Gibt es dieses Europa eigentlich noch?

Die Idee war ja ganz nett. Die vereinigten Staaten von Europa. Die Umsetzung? Puh, da wurds  schwierig…

Die Welt steht vor einem Haufen ernster Probleme. Gerade jetzt wäre es wichtig, zusammenzustehen. Das gefühlt ewige Pulverfasses naher Osten, der Erhalt unserer Umwelt, die ständige Finanzkrise. Probleme gibt es genug. Und wir könnten sie lösen. Nur eben nicht jeder für sich. Und ganz besonders nicht, wenn sich jeder nach innen konzentriert.

Ich habe das Gefühl, dass es in diesen unsicheren Zeiten ein vermehrtes Zuwenden zu den vermeintlich einfachen Lösungen der national konservativen Parteien kommt. Das finde ich extrem dumm.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass weder NPD noch AfD echte Lösungen hinter ihrer Polemik haben. Und die PIS in Polen hat sich doch innerhalb 24 Stunden selbst disqualifiziert. Also was soll das?

Polen? Entfernt erst mal die europäische Flagge. Man wolle sich auf die Innenpolitik konzentrieren. War da eine Zusage, Flüchtlinge aufzunehmen? Sorry, geht jetzt gerad nicht. Wir klinken uns aus.

Verabschiedet aus Europa haben sich aus meiner Sicht auch alle die Länder, die jetzt Grenzzäune gegen Flüchtlinge hochziehen.

Haltet kurz inne. Europa ist nicht nur nehmen. Es ist auch geben. Und die Staaten, die jetzt ganz unverhohlen nationale Interessen oben auf die Agenda packen sind ja nicht gerade für ihren starken Beitrag in Richtung Europa bekannt. Meiner Meinung nach müsste man da auch mal Konsequenzen durchziehen. Schließlich wird in Richtung von Frankreich und Deutschland ja auch erwartet, dass Zusagen eingehalten werden.

Gleichzeitig glaube ich, dass Europa selbst eine Menge dazu beigetragen hat, vernachlässigt zu werden.

Ich bin jetzt immer unsicher, welches Recht vorgeht. EU? Oder national? Das bürokratische Monster EU macht es nicht einfach, es zu mögen und zu verstehen.

Aber davon darf man sich den Blick nicht auf die Idee verstellen lassen. Die Idee eines Kontinents der geeint in einem Wertekosmos ist. Ein Kontinent, der den Problemen der Welt gemeinsam begegnet. Eine Gemeinschaft, in der Vereinbarungen respektiert und eingehalten werden. Dazu sollten sich alle bekennen und entsprechend handeln.

Aber man kann niemanden dazu zwingen, mitzuspielen. Wie sagte Lotto King Karl schon? „Da ist die Tür“ An einer Idee krampfhaft festzuhalten, ist auch schmarrn.

Übrigens. Krieg und Terror sind, so hart das klingt, temporäre Probleme. Das sollte man angesichts des nahenden Klimagipfels nicht vergessen. Wie behandeln wir den Planeten? DAS ist ein echtes Problem, welches m. E. dringender einer Lösung bedarf, als noch drei Bomben mehr über Syrien abzuwerfen.