Lebe jeden Tag mit Vollgas!

Gestern habe ich von Eltern erfahren, die Ihren 16jährigen Sohn an Krebs verloren haben. Und wenn das nicht schlimm genug ist, haben sie die Diagnose erst 2 Monate vor seinem Tod bekommen.

Beim Lesen von deren Brief hats mir ganz schön die Kehle zugeschnürt. Nicht nur, dass sie ihr Kind verloren haben. Nein, sie hatten nicht mal die Chance, sich richtig zu verabschieden.

Denn nach so einer Diagnose will man doch noch ganz viel Leben in die Zeit quetschen, die man noch als Familie hat. Man will dem Kind noch so viele Wünsche wie möglich erfüllen, wie nur irgend möglich. Und kann es nicht. Allein daran würde ich verzweifeln!

Lebe jeden Tag, als wenn Dein letzter wäre! Das klingt so abgedroschen. Aber dadurch nicht weniger wahr.

Wäre ich in obiger Situation, ich würde mich mit Selbstvorwürfen zermartern. Hätte ich doch nur das und das mit meinem Kind gemacht. Hätte ich doch bloß weniger verboten. Hätte ich doch dies und jenes… die eigene persönliche Hölle.

Was mich wieder auf einen Artikel vor nicht all zu langer Zeit von mir bringt, Was will ich eigentlich?. Dort ist beschrieben, was bedauernswert wäre. Aber nun gehts ja gar nicht um die Eltern, sondern das Kind. Was würde er/sie bedauern? Und damit auch ich?

Mit so jungen Jahren schon abzutreten lässt vieles ungetan. Das wird sich nicht ändern lassen. Aber als Eltern sollten wir dafür sorgen, dass so viele kleine Dinge wie möglich nicht ungetan bleiben. Kind will Fahradfahren, obwohl es regnet und ich hab eigentlich nichts besseres zu tun? Ja, warum dann eigentlich nicht? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!

Kind will Fussball spielen aber ich lieber im Gartenstuhl liegen? Ich werde noch oft genug faulenzen können, also hoch mit den Knochen!

Aber, liebe Eltern, haltet Maß. Dem Kind das Fernsehen verboten zu haben, weil es sein Zimmer nicht in Ordnung hält, ist kein Grund für Selbstvorwürfe. Es ist unsere Aufgabe, unsere Kinder auf ein langes Leben vorzubereiten. Und dazu gehört es auch, es zu erziehen.

Wir sollten nicht von der Angst getrieben sein, dass morgen alles vorbei ist. Wir sollten unsere Kinder darauf vorbereiten, ein langes und erfülltes Leben zu führen. Ihm nicht nur Liebe, sondern auch Werte und Umgangsformen mitzugeben. Aber eben auch Glück! Ein tolles Fussballspiel mit Papa? Definitiv Glück! Nicht zum hundertsten Mal den selben blöden Cartoon gucken? Unwichtig.

 

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