Warum ich mir erst mal kein SUP mehr kaufen werde

Vor ein paar Wochen habe ich mich schweren Herzens von meinem SUP Board getrennt. Aber es war einfach die richtige Entscheidung. So schön das Brett auch ist, so schlecht passten wir zusammen. Es war mir zu kippelig. Weder könnte ich es vernünftig lagern noch mal eben so zu Wasser lassen. Ganz 2 Mal bin ich mit dem Board auf dem Wasser gewesen.

Nun, ich hatte gutes Geld dafür bekommen und der Plan war es, mir auch sofort ein neues Brett zuzulegen. Ich liebäugelte mit einem Naish Glide 12.0 als Hardboard oder einem Fanatic Fly Air Premium Touring 12.0 oder einen iSUP Tourer von Starboard. Und da die Saison 2015 gerade zu Ende ging, dachte ich, dass es doch kein Problem sein sollte, kurzfristig ein Auslaufmodell zu finden. Wie ich mich doch irrte.

Tatsächlich fand ich ein Naish, noch dazu zu einem super Kurs. Nur leider war der Verkäufer, ein SUP Verleih in Hamburg, nicht zu erreichen und beantwortet auch meine Mails nicht. Nun gut, ich dachte, vielleicht werde ich in den Shops in Hamburg fündig. Aber entweder fand ich nicht das gewünschte Modell oder aber die Preise waren mir viel zu hoch. Mal wieder musste ich feststellen, dass SUPs einfach abartig teuer sind.

Ok, neuer Versuch. Hanseboot in Hamburg. Dort gibt es auch einen Bereich für Surf. Und vor 2 Jahren hatte ich da ein Fanatic für einen fairen Kurs gesehen. Also, abends nach der Arbeit hin da und froher Erwartung in die funsport Halle. Uuuuund nach 10 Minuten wieder enttäuscht raus.

Zwar gab es das ein oder andere SUP. Und da standen auch Schilder mit „Messeschnäppchen“ drauf. Aber, liebe Surfindustrie, 100€ Discount ist für mich kein Schnäppchen. Und wenn daneben noch so n Hipsterschnösel rumlungert, der lieber auf sein Handy guckt, als sich um die Kundschaft zu kümmern, sorry, dann behaltet den Kram doch.

Über die Arroganz der Branche hatte ich schon mal geschrieben. Sicher, es gibt auch Ausnahmen. So besuche ich den Freerider Shop in Hamburg immer wieder gerne und verstehe möchte mit den Leuten dort super. Aber im großen und ganzen frage ich mich immer wieder, und besonders auf Testivals, ob die Preise nicht eher ein Ausdruck des Unvermögens der Verkäufer sind? Sind die Boards so teuer, weil sie nicht genug verkaufen, weil sie sich einfach nicht bemühen? Ok, das ist vielleicht an den Haaren herbeigezogen.

Dennoch, die Preise sind einfach zu teuer. Viel zu teuer. Ein Board, schon 2 Modelljahre alt, für über 1.000€? Wodurch sind diese Preise gerechtfertigt? Ich Vergleich jetzt mal Äpfel mit Birnen und gehe rüber zum Fahrradfahren. Parallel gucke ich nämlich gerade nach einem MTB. Und wenn ich da 1.000€ ansetze, dann bekomme ich da schon ziemliche krasse Bikes. Und wir sind uns wohl einig, dass ein MTB deutlich komplexer ist, als ein SUP. Und ein breiteres Anwendungsspektrum bietet.

Daher habe ich eine Entscheidung getroffen. Ich werde mich noch stärker aufs Biken konzentrieren und den Erlös aus dem SUP in einen coolen Hobel investieren. Ach ja, dabei werde ich sogar noch ein paar hundert Euro übrige behalten.

Natürlich gebe ich das supen nicht auf. Aber die Stunde paddeln kostet in Hamburg im Verleih 12 Euro. Auf Testivals ist das for free. Und auf dem Weg dahin drehe ich ne Runde auf meinem Fahrrad. Und wenn dann die Branche endlich checkt, dass sie die Preise senken müssen, um mehr Leute aufs Brett zu bekommen, DANN investiere ich auch gerne wieder in ein eigens Board.