Wenn einer eine Reise tut…

…dann muss er ja auch irgendwo essen und schlafen. Lasst mich euch einen sehr überschaubaren Einblick in Hotel und Gastronomie in Greifswald geben.

Hierhin führte mich das Big Business. Genächtigt habe ich im Hotel Galerie direkt am Marktplatz. Ein kleines Haus, dass sich der Kunst verschrieben hat. Die Zimmer sind benannt nach zeitgenössischen Künstler. Die ausgestellten Werke sind in der benachbarten Galerie zu erwerben. Keine schlechte Idee. Die Zimmer sind sauber und ordentlich und ausreichend geräumig. Die Bäder sind einfach aber sauber. Es fehlt an nichts. WLAN ist frei und die Zimmer sind mit Flachbildschirmen ausgestattet.

Das Frühstück ist inklusive. Es ist ausreichend aber nicht besonders reichhaltig. Brötchen, Brot, Aufschnitt, Mamelade, zweierlei Säfte und Cerealien. Leider hat man hier noch nichts von Rührei oder Speck gehört. Auch die Joghurt-Auswahl ist übersichtlich. „Frisch“ aufgeschnittenes Gemüse und gekochte Eier sind eine nette Idee. Nur leider unverkennbar bereits am Vorabend vorbereitet worden. Unterm Strich ist das Frühstück OK. Mehr aber auch nicht.

Zum Abendessen führte mich am ersten Tag mein Weg in das italienische Restaurant La Piazza, direkt am malerischen Marktplatz. Die Aufmachung zunächst typisch mit rot-weiss-karierten Tischdecken. Das auf der Tageskarte ein Schnitzel mit Rahmchampignons und Pommes angekündigt wurde, irritiert. Eher wenig italienisch.

Ich entschied mich für einen Klassiker, Pizza Salame. Die kam recht schnell, machte aber leider den Eindruck, als käme sie aus dem Tiefkühlregal. Aroma erinnerte an Dr. Oetker. Und sie schmeckte auch ähnlich. Schade.

Größentechnisch eher Kategorie Wagenrad. Wenn schon kein Hochgenuss, dann wenigstens satt. Mit Getränk n 10er. Summasummarum OK. Service bestenfalls unauffällig. Been there, done that. Komme aber nicht wieder.

Es schloss sich ein Spaziergang durch die gemütliche Fussgängerzone an. Dass die Geschäfte hier unter der Woche bereits um 18:00 Uhr dicht machen, ist dann aber doch eher gewöhnungsbedürftigt, so als Hamburger Jung.

Heute besuchte ich dann das Fritz Braugasthaus. Der erste Eindruck war phänomenal. Modern, dennoch klassisch rustikal und gemütlich. Der Service machte einen super Eindruck. Als Gruß aus der Küche gab es selbstgemachte Kartoffelchips mit einem Sauerrahm-Dip. Das machte Lust auf mehr.

Aus der reichhaltigen Karte wählte ich dann, angefixt von gestern, das Schnitzel mit Rahmpilzen und Pommes. Es war als frisches Schnitzel vom Landschwein angekündigt, inkl. Verweis auf den liefernden Bauernhof. Ich war gespannt.

Was dann kam, war dann aber doch enttäuschend. Besonders vor dem Hintergrund des doch recht fürstlichen Preises.

Das Fleisch war mitnichten frisch. Es war unverkennbar aus der Tiefkühlpackung. Die Panade war viel zu gleichmäßig, um nicht industriell gefertigt worden zu sein. Das Fleisch war auch nicht ganz durch gegart.

Die Rahmpilze waren definitiv aus der Tüte. Die Sosse war Standard, Marke Blockhaus Systemgastronomie.

Schade. Hat doch das Ambiente und die Karte eine hohe Erwartungshaltung geweckt. Geschmacklich wars OK. Aber in dem Wissen, überteuerte Tiefkühlkost zu mir zu nehmen, wurde der Genuss doch ordentlich geschmälert.

Wieso sind eigentlich so viele Wirte der Meinung, ihre Gäste unerkannt verarschen zu können. Was soll das?

Sicher, ein Gericht lässt noch keine abschließende Bewertung über die Restaurants zu. Doch wie viel Handwerkskunst kann man erwarten, wenn die populären Gerichte schon nicht „echt“ sind?

Da mich mein Job unvermeidlich wieder in diese Hansestadt führen wird, werde ich dem FRITZ noch eine Chance geben. Auf der Karte war ja noch einiges zu entdecken. Und das sich der Laden einen Innenhof mit dem Hotel Galerie teilt, hält das die Wege auch schön kurz. Denn abseits der Altstadt ist Greifswald eher keine Schönheit.

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