Wenn einer eine Reise tut – Surfcamp auf Fehmarn

Ich liege auf der Couch. Meine Schultern sind bleischwer. Meine Beine schmerzen. Bin hundemüde. Was ist da los? Ich war surfen. Und es war toll!

Diesen Sommer habe ja meine Surflizenz erworben. Und im August klang ein Surfcamp im Oktober noch wie eine gute Idee. Also ab dafür.


Bei Ankunft auf der Insel sah auch alles noch vielversprechend aus. Ein bisschen Sonne, viel Wind. Tja, Spoiler, Sonne gab es dann keine mehr.

Als erste Maßnahme habe ich in der Unterkunft den Stromkreislauf zusammenbrechen lassen. Eigentlich wollte ich nur einen Tee kochen. War aber wohl zu viel für die Hütte. Das war doch mal ein Einstand.

Das Haus Seeschwalbe ist eher nicht für den gehobenen Anspruch. Egal, für ein Wochenende sollte es schon gehen.



Abends gabs dann erstmal ein ordentliches BBQ. Da musste keiner hungrig ins Bett. Und als Verdauungshilfe wurde die ein oder andere Hopfenkaltschale gereicht.

Der nächste Morgen begann mit einem reichhaltigen Frühstück. Und dann endlich das, wofür wir eigentlich hier waren. Ab zur Surfschule, aufs Wasser.


Wir wurden mit 29 Knoten Wind und kabbeligen Wasser begrüßt. Und es war echt saukalt. Das kühlte auch ein wenig mein Mütchen.


Die frisch erworbene Neobeanie und die Neoprenhandschuhe waren auf jeden Fall eine Weise Investition. Denn schon nach 10 Metern legte ich einen astreinen faceplant hin. Und wirklich besser würde es nicht mehr.


Um es kurz zu machen, 29 Knoten und die Wellen überstiegen deutlich mein Level. Nach 2 Stunden gab ich frustriert auf und war kurz davor, nach Haus zu fahren.

Erst mal fuhr ich aber über die Insel um mich von der Sitzheizung wieder aufwärmen zu lassen. Und danach meinte Poseidon es gut mit mir.

Das Wasser wurde ruhiger und der Wind ließ deutlich nach, sodass auch ich noch eine halbwegs brauchbare Session reinholen konnte.

Abends wartete dann schon ein riesiger Topf Bolo auf uns. Genau das richtige nach so einem Tag? Begleitet von dem ein oder anderen Radler ließ ich den Abend locker ausklingen. Gerüchteweise ging die Party aber noch in die frühen Morgenstunden.

Dementsprechend leer war die Küche beim Frühstück.

Leer war auch das Wasser. Der Wind hatte deutlich nachgelassen. Und hatte beim abflauen offenbar das Wasser mit sich genommen.


Das Wasser war nur noch knietief. Was dazu führt, dass mein Schwert eingeklappt blieb und die Manöver kippelig waren. Aber durch den lauen Wind konnte ich wenigstens entspannt fahren! Und durch das niedrige Wasser konnte ich am Beachstart feilen, der mir jetzt doch ganz gut gelingt. Alles in allem also eine ganz runde Nummer. Richtung Mittag war dann die Luft aber raus. Diesige Sicht, 9 Grad, da kommt nicht so wirklich Beachfeeling auf.

Also packte ich meinen Kram zusammen, sagte neuen Freunden Lebewohl und machte mich auf über die Brücke Richtung Süden.


Es war mir ein Fest, vielen Dank Windsurfing Wulfen. Ich komme auch jeden Fall wieder. Aber dann eher im Frühling. Der Oktober wird nicht mein liebster Monat für Wassersport.

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