Farewell über die Alster

Die letzten Strahlen der Septembersonne habe ich genutzt, um noch einmal über die Alster zu paddeln.

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Als Einstieg wählte ich wieder den Stadtparksee. Es war dieses Jahr erst die zweite Tour auf meinem Raceboard von f.one. Die anderen Alstertouren habe ich entweder auf einem Ray von Fanatic oder einem Naish Glide Touring gemacht. Also, deutlich gemütlichere Bretter. Und auch diesmal stellte ich fest, dass mein Board doch ganz schön kippelig ist. Und so fing ein Gedanke an in mir zu reifen. Dazu später mehr.


Vom Stadtparksee ging es nach links in den Goldbekkanal und diesen entlang bis zum Rondeelteich. Hier dreht ich und fuhr Richtung Aussenalster. Hier müsste ich feststellen, dass der Wind das Wasser einigermaßen krabbelt war. Aber umdrehen war keine Option. Es ging also weiter bis zum Langen Zug. Hier kam mir ein Alsterdampfer entgegen und ich war auf der falschen Uferseite. Also, ordentlich Takt vorgelegt, damit ich es noch vor dem Schiff auf die richtige Seite schaffe und das Board auch noch in die Bugwellen drehen kann. Das waren gut 250 Meter Vollgas, nachdem ich ja schon ein Zeit lang unterwegs war. Aber danach wurde wieder entspannter.

Vorm Fiedler’s bog ich ab in den Mühlenkampkanal und dann wieder nach rechts in den Goldbekkanal Richtung Stadtpark. Mittlerweile war ich recht müde, da mein Trainingsstand dieses Jahr echt mau ist. Und da war wieder dieser Gedanke. Denn je müder meine Beine wurden, desto unsicherer stand ich auf dem kippeligen Brett. Dem Brett, dass ich dieses Jahr erst zwei mal benutzt habe. Dem Brett, dessen Transport mich immer wieder vor Herausforderungen gestellt hat. Dem Brett, dessen Lagerung im Winter nicht ganz einfach ist.

Und da kam mir die Idee, dieses Brett, dass ich ja nun auch auch gerade erst beim Lacker habe renovieren lassen, für gutes Geld an den nächsten abzugeben.

Ich setzte es spaßeshalber einfach mal in eine Flohmarktgruppe für SUPs auf Facebook. Ich rechnete nicht wirklich mit einem Verkauf. Aber auf einmal wurde konkret. Denn einige Likes später schrieb mich ein Interessent an und kurz darauf waren wir uns einig.


Das fühlt sich schon seltsam an. Ich habe eine emotionale Bindung zu meinem Board. Es war mein erstes und es ich ein der schönsten Boards, dass ich jemals gesehen habe. Aber ich muss das rational sehen. Ich habe es in diesem Jahr kaum genutzt und durch die falsche Lagerung musste ich es für viel Geld instand setzen lassen. Und nun bekomme ich noch eine nen guten Preis dafür und kann mich nach einem praktischen iSUP umsehen oder ein gebrauchtes Hardboard, dass einen weniger anfälligen Lack hat. Und genau genommen kann ich für den Erlös mehrere Jahre Bretter für Ausflüge mieten. Bestimmt wird es seltsam, meinem Brett nächste Woche hinterher zu winken. Aber ich denke, es ist die richtige Entscheidung. Und ich muss eh aufhören, mein Herz an Dinge zu hängen.