2017 / 2018 – Die Gedanken dazwischen

So, das Jahr ist nahezu rum, die letzten Stunden sind angebrochen. Die einzelnen Monate bin ich anhand von Bildern schon durchgegangen. Was fehlt, sind die Vorsätze. Bevor ich nun die Ziele für 2018 postuliere, erst noch der finale Recap für 2017.

Was wollte ich nicht alles erreichen:

  • 10 Kilo abnehmen (2 Kilo zugenommen)
  • 500 KM biken (300 KM geschafft)
  • 100 KM laufen (nach 3 Versuchen entschieden, dass Laufen einfach nicht meins ist.)

Bei den eher abstrakten Zielen ist die Bilanz auch nicht viel besser. SUP habe ich nur eine Tour dieses Jahr geschafft. Windsurfen sogar überhaupt nicht. Eher doof.

img_4441Aber dennoch ist sportlich in 2017 mehr gegangen, als gedacht. Ich habe wieder den Tennisschläger ausgegraben. Mit Spass und Erfolg. Ich habe, sehr unerwartet, wieder die Cleats geschnürt und bin für die NGBA aufgelaufen. Wie es aussieht, ist die Baseballkarriere doch noch nicht vorbei. Aber da muss 2018 doch noch mehr gehen.

Der Grundstein ist gelegt. Ab übermorgen bin ich wieder Mitglied in einem Sportstudio. Aber der Fokus ist nicht die Gewichtsabnahme. Nein, ich will ganz einfach wieder stärker werden. Besonders in den Schultern, DENN: Bereits am 13. Januar geht’s wieder im Dress der NGBA aufs Spielfeld. Und wer weiss, was 2018 da noch so bringt. Vielleicht sogar wieder regelmäßige Auftritte für die Stealers? Ich will da nichts ausschließen!

Aufs Wasser soll’s auch wieder gehen. Ich hoffe, das Wetter spielt mit und ich kann im Frühling meine Fähigkeiten am Segel auffrischen. Außerdem denke ich darüber nach, vielleicht wieder ein SUP anzuschaffen. Wenn man’s hat, muss man’s auch benutzen. 😉

Und im Schuppen wartet selbstredend das MTB. Der Trip in den Harz war so geil, es schreit nach einem encore.

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Messbare Ziele will ich mir nicht auferlegen, dass hat für 2017 schon nicht funktioniert. Aber wenn es mir gelingt, Sport wieder als selbstverständlichen Part in mein Leben zu integrieren, dann ist schon viel gewonnen.

Was ging 2017 sonst noch so? Keiner aus der Familie war ernsthaft krank. Das ist viel wert. Wir hatten tolle Zeiten zusammen. Waren häufig im Hansapark, waren mal wieder im Zoo. Nachdem wir den Kids jahrelang sagen mussten, dass man bei uns drinnen nicht so gut spielen kann (weil das damalige Haus einfach viel zu klein war), pflegen wir nun ein Open House. 🙂 jeder ist jederzeit willkommen. Gerade in den letzten Tagen war es dadurch ordentlich trubelig. Viele Kinder sind abends einfach nicht mehr gegangen. Das ist zwar anstrengend, bringt aber auch Spaß! In diesem Moment genieße ich zwar die Ruhe. Aber auch 2018 freue ich mich, wenn hier Leben in der Bude ist. Alle drei Kinder entwickeln sich prächtig. Der große ist in seinem letzten Grundschuljahr und stellt die ersten Weichen für seine Zukunft. Tochterkind ist nun in der ersten Klasse und wird so schnell so groß. Und das Baby ist gar kein Baby mehr.

Beruflich war’s so lala. Wir haben zwar mit Maklaro eine beachtliche Steigerung hingelegt. Aber ganz persönlich fand ich meine Performance definitiv optimierungsfähig. Unsere Kundenzufriedenheit auf der Interessentenseite hat definitiv Luft nach oben. Und ich hab mich zu oft vom Tagesgeschäft völlig vereinnahmen lassen und dabei strategisches gerne unter den Tisch fallen lassen. Als erste Aufgabe steht auf jeden Fall an, das Team zu vergrößern und zu etablieren. In der Kundenbetreuung hatten wir zu viel Fluktuation seit 2016. Das will ich stabilisieren.

Auch bei Sabrina ist es spannend, nach 15 Jahren hat sie MAN den Rücken gekehrt und fängt ihre Karriere neu an. Mal sehen, was das bringt. Im Hinterkopf kratzt aber immer noch die Idee, sich selbstständig zu machen. Ein eigener kleiner Laden. Warum nicht, wir rechnen das mal durch…

Leider habe ich immer noch nicht mehr von der Welt gesehen. Bei mir stapeln sich dieBrendt Reiseromane, die Van Life Magazine. Dann und wann erlaube ich mir, zu träumen, wie so ein Trip ins Ungewisse aussehen könnte. Mal richtig weg. Weiter aus der Komfortzone, als ich mit vorstellen kann.

IMG_5374Einstweilen geht es aber erst mal wieder nach Dänemark. Wir haben wirklich versucht, mal woanders hinzufahren. Aber nun ist es doch wieder der gleiche Ort geworden. Außerdem sind ein paar Wochenendtrips für 2018 teils fix, teils locker geplant. Jedoch, unverhofft kommt oft. Und deshalb will ich keine Abenteuer ausschließen.

Was habe ich 2017 gelernt? Ich habe das Gefühl, dass ich immer mehr „ankomme“. Früher habe ich immer auf Morgen gewartet, auf eines Tages, auf Irgendwann. Irgendwann haben wir ein Haus, irgendwann dies, irgendwann das. Zwar habe ich immer noch eine Menge Dinge, die ich auf irgendwann schiebe. Aber ich habe das Gefühl, dass ich immer mehr bei mir bin. Der Hauskauf hat mich definitiv ankommen lassen. Im hier und jetzt. Auch der Schatten auf meiner Seele wird kleiner. Die Gründe werden greifbarer, die Diagnose nicht mehr abstrakt. Ich komme immer mehr in die Lage, eine mündige Entscheidung zu treffen, ob ich Dinge einfach so akzeptieren möchte, oder aufarbeiten. Ich bin weit davon entfernt, mit meiner Vergangenheit im Reinen zu sein. Aber so langsam verstehe ich, wer ich bin.

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Die Treppe hoch zum Achtermann

Und sonst? Einfach mal machen! Auf meinem Trip in den Harz kam ich an eine Stelle, wo nichts mehr ging. Ich war völlig ausgepowert, klitschnass geschwitzt, jeder weitere Schritt war mehr, als ich mir vorstellen konnte. Und da standen wir nun, ein steile Felstreppe trennte uns noch vom Gipfel des Achtermanns und einem grandiosen Blick über den Harz. Ich gab auf, wollte nicht mehr. Die Treppe zu steil, zu schwierig.

Mein Freund ging allein weiter. Und da stand ich nun. Brachte mich selbst um eine tolle

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Diesen Blick hätte ich beinahe verpasst

Erfahrung, weil ich dachte, ich wäre zu schwach. Und in dem Moment hatte ich keinen Bock mehr drauf, mich selbst um tolle Dinge zu bringen. Ich kämpfte mich diese Treppe rauf. Es dauert, ich schnaufte, ich schwitzte noch mehr, mein Gesicht eine Grimasse der Qual. Peinlich berührt, wie schwach und fett ich war. Aber dann stand ich oben. Ein tolles Gefühl, ich hatte es geschafft, hatte mich selbst besiegt. Ich hatte einen traumhaften Ausblick gewonnen. Und Respekt. Von mir selbst aber auch meiner Seilschaft.

 

Es gab auf diesem Trip noch einige Momente, wo ich aus dem Sattel musste, wo meine Kräfte beim besten Willen nicht ausreichten, den Berg weiter hochzukurbeln. Aber nun wusste ich, dass ich nur eine kurze Pause brauchte, um den Rest zu schaffen.

Und dieses Gefühl will ich mit rüber nehmen. Einfach mal machen. Auch wenn man zweifelt, wenn man Angst hat. Wie es hier ist, weiß ich schon. Ob’s auf der anderen Seite besser ist, weiß ich erst, wenn ich da bin. Aber dümmer werde ich durch den Weg bestimmt nicht, im Gegenteil. Aufstecken kann man immer noch.

Also, rutsch gut rein. Und habt ein tolles 2018!