Früher war alles besser

Früher war der Geburtstag immer das Highlight des Jahres. Man konnte es kaum erwarten, älter zu werden. Älter werden bedeutete damals, mehr zu dürfen, mehr zu können, größer zu werden. Toll.  Heute wird nur noch mein Bauch größer und der Rest geht bergab.Ich mag nicht älter werden. Wer früher altert, ist schneller tot. 38. Das heißt, dass über die Hälfte meiner idealen Jahre (das Optimum aus körperlicher Fitness, finanzieller Unabhängigkeit, etc.) um ist.

Zwar bin ich nicht völlig unzufrieden, wie mein Leben genau jetzt ist. Aber dennoch spüre ich jetzt schon den Zahn der Zeit. Seit ein paar Jahren schon macht mir jede sportliche Betätigung am Tag darauf deutlich, dass ich nicht mehr unsterblich bin. Nicht mehr alle Zähne im Mund, längst nicht mehr alle Haare auf dem Kopf, blind wie n Maulwurf. Ganz toll. Noch vor ein paar Jahren hab ich mich darauf gefreut, endlich Bart zu tragen, ohne albern auszusehen. Und jetzt läuft jeder 12-jährige Hipster mit Bart rum. Nicht mal das haben sie mir gelassen.

Überhaupt, die Jugend von Heute! Wie die sich anziehen, den Lärm, den die als Musik bezeichnen. Und alles wissen die besser! Furchtbar. Sollen die erst mal in mein Alter kommen! Kein Respekt vor Erfahrung haben die. Kapern meine Social Networks und beschweren sich dann, dass ich auch da bin. Machen mittags Lärm. Können sich nicht benehmen. Garstige Brut. Früher war alles besser.

38. Als nächstes bin ich dann 40. Dabei denke ich mir noch immer so oft: Jetzt müsste man mal einen Erwachsenen fragen. Wie häufig greifen wir noch auf die Fähigkeiten und das Wissen unserer Eltern zurück? Bin ich ohne die eigentlich lebensfähig? Oder ist das nur Bequemlichkeit

Und darf ich mit 40 eigentlich noch baggy Cargoshorts tragen und mit Sneakers ins Büro? Ab wann stellen dann meine Kinder meine Klamottenwahl in Frage? Bin ich noch cool oder schon peinlich?

Midlifecrisis nervt. Wenn ich wenigstens das Geld für eine Harley hätte.