Erfolg in Serie

Aus keinem speziellen Anlass habe ich letztens mit meiner Frau über die Fernsehserien unserer Kindheit und Jugend philosophiert und mich gefragt, an welche Serien sich meine Kinder später mal erinnern werden.

Knight Rider, A-Team, Airwolf, Street Hawk, Ein Trio mit 4 Fäusten, Magnum, natürlich ein Colt für alle Fälle. Mit Einschränkungen Hardcastle & McCormick und Stingray. Später kamen Baywatch, Friends und Akte X dazu. Aber was gibt es heute? Friends wurde ersetzt durch How I met your Mother. Überhaupt wurden wir mit vermeintlichen KULT-Sitcoms überflutet. Aber bleiben die dauerhaft im Gedächtnis? Serien gibt es eine Menge. Aber das meiste ist billig produzierter Schund. Arrow, Sleepy Hollow, The Black List… Ob man da mal eine Folge verpasst, ist eher unwichtig. Aber nur eine Folge von Akte X verpassen? Undenkbar!

Selbstverständlich gibt es auch gut gemachte Serien, die herausragen. Sons of Anarchy, Breaking Bad, Game of Thrones, Homeland, House of Cards. Alles sehr sehenswert. Aber werde ich mich daran in 20 Jahren erinnern wie an die Dialoge zwischen Michael Knight und KITT? Eher nicht.

Aber woran liegt das? Ist die Auswahl einfach zu groß, als dass es eine Serie tatsächlich zu jahrzehntelangen Ruhm bringt? Dallas kennen heute sogar Leute, die Dallas nicht kennen. Oder macht die ständige Verfügbarkeit durch das Internet die Auswahl zu beliebig? Früher gab es eine Folge pro Woche, aufnehmen nur mit einem VHS-Rekorder. Da war es echte Arbeit, der Serie zu folgen, das halbe Leben musste darauf abgestellt werden. Manche Serien waren Strassenfeger im tatsächlichen Wortsinne. Heute dagegen gucke ich das dann halt noch mal bei My Video und Konsorten an.

Das Konzept an Serien an sich ist aktuell. Das sieht man allein, was wir dafür ausgeben, die Serien auf DVD zu besitzen. Aber irgendwie ist das besondere weg, wenn‘s immer verfügbar im Schrank steht. Ich bin da anders, ich will das alles „live“ sehen, wenn es ausgestrahlt wird. Ich bin da wohl zu 80er. Aber noch mal, werde ich wirklich in ein paar Jahren so an Breaking Bad denken, wie an Colt Sievers? Ich habe jede Folge von House of Cards verschlungen und delektierte mich an der Sprache. Aber Das A-Team wird trotz aller Naivität noch immer im Ranking davor stehen.

Ist das vielleicht ein Generationending. Werden die heute 15-25 Jährigen so romantisch an die aktuellen Serien denken?

Nein, ich glaube eher, es liegt tatsächlich an den Inhalten. Die guten Serien von heute sind einfach zu brutal, um ein 8jähriges Kind vor dem Abendbrot davon eine Folge sehen zu lassen. Puff, Bäng, Pow gabs auch bei den ganzen Machwerken von Glen A- Larson. Aber es war irgendwie naiv, unschuldig. Die Gewalt war zwar allgegenwärtig. Aber irgendwie hat man sie nie ernst genommen. Zudem hat das A-Team, so glaube ich, trotz Dauerfeuer nie jemanden getroffen. Und Michael Knight hat eh alles mit der rechten Geraden erledigt. Airwolf war da schon anders. Aber das waren anonyme Schergen eines Bananenstaates und Blut floss auch nicht.

Aber ich käme nie auf die Idee, meine Kinder eine aktuelle Serie sehen zu lassen, bevor sie volljährig sind.

Ich glaube, dass ist der springende Punkt. Neben der geringeren Auswahl, der eingeschränkten Verfügbarkeit war die größere Zielgruppe und das Augenzwinkern der Serien damals die Faktoren, warum ich heut noch bei den ersten Takten von The Unknown Stuntmen Gänsehaut bekomme. Und die Melodie von Knight Rider beim Autofahren verwandeln jede Familienkutsche in den Knight Industries Two Thousand.

Das Thema von Game of Thrones hab ich schon wieder vergessen…

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