Starbucks – warum eigentlich?

War gerade bei Starbucks. Ich wollte auch so einen roten, ansonsten schmucklosen Becher, der für die ambivalenten Christen Nordamerikas stellvertretend für den Untergang des Abendlandes steht. Und weil ich berauscht durch die drölf Meter lange Schlange mal so richtig auf die Kacke hauen wollte, bestellte ich einen Toffee Nut Latte.

Nennt mich ungebildet, aber ich hatte keine Ahnung, was sich gleich in meinem Becher befinden würde. Aber den Namen, den fand ich töfte. Ich orderte das ganze in „Tall“. Davon darf man sich nicht täuschen lassen, damit ist die kleinste Größe gemeint.

So, nun saß ich hier und genoss mein Getränk. Ich wusste aber immer noch nicht, was ich da im Becher hatte. Kaffee wars nicht, glaube ich. Wenn ich raten müsste, hatte man einfach nur einen Sahnebonbon geschmolzen, noch ein wenig Zucker und Milch dazu, kurz aufgekocht und dann ein Preisschild aus dem Lala-Land dran. Fertig.

Ich fragte meine Frau, die sich an einem Lebkuchen Latte decaf delektierte, wo denn der Kaffee sei? Sie guckte nur sehr mitleidig und wandte sich wieder ihrem pürierten Pfefferkuchenhaus zu.

Umringt würden wir bei unserem Genuss übrigens von einer Mädchengruppe in kompaniestärke. Alle in Ugg Boots, alles in Leggings oder Skinnyjeans, alle in unförmigen Sweatern. Und ausnahmslos alle in einem Alter, in dem ich Kaffee äußerst ekelerregend empfand. Und ich bin mir sicher, dass keine der jungen Damen die besondere Note eines Guatemala grande zu schätzen wüssten oder eines anderen schwarzen Kaffees. Oder Kaffee im allgemeinen. Denn siehe oben, hier gibt es keinen Kaffee.

So, ich muss weiter. Zum Apple Store, oder so. Ich fühle mich gerade so wohlig benommen in dieser Konsumwelt aus dem Fernsehen. Und ich saß bei Starbucks und habe auf einem Apple Device einen Blogpost geschrieben. Ich bin so hip.