Die Rente ist sicher!

Wer kennt ihn nicht, diesen Ausspruch von Norbert Blüm. Ich fühle mich immer wieder aufs neue von diesem Satz verhöhnt.

Die Rentenversicherung ist dieser Tage 125 Jahre alt geworden. Grund genug, große Festakte zu begehen. Nur leider nicht Grund genug, das Rentensystem zu reformieren, auf das auch künftige Generationen etwas davon haben.

Dass die staatliche Rente für einen geruhsamen Lebensabend nicht mehr ausreicht, dürfte allgemein bekannt sein. Aber statt diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen, solle ich Bitteschön nicht nur weiterhin genau so lang wie die Generationen vor mir einzahlen. Nein, ich möge bitte auch noch privat vorsorgen.

Während dafür zunächst für Lebensversicherung die erste Wahl gewesen ist, ist auch diese Form der Vorsorge, nicht zuletzt dank der Politik, eher unbrauchbar. Also nun bitte Riester oder Rührup. Auch wenn längst ausgerechnet ist, dass diese Rechnungen nicht aufgehen. Wenn man die sich denn überhaupt leisten kann. Aber Hey, es wird staatlich gefördert.

Nur Frage ich mich, warum diese staatliche Förderung nicht satt dessen genutzt werden kann, das staatliche Rentensystem zu optimieren? Statt irgendwelche obskuren Finanzkonstrukte zu stecken. Nun, DER Wahnsinn hat ja leider Methode.

Warum ist es gerecht, dass meine Rente später nicht weit über der Grundsicherung liegt, obwohl auch ich ein Arbeitsleben lang eingezahlt habe? Warum ist es gerecht, wenn man ohne Beiträge fast genau so viel raus bekommt, wie mit Beiträgen? DARAN sollte man arbeiten.

Und was ist bitte gerecht daran, dass den jetzigen Rentnern die Rente nach Möglichkeit erhöht wird, wenn ich aber doch gar nicht mehr Gehalt bekomme? Man kann nur verteilen, was da ist. Warum soll das erst später für mich gelten? Aber nicht jetzt? DARAN sollte man arbeiten.

Aber stattdessen private Vorsorge. Und betriebliche. Haha, ja, genau!

Ich habe tatsächlich auch eine betriebliche Vorsorge. Nur werde ich wohl nicht wirklich etwas davon haben. Denn der Job bis zur Rente, den gibt es nicht mehr.

Heutzutage wird doch von mir erwartet, dass ich nach fünf Jahren den Job wechsele. Sonst sieht doch mein Lebenslauf nicht gut aus. Und wenn nich freiwillig, dann wird schon irgendeine Fusion dafür sorgen, dass ich mir etwas Neues suchen muss.

An dieser Stelle mein ganz persönlicher Dank an Commerzbank und Dresdner Bank sowie aktuell Telefonica und E-Plus. Für nichts.

So, wenn ich dann also nach wenige Jahren meinen Job gewechselt habe ABER meine BAV nicht mitnehmen kann, tja, dann waren alle Einzahlungen für n Arsch. Denn oftmals habe ich noch gar keinen Auszahlungsanspruch erworben.

Der Fehler steckt im System. Aber statt das System zu reformieren, darf der Bürger Löcher stopfen. Soll er doch sehen, wie er das hinbekommt. Unsere gewählten Vertreter machen nichts anderes, als das Thema schönreden. Wirklich mal anpacken, um etwas besser zu machen, das tut keiner. Warum auch? Nach einer Legislaturperiode ist der Lebensabend doch gesichert.

Auch so ein Thema, an das man mal ran sollte. Was wir als Souverän unseren Politikern an Geld hinterherwerfen, ist schon fast unanständig. Da dürfen wir uns nicht wundern, wenn für das Fußvolk nichts bleibt. Tatsächlich muss das ja so sein. Damit die Besten nicht nur in die Wirtschaft gehen. Haha, is klar. Aber das ist ein anderes Thema.

Die Rente ist sicher! Aber bitte beachten Sie das Kleingedruckte.