Wenn einer eine Reise tut: Schweden

Mein Schwager hatte uns in das von ihm und seiner Frau gebaute Ferienhaus mitten im Wald eingeladen. Da haben wir uns doch nicht zweimal bitten lassen.

Also Kinder und Schwiegereltern ins Auto geladen und ab gings.  Zunächst mit der Fähre bis Rödby und dann über die Oeresundbrücke nach Schweden. Sobald wir Malmö hinter uns gelassen hatten war das Haus eigentlich recht simpel zu finden. Immer geradeaus. Dann links, rechts, links, kurz durch den Wald und wir waren 9 Stunden später da.

Wobei kurz durch den Wald sehr relativ ist. Über 5 Minuten lang geht es über eine Sandpiste gegen die eine Achterbahn lahmer Rentnerspass ist.

iPhone 182Unterwegs kommt man an der ein oder anderen Hütte im Wald vorbei. Man darf sich aber nicht täuschen lassen, bis auch eine sind die leider alle unbewohnt. Irgendwann tut sich dann das Anwesen der Verwandtschaft auf. Ein schönes Holzhaus auf einem riesigen Grundstück, mit Sauna, Schuppen, Stall und Schafwiese. Direkt neben an, unser eigentliches Ziel, die Bodastuga. Eine kleine, sehr gemütliche Hütte mit ausreichend Platz für 4 Erwachsene und 2 Kinder. Die Bodastuga ist sehr urig eingerichtet. Aber auf Komfort muss hier niemand verzichten. Die Küche ist neuwertig und modern eingerichtet, im Bad gibt es Fussbodenheizung.

Innenansicht Bodastuga
Innenansicht Bodastuga

Das Wetter war jetzt leicht suboptimal zum Start. Aber was solls. Wir waren vorbereitet.

Die Kinder zog es erst einmal zur Schafwiese. Denn die Schafherde war erst kürzlich um zei Lämmer angewachsen. Und fast jeden Tag während unseres Urlaubs kam neue hinzu. Und so eine Schafherde kann ganz schön Lärm machen. Das war aber auch alles, was wir da draussen gehört haben. Ist man als Hamburger/Großhansdorfer doch ein konstantes Grundrauschen gewöhnt, kann die Stille dort doch ganz schön ohrenbetäubend sein. Kein Stress stört einen dort. Auch keine E-Mails, Anrufe, etc. Denn Netzt ist dort eher…ausbaufähig.

Nachdem ich ja nun dachte, ohne iPhone kann ich nicht leben durfte ich feststellen, dass ich das sogar sehr gut kann. Herrlich, es war so befreiend, nicht ständig aufs Disply zu linsen, was in der Firma, bei Facebook oder Twitter passiert war. Und die Welt hat sich erstaunlicherweise weitergedreht, auch ohne, dass ich einen permanenten Newsfeed hatte.

So, Reisen macht hungrig und da mussten wir nun erst einmal einkaufen. Also, am nächsten Morgen auf zum nächsten Supermarkt. Wieder über die Achterbahn, links, rechts, geradeaus und …. Stop, Verkehrskontrolle … einen (natürlich negativen) Alkotest später standen wir dan endlich im Laden. Und da gab es wirklich alles. Und nichts in singlegrößen. Kleinste Nudelpackung 1 KG, kleinste Reispackung 2 KG und so weiter. Aber auf die ein oder andere bekannte Marke muss man auch hier nicht verzichten. Sehr schön. Geradeaus, links, rechts, Achterbahn, wieder an der Hütte.

Womit ich mir hauptsächlich die Zeit vertrieben habe? Mit Nichtstun oder durch die Natur streifen. Das habe ich bestimmt 20 Jahre lang nicht mehr gemacht. Und zu Hause käme ich eher weniger auf die Idee, die Waldwege zu verlassen. Hier hatte ich nicht so die Wahl. Es gab keine Wege! Unter Anleitung von Schwägerin und Schwager habe ich so tolle Orte kennengelernt. Ein Felsplateau mit herrlicher Aussicht über einen See, inkl. Adler. Höhlenerkundung und „Bergsteigen“. In der Schärenlandschaft verborgene Rastplätze, herrlich. Angeln an verborgenen Seen. Und überall gab es ein im Überfluss: Ruhe.

iPhone 188Die Kinder habe ich meist morgens rausgelassen und sie dann erst Abends wieder gesehen. Zusammen mit noch drei Cousins und Cousinen zog die Bande dann durch die Gegend. Um Strassenverkehr musste ich mir hier keine Sorgen machen.

Das Einkaufen oder die Besuch in der „großen“ Stadt habe ich bis auf wenige Ausnahmen den anderen überlassen.

Aber ein Frage liess mich die ganze Zeit nicht los: Um die Bodastuga verteilt gab es einige weitere Häuser, fast schon ein kleines Dorf. Wie muss das hier gewesen sein, als die Häuser noch bewohnt waren? In einem brannte Nachts zumindest Dank Zeitschaltuhr Licht.

Aber in einem anderen, das wir auch erst nach halbstündigem Fussmarsch erreichten, regierten nur noch die Mäuse. Obwohl es so aussah, als wenn die Bewohner nur kurz zum Einkaufen gefahren waren. Gruselig.

Wer eine Auszeit vom Stadtstress braucht oder einfach mal nur seine Ruhe haben will, der ist in der Bodastuga goldrichtig. beeilt euch, dann gibts vielleicht noch freie Plätze.

Hej do.

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