Der Strand – mein Sehnsuchtsort

„Wir fahren an den Strand!“ Wenige Worte versetzen mich so in Vorfreude, wie diese. An den Strand. 


Wobei, ein überfüllter Touristrand ist dann doch eher ernüchternd. Obwohl, damit verhält es sich so wie mit schlechter Pizza oder schlechtem Sex. Schlecht ist da besser als gar nicht. Aber ich schweife ab.


Auch heiße Strände auf Mallorca ziehen mich nicht an. Mein Lieblingsstrand ist weitläufig. Nordsee. Kaum andere Menschen. Ein laues Lüftchen oder auch kräftiger Wind. Das Rauschen der Wellen. Ich brauche da auch keine heißen Temperaturen. Ein gemütlicher Hoodie, ausgeblichene Shorts, eine Windjacke, ein Beanie. Und dann…schweigen. Schauen. Träumen. Denken. Sein. Traumhaft.


Der Blick schweift über das Wasser in die unbestimmte Ferne. So wie meiner, während ich diese Zeilen schreibe. Die Gedanken wandern. Unbestimmt, ungelenkt. Pure Meditation.


Schon der Weg durch die Dünen hat etwas zauberhaftes. Durch ein kleines Kiefernwäldchen. Die Füße verlassen den festen Weg und und graben durch den lockeren Sand. Und dann sitze ich hier und bin mit allem im Reinen. Schalte ab. Mache mich locker. Tanke Kraft.


Es gibt nur zwei Orte, an denen ich unbeschwert von allem bin. Das Baseballfeld, auf dem die Gedanken an die Außenwelt keinen Platz haben. Und der Strand, an dem alle Gedanken Platz haben. Aber der Strand rückt alles in die richtige Perspektive. Der Strand macht alles heil, ist Balsam für die Seele und Inspiration. Keine Ablenkung. Totaler Fokus auf alles. Und Nichts.

Nirgendwo fühle ich mich mit der Welt so verbunden, wie am Strand. Und gleichzeitig völlig losgelöst. So…frei.


Wenn mir dann Tage später der feine Sand aus den ausgetretenen Sneakers rieselt, muss ich lächeln. Und mitten im Trubel des Alltags reise ich dann zurück. An den Strand. Meinen Sehnsuchtsort.