Alex Rodriguez

Alex Rodriguez, oder Arod wie er genannt wird, ist ein amerikanischer Baseballprofi in den Diensten der New York Yankees. Arod war lange Zeit mein Lieblingsspieler. Arod galt lange Zeit als der beste Spieler aller Zeiten. Arod galt lange als sichere Bank für die Hall of Fame. Arod hat sich viel Mühe gegeben, das alles kaputt zu machen.

Derzeit streitet sich Rodriguez mit der Baseballliga MLB, die ihn für insgesamt 211 Spiele sperren möchte. Das wären in etwa 1 1/3 Saisons. Wie konnte es dazu kommen?

Schon zu Highschoolzeiten galt Arod als Ausnahmetalent. Zwar unterzeichnete er einen Letter of Intent mit der Universität von Miami. Dennoch wurde er ohne Umweg Baseballprofi und schaffte es sehr schnell, in der MLB Fuß zu fassen. Er debütierte mit den Seattle Mariners auf der Position des Short Stops. Recht schnell zeigte er auch bei den Profis seine Qualitäten. Er wurde zu einem sehr guten Short Stop, vielleicht einem der besten, und gleichzeitig auch zu einem sehr kraftvollen Hitter. Homeruns sind bei Arod fest im Programm gewesen. Aber auch das Schlagen für einen hohen Durchschnitt und Stolen Bases hatte er im Programm.

2001 wechselte er dann von den Mariners zu den Texas Rangers und unterzeichnete dort den zweithöchsten jemals vergebenen Vertrag im Profibaseball. 10 Jahre für über 250 Mio Dollar! Unerhört. Aber Arod schien das mit tollen Statistiken zu rechtfertigen, jedes Jahr schlug er mehr Homeruns und alle freuten sich.

2004 wurde er dann nach New York getraded. Alles schien super, der beste Spieler fürs beste Team. Hier würde er die Titel holen können, die ihm in Texas verwehrt waren. Es gab da nur ein Problem: Derek Jeter.

Derek Jeter ist der Short Stop der Yankees und deren Kapitän. Auch wenn er regelmäßig als überschätztester Spieler aller Zeiten gilt, sind seine Statistiken und seine 5 World Series Ringe außerhalb jeder Frage. Jeter ist über die Grenzen von New York hinaus respektiert und beliebt. Und eigentlich der beste Freund von Alex. Oder doch nicht?

Nach allem, was man so hört und liest, soll Arod ein, nun ja, kapitaler Vollarsch sein. In einem Interview bezeichnete er Jeter mal als Ergänzungsspieler. Nun, Jeter ist ohne Frage nicht bloß ein Ergänzungsspieler. Und das ist ihm bewusst, er hält viel auf sich als Spieler. Dieses Interview markierte das Ende der Bromance zwischen den beiden. Jeter war also nicht glücklich, als Arod zu den Yankees kam. Und das ließ er ihn spüren.

Als Alex von den überaus kritischen Fans ausgebuht wurde, da er dem Hype um seine Person speziell in den Playoffs nicht gerecht wurde, hätte Jeter, als Prinz von New York, den Pöbel mit einer Solidaritätsadresse zum Schweigen bringen können, doch er tat….nichts.

Auch war von vornherein klar, dass Arod in New York nicht der Short Stop wäre. Zwar war er der klar bessere Spieler. Aber Derek war eben…Derek. Arod blieb also nur die dritte Base.

An dieser Stelle hätte dennoch alles gut sein können. Aber das ging wohl nicht.

Alex war eigentlich verheiratet mit Cynthia. Aber Arod ging auch gerne in Stripläden und offenbar nicht nur zum gucken. Das stritt er zwar ab. Aber heute ist er geschieden. Diese Geschichte wurde von der New York Post gerne aufgenommen. Aber das ist nicht das Problem, dass Arod heute hat. Da geht’s nämlich um Doping.

Die MLB hatte speziell in den 90ern ein Doping Problem. Im Prinzip war Doping dort so verbreitet, wie auf der Tour de France. Und teilweise war es nicht mal explizit verboten. Das Testing entsprach nicht den internationalen Anforderungen und so wurde mehr oder weniger offen gedopt. Die Liga hatte ein Problem und es wurde ihr bewusst.

Also führte sie erst einmal anonyme Tests ein. Man wollte mal gucken, was eigentlich so los ist. Und Spieler, die erwischt wurden, mussten nichts befürchten. Wenn sie künftig die Finger von den Drogen ließen, würde niemand etwas vom positiven Test erfahren. Hand drauf! Nur leider wurden diese Testergebnisse, die eigentlich längst vernichtet sein sollten, vom FBI beschlagnahmt. Zwar wurde den Spieler Anonymität zugesichert, die test sollten vernichtet werden und das FBI hatte überhaupt kein Recht, diese Ergebnisse zu beschlagnahmen. Das ist alles amtlich festgestellt. Aber die Katze war aus dem Sack. Denn in den Papieren tauchte auch der Name Alex Rodriguez auf.

Nun, Profisportler haben alle denselben Reflex, wenn sie des Dopings bezichtig werden: erst mal alles abstreiten. Das klappt nur in den seltensten Fällen. Bei Alex klappte es nicht. Eine gewisse Selena Roberts fand Arod wohl so Scheiße, dass sie es der ganzen Welt erzählen musste. Also schrieb sie ein Buch: A-Rod: The Many Lives of Alex Rodriguez. In diesem Buch bringt sie in mi Doping in Verbindung. So soll er bereits in der Schule gedopt haben und es noch immer bei den Yankees tun. So soll er auch sonst nicht so der beste Kamerad sein und dem gegnerischen Team im Spiel Taktiken der Yankees verraten haben. Außerdem sei er süchtig nach Aufmerksamkeit.

Nun, wie sich kurz darauf und den anfänglichen Negierungen zum Trotz herausstellte, hatte Arod tatsächlich gedopt. Er räumte ein, dass von 2001-2003 getan zu haben, seiner Zeit bei den Rangers. Grund sei gewesen, dass die Erwartungen mit dem gigantischen Vertrag ja so hoch gewesen seien und er liefern wollte. Die Erwartungen dürften bei den Yankees noch viel höher sein. Aber seitdem wurde er nicht mehr mit Doping erwischt.

Konsequenzen hatte das ganze seitens Baseball keine. Zwar war die Frau weg und der Ruf ruiniert. Aber die MLB hatte keine Handhabe, ihn zu disziplinieren. Der Test damals war ja nur inoffiziell. Aber seine Zeit als legitimer Erbe von Hank Aarons Homerun Rekord war vorbei. Bereits Barry Bonds, der zwar die meisten Homeruns hat, wird nicht erwähnt, da er ebenfalls des Dopings bezichtigt wird (andere Story). Er war nun nicht mehr nur ein arroganter Mistkerl. Nein, nun war er als integrer Sportler irreparabel beschädigt.

Dennoch konnte er die Fans teilweise zurückerobern, als die Yankees 2009 die World Series gewannen und er daran maßgeblichen Anteil hatte.

Die anderen Ausflüge in den Boulevard lasse ich hier mal weg (Beziehung mit Madonna, selbstverliebtes Posing in einem Herrenmagazin und sinnfreie Interviews zur Unzeit, etc. pp.). Als Spieler konnte er seitdem nicht mehr groß auftrumpfen. Verletzungen plagten ihn. Und immer wieder Dopinggerüchte. Und nun kam ein weiterer Hammer.

Eine Dopingklinik wurde ausgehoben. Und in den Kundenunterlagen: Alex Rodriguez. Die Geschichte wiederholt sich, Arod streitet alles ab. Und diesmal hat die MLB auch keine positiven Testergebnisse. Sie hat nur die Aussage des Dealers, dass Arod regelmäßig dope und auch andere dazu anstifte. Dem Comissioner Bud Selig langt es. Obwohl die Strafe für Erst-Täter (und das ist Arod offiziell, wenn überhaupt) bei einer Sperre von 50 Spielen liegt, wird Arod für 211 Spiele gebannt. Wogegen er Protest einlegt und erst mal weiter spielen darf.

Hinzu kommen Anschuldigungen gegen sein eigenes Team. So habe man ihm medizinische Daten vorenthalten, in Playoffs eingesetzt, obwohl er spielunfähig gewesen wäre und so eine weit schlimmere Verletzung provoziert. Sein eigenes Team wolle ihn beschädigen, damit sie ihn und seinen Monstervertrag (zwischenzeitlich hatte er noch mal für 10 Jahre/300 Mio verlängert)loswerden würde. Man wolle auch, dass er gesperrt werde, damit die Versicherung sein Gehalt für 2014 an die Yankees zurückzahlt

Aktuell läuft ein Schlichtungsverfahren Arod vs. MLB, ob die Sperre aufrecht erhalten, reduziert oder verkürzt wird. Parallel verklagt er seinen Arbeitgeber. Wer ist im recht, wo ist die Wahrheit? Ich weiß es nicht. Aber der Mob sieht Arod schuldig. Und das hat er selbst zu verantworten.

Hätte er damals sofort eingeräumt, dass er gedopt hat, man hätte ihm wohl längst verziehen. Hätte er jemals versucht, die öffentliche Meinung auf seine Seite zu holen, würde die Liga ihn nicht versuchen, fertig zu machen. Arod unterliegt gerade seiner Arroganz und Hybris. Und ob schuldig oder nicht, mein Arod-Trikot werde ich nicht mehr tragen.

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