Die Macht des Glaubens

Würdet ihr bei einem Schnupfen um ein Feuer tanzen? Würdet ihr bei Kopfschmerzen heilende Geister beschwören? Oder bei einer Magen/Darm-Grippe ein Opfer für den Waldgott bringen? Nein? Warum nicht? Ihr nehmt doch auch Zuckerkügelchen gegen eure Wehwehchen!

Nüchtern betrachtet ist Homöopathie reinste Esoterik. Wir belächeln Hippies und Hexen. Aber die „Medikamente“ aus diesem Dunstkreis nehmen wir voller Ernsthaftigkeit. Entwickelt wurde das ganze 1796 vom einem deutschen Arzt namens Hahnemann. Die Idee dahinter: man nehme einen Stoff, der bei gesunden wohl ähnliche Symptome auslösen würde, wie die, die nun zu heilen sind und verdünne das ganze mit Wasser und Zucker. Das Problem: der eigentlich „Wirkstoff“ ist nun überhaupt nicht mehr nachweisbar. Was soll da also helfen?

Einer meiner besten Freunde wollte mir das so beschreiben: wenn wir aufgeregt sind, schüttet unser Körper Adrenalin aus. Das sei auch eine sehr geringe Menge, dennoch mit großer Wirkung.

Dem stimme ich erstmal zu. ABER: die Konzentration des Adrenalin wäre im Blut nachweisbar. Der Wirkstoff bei den Kügelchen ist es, sh. oben nicht mehr.

Jedoch will ich dieser Pseudowissenschaft nicht gänzlich die Wirkung absprechen:

Klinische Studien nach wissenschaftlichen Standards konnten keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nachweisen. Erfolge einer Behandlung werden somit ihrem Umfeld, nicht dem Mittel selbst zugeschrieben […] (Quelle: Wikipedia)

Aha!

Unbestreitbar ist der Glauben eine mächtige Waffe. Wenn ich glaube, es geht mir besser, ist diese subjektive Empfindung nicht zu widerlegen!

Insofern können homöopathische Mittel etwas gutes haben.

Mein Problem damit ist nur, dass keine objektive Heilung feststellbar ist und dass mir die Anhänger von Hahnemann weiß machen wollen, das seien echte Medikamente!

Sie sind es nicht, es wird für eine Besserung der Glauben des Patienten vorausgesetzt. Und noch mal, man fühlt sich dann nur besser. Man ist keineswegs gesund.

Mein nächstes Problem: die Krankenkassen finanzieren diesen Blödsinn. Belegbare Wissenschaft bleibt dabei auf Strecke.

Und: ist es wirklich der richtige Weg, unseren Kinder einzutrichtern, dass es gegen jedes Wehwehchen eine (Zucker)Kugel gibt?

Habt ihr schon mal versucht, ein gebrochenes Bein wegzuglauben? Oder eine offene Wunde? Klappt nicht wirklich gut, oder?

Noch mal, der Glaube ist nicht unerheblich für eine Heilung. Aber Homöopathie ist doch wohl eher etwas fürs die Seele, nicht den Körper.

Bitte, gebt gerne euer Geld dafür aus, glaubt woran ihr wollt! Aber bitte hört auf, meine Krankenkassenbeiträge für so etwas zu verschwenden. Danke.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s