal wieder das Brett in eine Vorwärstbewegung bringen mussten, bevor an so etwas wie Strecke überhaupt zu denken war.

Um also nicht ständig auf der Stelle zu paddeln, musste ich mehr Schlähe als üblich pro Seite machen. das führte natürlich zu einem Schlingerkurs und dazu, dass die Wellen nicht mehr frontal von vorn, sondern jeweils schräg kamen. Auch wurde die Strecke natürlich unnötig verlängert.

Parken kann man bei Windsurfing Hamburg direkt am Wasser
Parken kann man bei Windsurfing Hamburg direkt am Wasser

Als ich endlich am Strand ankam, fiel ich total erschöpft vom Brett. Die zurückgelegte Strecke stand dabei in krassem Kontrast zur Erschöpfung. Ohne Wind hätte ich vielleicht 5 Minuten bei strammen Schlag gebraucht. Tatsächlich brauchte ich nun eine gefühlte Ewigkeit und die Arme und Beine brannte.

Kurz darauf setzen aber das Glücksgefühl ein, dass mich immer überkommt, wenn ich vom Wasser komme. Unglücklicherweise führte mich der erste Weg zurück in den Shop von Windsurfing Hamburg. Und da ich immer noch high war, fällte ich nicht rationale Kaufentscheidungen…aber das gehört jetzt nicht hierhin.

Egal, trotz Anstrengung wars ne tolle Nummer und das Oortkatenufer könnte sich doch zu einer Alternative für mich entwickeln. Auch wenn ich die Ruhe und Abgeschiedenheit eines Sees im Wald hier bestimmt nicht finden werde.

Auf der Suche nach einem neuen Revier

Nur ich, mein Board und der See. Der Abend hätte so friedlich werden können. Es kam anders…

Drei Schläge links, drei Schläge rechts, Wechsel…ich habe einen super Rhythmus gefunden und gleite dahin. Nur das Gurgeln das Wasser, dass durch den Rumpf meines F.one verdrängt wird, ist zu hören. Ich habe den See für mich allein. Der Herbst hat die Badegäste vertrieben und der leichte Regen auch die Spaziergänger.

Das Wasser ist spiegelglatt, nicht die kleinste Welle, ich mach gute Fahrt. Mitten auf dem See mache ich Pause und sehe mich um. Näher an Frieden und Entspannung kann man eigentlich nicht kommen. Der Regen lässt nach, ein paar Sonnenstrahlen kommen hervor. Der Wald um den See liegt ebenso ruhig wie der See selbst.

Den Rückweg lasse ich gemächlich angehen. Ich gleite nahe am Schilf, halte aber ausreichend Abstand. Ich weiß, wie ich mich hier zu benehmen habe. Am Ufer angekommen, finde ich dann doch noch ein paar Menschen. Wir unterhalten uns nett über SUP, man wünscht sich einen schönen Abend. Ich klemme mein Board unter den Arm und mache mich auf den Weg zum Auto.

Eigentlich sollte die Geschichte hier zu Ende sein. Ein weiterer herrlicher Turn auf „meinem“ See. Aber dann, Auftritt der Behörden…

Ein älterer Herr in Försterklamotten radelt auf mich zu und fordert mich auf, stehen zu bleiben. Er hält mir einen sehr deutschen Dienstausweis unter die Nase und fordert mich, meine Genehmigung für das Befahren des Sees vorzuzeigen. Eine solche habe ich natürlich nicht…

Exkurs: Das das Befahren meines Sees nicht erlaubt sein soll, ist für mich jetzt nichts vollkommen neues. Jedoch bin ich davon ausgegangen, dass entsprechende Schilder darauf hinweisen würden (Fehlanzeige) und es nicht um das Befahren mit einem SUP-Board geht. Bei einem solchen Verbot würde ich eher an motorisierte Angler denken.

Nun, ich sage also, dass ich eine solche Genehmigung nicht habe und mir nicht bewusst war, dass eine solche benötige. Ich gebe zu bedenken, dass hier keine Verbotsschilder zu sehen seien.

Der Herr von der Obrigkeit sagt, solche Schilder würden nur geklaut, ich hätte mich gefälligst vorab zu informieren.

Ich entschuldige mich für mein Versäumnis, und gelobe,mich künftig an dieses (in meinen Augen unsinnige) Verbot zu halten. Jedoch will ich natürlich wissen, warum das verboten ist.

Da geht die Tirade los.

Einschub: Da ich regelmäßig hier paddle, weiß ich, was hier los ist. Die Badestelle wird regelmäßig vermüllt, Hunde, Menschen und Pferde verrichten im und am Wasser Ihre Notdurft, es wird wild gegrillt und die Asche einfach liegen gelassen. 

Das höre ich nun  also auch alles vom Aufseher. Ich frage ihn, warum man dann hier kein Klo baut und die Leute für die Nutzung des Abschnitts moderat zur Kasse bittet. Der Einwand findet kein Gehör, dafür gebe es die Badestelle am Südstrand.

Ich gebe dem Mann recht, dass die meisten hier sich aufführen, wie Vollidioten. Ich kann das normale Klientel an diesem Einstieg auch nicht leiden. Die meisten machen den Eindruck, als wenn sie Berlin Tag und Nacht für den Grimme-Preis nominieren würden…wenn sie wüssten, was der Grimme-Preis ist… Aber was hat das mit mir zu tun?

Ich nutze den Strand nur als Einstieg, ich lasse keinen Müll hier und keine Asche.

Nun, früher hätte es wohl auch Windsurfer hierher verschlagen. Und die würden das Schilf kaputte machen. Im gleichen Atemzug erzählt mir der Waldarbeiter aber auch, dass das Schilf hauptsächlich unter den Graugänsen leiden würde.

Nach dem der Typ also über uns böse Naturzerstörer rumbitcht, zündet er sich eine Zigarette an. Da frage ich ihn, wo er denn jetzt vorhabe, hinzuaschen?

Was antworte der Doppelmoralist mir? Auf den Boden, dass sei Dünger! Geistig habe ich in dem Moment abgeschaltet, was soll ich mit solchen Ignoranten diskutieren. Ach ja, die Kippe hat er dann übrigens auf den Boden geschnippt. Mitten im Wald. Wo die Kippe von Kinder oder Tieren gegessen werden könnte. Aber ich bin der Bad Guy der friedlich über den See gleitet… Ja nee, is klar.

Nun, der Mann macht nur seinen Job. Die Regeln hat er nicht gemacht, er muss sie durchsetzen. Aber die Regeln sind Scheiße! Wer sich hier in der Natur nicht benehmen kann, darf hier nicht sein, Haken dran. Aber ich, der nur Ruhe, Frieden und ein Workout sucht, wird bestraft von der Legion der Dummen.

Meiner Meinung nach, wäre es Aufgabe der Behörden, uns Guten vor den Bösen und ihrem Bullshit zu schützen. Aber nein, hier waltet pauschal die Axt im Walde und die Leidtragenden sind mal wieder die, die sich nicht benehmen können…und denen ein solches Verbot am Arsch vorbei geht…

Danke, für nichts.

Ich fragte den Typen, ob er einen Vorschlag hätte, wo ich sonst fahren könnte…er verwies mich ans Oortkatenufer… Super. Oortkaten ist wohl kaum eine Alternative, wenn man hier die Ruhe eines Waldsees in abendlicher Einsamkeit suchte…ganz abgesehen vom Fahrtweg…

Auch wenn mir gesagt wurde, dass es wohl keine Genehmigung für das Befahren gäbe, werde ich Montag mal die Verwaltung des Ortes anrufen. Fragen kostet ja nichts.

Die Bretter, die die Welt bedeuten

Sprint-Race der Herren
Sprint-Race der Herren

Schon vor längerem hatte ich ja eigentlich einen Testbericht vom 6. Lauf der NP German SUP Trophy versprochen. Da ich das ganze Wochenende 3./4. August auf verschiedensten Brettern unterwegs war (ja ist lange her) will ich euch mit Berichten zu jedem einzelnen Board verschonen. Daher nur die „Testsieger“.

Zunächst zu den iSUPs. Die sind ja stark im Kommen. Die Gründe liegen auf der Hand. IMG_5266Sie sind leichter zu transportieren, als festen Bretter. Da ich eher zu den schweren Ridern gehöre (>100KG) war ich natürlich skeptisch, ob die Teile mich tragen würden und ob ein vernünftiges Fahrgefühl aufkommt. Und was soll ich sagen, ich bin begeistert und überzeugt.

Das 14.0 Escape von CORE
Das 14.0 Escape von CORE

iSUP 14.0
In der großen Klasse ist für mich das Esacape von CORE ganz weit vor. Durch den patentierten Verdrängerrump ist es eins der schnellsten Boards, auf denen ich jemals unterwegs war.

iSUP 12.6
Und noch mal CORE. Ebenfalls sehr schnell, gleichzeitig deutlich wendiger als der große Bruder.

Für beide gilt: Mehr Fahrspass gibt es in der Breite 28 Inch. Beide Boards sind auch als „S“ in 25 Inch zu bekommen. Die sportliche Version mag ein wenig schneller sein, ist aber ungleich kippeliger.

iSUP Allround
Wer ein Zweitbrett fürs gemütliche Paddeln sucht oder etwas für die Familie ohne sportliche Ambitionen, der ist mit einem Allrounder gut beraten. Man bekommt die Teile zwar nicht auf Geschwindigkeit aber durch die größere Breite sind sie extrem Kippstabil und daher sehr geeignet für Anfänger und Gelegenheitspaddler. Und auch hier gewinnt wieder CORE! Diesmal mit dem Explorer. Erhältlich in 10.6 und 11.6 ist es das ideale Familienspielzeug.

Racing
Du bist fortgeschritten und suchst ein richtig schnelles Board? Dann dürfte das Race von JP Australia etwas für die sein. Extrem kippelig. Aber auch extrem schnell! Eine angenehme Reisgeschwindigkeit ist mühelos erreichbar und wenn Du mal richtig Gas geben willst, dann ist das Dein Board. Nur der Preis dürfte mit fast 3.000,00 Eur ein wenig abschrecken.

Telefon neu 376
Race 12.6 von F.one

Und weiterhin kann ich euch natürlich wärmstens das Race 12.6er von F.one empfehlen. Top Optik und eine sehr gute Kombi aus Stabilität und Geschwindigkeit.

Ebenfalls eine gute Wahl für den ambitionierten Rider ist das All Water Race von Nidecker.

Nidecker All Water Race 12.6
Nidecker All Water Race 12.6

Nachtrag 08.11.: Mittlerweile konnte ich noch andere iSUPs teste. Unter anderem das Naish One 12.6.. Getestet habe ich das auf der Ostsee vor Perlzerhaken. Es macht einen sehr soliden Eindruck, ist tadellos zu manövrieren und ist flott unterwegs. Daumen hoch.

Ausserdem sehr empfehlenswert: Das Fanatic Fly Air Premium Touring in 12.0. Sehr breit, dadurch sehr stabil auf dem Meer. Gleichzeitig aber durch den Shape auch einigermaßen spurstabil und annehmbar schnell. Der optimale Kompromiss aus sportlichen Ambitionen, gemütlichem Cruisen, leichter Transportmöglichkeit und Familientauglichkeit. Beide Dauemn hoch!