In eigener Sache: Eine neue Rubrik & Entspannt in den Tag ist anders

Moin,

heute mal eine redaktionelle Ankündigung. Ich launche eine neue Kategorie: Familie!

Jaja, ich weiss, Familien-Blogs gibt es wie Sand am Meer. Was soll bei mir nun noch neues kommen? Nun, wahrscheinlich nichts. 🙂 Dennoch werde ich euch nun daran teilhaben lassen, was bei uns so läuft. Vielleicht ist das in erster Linie spannend für Mutter/Omi und Oma (weil ich mich ja niieee melde). Möglicherweise findet aber auch der ein oder andere etwas interessantes für sich. Up to you, ich wünsche viel Spass.

Zum Auftakt: Der täglich Kampf, halbwegs pünktlich das Haus zu verlassen.

Vorabend: Ich fasse den hehren Plan, morgen aber mal wirklich zeitig aufzustehen. Dann kann ich in Ruhe frühstücken, in Ruhe duschen, in Ruhe die Kinder anziehen, in Ruhe das Haus verlassen.

Morgens, 5:45 Uhr. Frau steht auf. Ich drehe mich noch mal um und denke nicht an meine Vorsätze.

6:30 Uhr. Frau weckt micht. Ich ignoriere sie. Katze schnurrt auf meinem Rücken.

6:40 Uhr. Oha, jetzt aber hoch!

6:41 Uhr, ich schlurfe ins Bad. Unterwegs entdecke ich die Kinder auf der Couch, apathisch in den Fernseher starren. Entspanntes Familienfrühstück wird auf „morgen“ verschoben.

6:50 Uhr, auf dem Klo hockend, entdecke ich diesen toootaaal spannenden Artikel auf Facebook. Frau ruft eine Verabschiedung durch die Tür. Ich bin auf mich gestellt.

6:55 Uhr, verdammt, ich muss ja noch ein Hemd Bügeln! Auf dem Weg in den Keller rufe ich Sohnemann zu, er möge sich bitte nun ankleiden!

7:02 Uhr, Hemd ist gebügelt. Auf dem Weg zurück ins Bad rufe ich Sohnemann mit Nachdruck zu, er möge sich nun bitte wirklich und ehrlich ma anziehen!!

7:15 Uhr, auf dem Weg aus dem Bad rufe ich Sohnemann mit leichter Panik in der Stimme zu, dass wenn er sich jetzt nicht endlich anzieht, ich ihn in Unterwäsche los schicke. Fairerweise muss ich ihm zugestehen, dass er zu diesem Zeitpunkt schon frische Unterwäsche und eine Socke am Leib hat.

7:25 Uhr, jetzt wird es langsam eng. Ich bitte Sohnemann sehr eindringlich, jetzt bitte Zähne zu putzen und Jacke/Schuhe anzuziehen. In der Regel schaut Nachbarsjunge bereits durch unsere gläserne Haustür. Nicht immer ist der Anblick schön für ihn.

Ich beginne nun meine tägliche Diskussion mit Tochterkind.

„Tochterkind, kommst du bitte ins Bad?“ Werde ignoriert.
„Tochterkind, jetzt aber wirklich! Papa muss zur Bahn!“ Tochterkind teilt mir mit, dass sie auf der Couch festklebt/ihr Bein gebrochen ist/ihre Füsse weh tun/sie schlicht keine Lust hat/Maaaamaaa.

Parallel verabschiede ich Sohnemann und passe auf, dass die Katzen nicht ausbüxen.

„Tochterkind, ich hab die Faxen dicke, jeden Morgen die gleiche Diskussion! Jetzt beweg Deinen Hintern ins Badezimmer!!!“ Tochterkind goutiert dies selten und lässt mich sehr transparent wissen, was sie von meiner Anweisung im Speziellen und mir im Allgemeinen hält.

7:35 Uhr, diverse bilaterale Tobsuchtsanfälle später, ist Tochterkind angezogen und gekämmt. Es beginnt der Auswahlprozess für das sie heute begleitende Kuscheltier. Das? Nein! Das? Nein! das? Nein! Waaaaaa….!

Parallel fällt mir auf, dass ich noch kein Hemd anhabe und meine Haare ein Mob sind. Ausserdem stressschwitze ich. An den ganz feinen Tagen gesellt sich auch noch ein mysteriöser Niesanfall dazu.

7:40 Uhr, irgendwie haben Tochterkind und ich es ins Auto geschafft. Da fällt mir ein, dass ich noch den Herd/das Licht/das offene Fenster/den Aufenthaltsort der Katzen überprüfen muss.

7:42 Uhr, wir fahren!

7:45 Uhr, Ankunft Kindergarten. Tochterkind hat mich wieder lieb. Wie jeden Morgen ignoriert sie jedoch konsequent alle Ansprachen der Kindergärtnerinnen. Ich ringe mir gequält ein entschuldigendes Lächeln ab.

7:47 Uhr, Tochterkind hat Puschen an und schmeisst mich raus. An ganz zeitkritischen Tagen muss nun aber noch der Essensplan kontrolliert werden sowie 100 Meter Anlauf zum rauschmeissen genommen werden.

7:48 Uhr, ich rase zum Bahnhof.

7:50 Uhr, ich sprinte vom Parkplatz hoch zum Gleis.

7:51 Uhr, ich sitze schwer atmend und heftig transpirierend in der Bahn. Einerseits freue ich mich, die Bahn geschafft zu haben. Andererseits frage ich mich warum ich mich gekämmt habe/ein frisches Hemd trage.

(Anmerkung: Ja, es ist ökologisch bedenklich, das Auto zu bemühen, wenn doch Kindergarten und Bahnhof fussläufig sind. Jedoch wäre das Zeitfenster zwischen frühest möglichen Abmarsch des Sohnemanns und zu erreichender Bahn anders nicht zu erreichen…)

7:52 Uhr, die Bahn sollte losfahren.

7:53 Uhr, die Bahn fährt nicht los.

7:54 Uhr, die Bahn fährt nicht los.

7:55 Uhr, die Bahn fährt verspätet los. Ich hätte also weder die StVo großzügig auslegen noch einen Usain Bolt-mäßigen Sprint einlegen müssen. Ich transpiriere weiter vor mich hin… Aber ich habe es geschafft!

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe: Bahn und Bus – die tägliche Dosis Spass