Wann hört das auf?

Ich sitze allein fassungslos vor dem Fernseher. Ich wollte doch nur Fußball gucken. Und jetzt greifen Tod und Wahnsinn nach uns allen. Ich musste mich erst einmal versichern, dass meine Kinder friedlich in ihren Betten liegen. Ich beneide sie so sehr darum, nicht zu wissen, wie furchtbar diese Welt eigentlich ist.

Ich sitze hier allein und weiß nicht wohin mit mir. Die Bilder aus dem Stade du France schnüren mir die Kehle zu. Väter, die mit ihren Söhnen nur einen tollen Fußballabend erleben wollten. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das sein muss. Auf einmal hilflos da zu stehen. Papa, was ist los. Papa, ich will nach Haus. Papa, ich hab Angst. Wie erträgt man so etwas?

Ich sitze hier allein und lese die Gerüchte aus dem Bataclan. Dass die Geiselnehmer angeblich einen nach dem anderen erschiessen. Mir fehlt die Vorstellungskraft, das alles zu begreifen.

Ich sitze hier allein und bin doch mit allen vereint. Vereint in der Unsicherheit. Unsicherheit, was hier geschieht. Vereint in der Frage nach dem warum.

Paris ist nicht so weit weg. Was, wenn Deutschland das nächste Ziel ist? Die Geheimdienste können uns offenbar nicht schützen. All die Überwachung, wofür? Wir haben große Stücke unßerer Freiheit aufgegeben. Und wofür? Benjamin Franklin hatte recht. Wer ein Stück Freiheit für ein Stück Sicherheit eintauscht, der wird weder das eine noch das andere haben. 

Wer kann uns beschützen? Wer beendet diesen Wahnsinn?

Und schon kommen sie aus ihren Löchern gekrochen, all die Reaktionäre. Das sei die Quittung für Merkels Politik. Und so weiter und so fort. Aus allen Lagern wird gezündelt. Wo soll das alles enden?

Ich sitze hier allein und weiß nicht weiter. Was kann ich tun, um meine Familie zu schützen. Was kann ich tun um meine Freiheit zu erhalten? Was kann ich tun, um sicher zu sein.  Kann ich etwas tun?

Ich sitze hier allein und frage mich, wer rettet uns?

Ich sitze hier allein und frage mich, wann hört das auf?