Bleibt im Jetzt. Ein Appell.

Die Wahlergebnisse. Furchtbar. Die neue Uhr am Handgelenk. Geil. Die viele Arbeit. So anstrengend. Schnell noch die Welt retten. Alles so egal.

Denn Schicksalsschläge kommen aus heiterem Himmel. Von jetzt auf gleich, ist alles, was man sich aufgebaut hat, in Gefahr. Ein ganzes Leben vorbei. Der Wandel so echt und schmerzhaft, dass er einen unter sich begräbt. Eben noch lebte man einen Traum. Nun ist man gefangen in einem Albtraum. Und dagegen ist man machtlos.

Worüber wir aber die Macht haben, ist das Vorher. Was wir vorher tun, das kann uns helfen, durch die Krise zu kommen. Ein Schicksalsschlag ist schlimm genug. Aber wenn dann noch „Ach hätte ich doch…“ und „könnte ich bloß noch mal…“ dazu kommen, wie soll man das ertragen?

Also, das Vorher. Wenn alles gut ist. Nehmen wir es doch nicht selbstverständlich hin. Lassen wir die guten Zeiten nicht an uns vorbeirauschen. Leben wir im Moment. Das klingt so abgedroschen. Und so beliebig. Aber das ist es eben nicht. Achtsamkeit.

Achtsamkeit. Modewort und Trenderklärung für alles. Dadurch jedoch nicht weniger wert! Nein, im Gegenteil. Im Augenblick zu sein, dass hier und jetzt zu genießen und wahrhaftig wahrzunehmen, kann uns zufrieden machen. Zufrieden. Ist das nicht der Zustand, den wir alle erstreben wollen? Zufrieden. Jetzt, in diesem Moment, ist alles gut. Ich brauche nicht mehr, ich habe aber auch nicht zu viel. Ich bin…zufrieden.

Und ich glaube fest daran, dass wir nur dann zufrieden sein können, wenn wir achtsam sind.

Vorhin schien die Sonne. Ich setzte mich mit einer Tasse Kaffee in den Garten. Die Arbeit würde auch noch da sein, wenn ich wieder käme. Ich sass dort, machte mir die Wärme der Sonne auf meiner Haut bewusst. Lauschte dem Springbrunnen. Den anderen Geräuschen um mich herum. Ich schmeckte den Kaffee. Genoss den Garten, wie wir ihn uns gemacht haben. Ich hatte kein Handy dabei, ich ließ mich durch nichts ablenken. Ich dachte nicht daran, was ich gleich machen will, muss, könnte. Ich war nur da, in diesem Moment. Es war schön. Ich war zufrieden.

Meiner Meinung nach sollten wir so an alles gehen. Uns auf den Moment konzentrieren. Gerade, wenn es um unsere Lieben geht. Den Moment mit unseren Kindern, Partner, Geschwistern, Eltern, Freunden nicht einfach vorüberziehen lassen. Sondern ganz da sein. Nicht daran denken, was danach kommt. Sondern alles aus der Gegenwart mitnehmen. Sie ist so schnell vorbei.

Schaut darauf, was wichtig ist. Und der reine Besitz ist es nicht. Erfreut euch an eurem Besitz, dafür ist er da. Aber achtet, was ihr erschaffen habt, macht es euch bewusst. Fokussiert euch. Und genießt es. Jetzt. Vielleicht gibt es kein Später. Und was ihr dann bestimmt nicht braucht, sind Selbstvorwürfe, dass ihr aus dem Vorher nicht alles gemacht habt. Probleme sind meistens morgen auch noch da. Aber das Glück vielleicht nicht.