Entspannt in den Tag ist anders – neuer Sonntag, altes Spiel 

Ach ja, der Sonntag. Tag der Muße und Entspannung. Nichts unaufschiebbares vor am Morgen, süßes Nichtstun und Ausschlafen locken. Voller Vorfreude begab ich mich zu vorgerückter Stunde am Samstag Abend zur Ruhe. Als wenn ich es nicht besser wüsste….

4:00 Uhr. Tochterkind entert die Besucherritze und fordert mit Bestimmtheit Decke ein. Da mir die Nachtruhe im allgemeinen und am Wochenende im speziellen heilig ist ignoriere ich dieses Ansinnen konsequent. Tocherkind annektiert daher die Decke der Frau vollständig, welche fortan friert.

5:00 Uhr. Sohnemann tapert auf nicht so leisen Sohlen ins Schlafgemach und begehrt Fläche in der elterlichen Schlafstatt. Siehe oben, heiliger Nachtschlaf und so, wird auch dieser Antrag von mir zunächst nicht beachtet. Die Frau nimmt sich des Anliegens an. Sie hat eh gerade nichts vor, da sie aufgrund frösteln nicht ruhen kann. Die Frau also weist Sohnemann, der ebenfalls ohne Decke erschienen ist, einen Platz am Fußende zu. Tochterkind hat derweil gute 50% Raum eingenommen.

6:25 Uhr. Die Nachkommenschaft fühlt sich erfrischt und verlangt das Ende der Nachtruhe. Das lässt sich nun nicht mehr wegignorieren. Ich muss reagieren. Ich grunze daher vielsagend. Die Frau übersetzt:“Papa braucht noch Schlaf. Und nun ist er ein wenig ungehalten, dass ihr am Sonntag so früh aufwacht, während ihr unter der Wochen immer aus dem Bett geschubst werden müsst.“ Die Frau veranlasst ferner, dass beiden Kinder sich in ein Spielzimmer begeben und alle dazwischen befindlichen Türen schließen.

Nun, eine Tür vergessen sie und die andere ist eine Glastür. Es ist daher also viel zu hell und, da sogleich Ninjago auf voller Lautstärke gespielt wird, auch zu laut. Ich nehme die Herausforderung an und drehe mich um.

8:30 Uhr. Tatsächlich war mir noch ein wenig Schlaf vergönnt. Die Frau verspürt nun Hunger und frag rethorisch, wer denn frische Brötchen holt. Ich wende die gleiche Taktik, wie bei den Kindern an. Ignoranz. Da dies aber noch nicht genug ist, stelle ich mich zusätzlich tot. Offenbar war ich erfolgreich. Die Frau ist sehr verstimmt über mein Ableben und verlässt das Schlafgemach.

Puh, gerade noch rechtzeitig. Ich hole tief Luft und schließe erneut die Augen.

8:45 Uhr. Offenbar ist die Frau nicht mehr im Haus. Tochter und Sohnemann nutzen die Abwesenheit jeglicher Autorität und arrangieren das Wohnzimmer neu.

9:00 Uhr. Der Duft von Kaffee und Bacon locken mich in die Küche. Die Frau ist nicht ganz so euphorisch ob meiner Auferstehung, wie ich angenommen hatte.

Ich werde die kommenden Feiertage nutzen, meine Schlafausbeute weiter zu optimieren.